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Tischtennis

DJK-Urgestein erinnert sich

Friedrich Koller ist dem Sport seit 60 Jahren treu. Er verrät unter anderem, warum Spieler früher stets Lampen dabei hatten.
Von Hans Gleisenberg

Friedrich Koller gab die Liebe zum Sport auch an seine Söhne Stefan (links) und Dieter Koller weiter.  Foto: Hans Gleisenberg
Friedrich Koller gab die Liebe zum Sport auch an seine Söhne Stefan (links) und Dieter Koller weiter. Foto: Hans Gleisenberg

Sulzbürg.Eine Hochburg für das Spiel mit dem Zelluloidball ist schon seit Anfang der 60er-Jahre die „Landl-metropole“ Sulzbürg. Die Tischtennisabteilung war auch bei der Vereinsgründung der DJK am 22. Februar 1964 im Gasthof „Zum Hirschen“ fester Bestandteil. Friedrich Koller aus Mühlhausen war nicht nur Gründungsmitglied der DJK Sulzbürg, sondern auch erster Abteilungsleiter sowie anschließend 35 Jahre Vorsitzender. 2014 übergab er die Führung an seinen Sohn Dieter.

Heute ist Friedrich Koller 78 Jahre alt und steht seit fast 60 Jahren an der Platte. Daher kann das DJK-Urgestein viele interessante Begebenheiten aus der Gründerzeit der DJK berichten. Auch seine Söhne wurden, gleich nach dem sie laufen gelernt hatten, vom Papa, quasi zu Tischtenniscracks erzogen. Selbstverständlich stand auch im Keller des Eigenheims eine Tischtennisplatte. Lange Jahre spielten Vater und Söhne auch im Verein Seite an Seite.

Dass es in Sulzbürg Tischtennis und dann ab 1964 die DJK gab, ist auch dem damaligen katholischen Geistlichen, Heinrich Meißner, zu verdanken, der dem Sport sehr verbunden war. „Er ermöglichte auch, dass wir in einem Raum unter der Kirche spielen konnten. Sehr hilfreich waren hier die Sulzbürger Schreiner, die uns die ersten Tische gebaut haben“, berichtet Koller von den Anfängen.

Von der Kirche ins Gasthaus

Etwas bessere Bedingungen fanden die Tischtennispioniere dann im Gasthof „Zum Hirschen“ vor, berichtete Koller weiter. Hier war allerdings die Raumhöhe ein Thema: „Wenn wir spielten, hatten wir immer einige Neonröhren zur Reserve, denn im Eifer des Gefechtes passierte es schonmal, dass eine Deckenleuchte zu Bruch ging.“ Nächste Station war der damalige Gasthof Lachner, dessen Räumlichkeiten eine weitere Steigerung bedeuteten.

DJK Sülzburg

  • Team:

    Die erste Mannschaft spielt in der BOL: Thomas Szitai, Yutsi Sirhei, Stefan Koller, Sascha Bauer, Dieter Koller, Christian Großmann und Eduard Dengel.

  • Netz:

    Info@sv-djk-sulzbuerg.de

Ein wirklicher Befreiungsschlag war 1968 der Bau der neuen Schule in Sulzbürg, wo die Spieler in der Schulturnhalle trainieren durften. Die Sulzbürger Tischtennisspieler mussten mangels eines eigenen Kreisverbands zunächst im Kreis Weißenburg und später in Nürnberg Nord spielen. Erst 1974 wurde der Tischtenniskreisverband Neumarkt gegründet, und die Sulzbürger zählten zu den Gründungsmitgliedern, erinnerte sich Koller. Er war dann viele Jahre lang Kreisspielleiter der 1. Kreisliga. „Sulzbürg war seit der Gründung immer ein Verein, der im vorderen Kreisranking angesiedelt war“, sagt Koller. 2018 wurde der Kreisverband im Rahmen der Strukturänderung im Tischtennisverband aufgelöst und der Region Oberpfalz Süd, zugeordnet. Hier spielen die Sulzbürger aktuell in der höchsten Liga und belegen einen dritten Rang, den sie letzten Freitag mit einem 9:1-Erfolg gegen den TV Schierling festigen konnten.

Hier kommen nun die Koller-Söhne ins Spiel. Dieter (44) und Stefan (43) gehören schon seit fast drei Jahrzehnten zum Stammpersonal der ersten Mannschaft, sehr zur Freude auch ihres Vaters. Sie waren in dieser Zeit an den Erfolgen ihres Teams maßgeblich beteiligt. So ist Stefan Koller beispielsweise aktuell die Nummer zwei im Ranking Oberpfalz Süd. Darüber hinaus ist er 16-facher Vereinsmeister. Außerdem kümmert er sich schon seit 18 Jahren um die Nachwuchsarbeit der Abteilung. Bruder Dieter brachte es auf fünf Titel an den eigenen Platten. So hat der Name Koller in der regionalen Tischtennisszene Gewicht und Sulzbürg hat Klang.

Auch mit 78 Jahren noch aktiv

Vater Koller mit seinen 78 Lebenslenzen hat sich keineswegs schon auf das Altenteil zurückgezogen, sondern steht, so er gerufen wird, auch noch als aktiver zur Verfügung. „Aber nur noch in der vierten Mannschaft“, sagt er selber. Darüber ist er Motor der Öffentlichkeitsarbeit in der Abteilung. Das weiß auch Abteilungsleiter Eduard Dengel zu schätzen: „Ohne die Kollers wäre unsere Abteilung ein ganzes Stück ärmer und unser Senior hält uns den Rücken frei.“

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