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Eine naive Idee wird zum Glücksfall

Der Benefizlauf in Seligenporten findet trotz der Corona-Pandemie statt – erstmals virtuell. Das hat auch seine Vorteile.
Von Thorsten Drenkard

Stephanie Jaspers freut sich auf ihren Benefizlauf am Sonntag - diesmal in der virtuellen Variante. Foto: Jaspers
Stephanie Jaspers freut sich auf ihren Benefizlauf am Sonntag - diesmal in der virtuellen Variante. Foto: Jaspers

Seligenporten.Zum Glück war Stephanie Jaspers damals so naiv. Vor fünf Jahren fasste die Seligenportenerin den etwas spinnert anmutenden Entschluss, einen Benefizlauf in ihrem Heimatort zu wuppen. „Ich dachte, das ist kein großes Ding und das machen wir halt mal“, erinnert sie sich. Wie sich die 45-Jährige doch täuschen sollte.

Bereits die Premiere war ein Erfolg

Bereits bei der Benefizlauf-Premiere liefen stolze 800 Läufer für die Krebshilfe. Seither meldeten stets um die 1000 Starter und stellte sich das Großevent wider ursprünglicher Erwartung doch als große Nummer in der Gemeinde heraus. Auch am Sonntag werden von den Teilnehmern wieder eifrig Kilometer geschruppt werden – wegen der Covid-19-Pandemie diesmal allerdings erstmals virtuell. Das muss nicht nur von Nachteil sein.

„Die Läufer müssen diesmal beispielsweise nicht extra für den Lauf anfahren. Das dürfte für manchen einen Extra-Reiz haben“, mutmaßt Jaspers, schließlich kämen die Starter mitunter gar aus Österreich, weiß die Urheberin des Benefizlaufs.

Pyrbaum/Seligenporten

14 000 Euro für den VKKK erlaufen

Erfolgreich war wieder der Benefizlauf in Seligenporten, bei dem mehr als 1000 Läufer an den Start gingen.

An diesem Sonntag werden die Starter zwischen 10.30 und 14.30 Uhr mit ihren gelaufenen Kilometern die Elterninitiative Krebskranker Kinder e.V. Nürnberg unterstützen. Allerdings werden sie nicht auf dem gewohnten Kurs in Seligenporten ihre Ausdauer prüffen, sondern bei sich vor Ort oder eben dort, wo es ihnen gerade gefällt und sie sicher sind.

Die Anzahl der gelaufenen Runden – zwei Kilometer für Erwachsene, 300 Meter für Kinder – sollen die Läufer zusammen mit ihrer jeweiligen Startnummer auf der Benefizlauf-Facebookseite posten. Der Verlauf des Events soll in einem Newsticker auf der Lauf-Homepage angezeigt werden. Bis Dienstagmittag hatten laut Jaspers bereits 300 Läufer ihre Teilnahme für die virtuelle Ausgabe des Laufs zugesagt. Allein die Gruppe der Funrunners aus Neumarkt hat sich mit 40 Startern angekündigt.

„Die Idee ist nicht auf meinem Mist gewachsen.“

Stephanie Jaspers über den virtuellen Benefizlauf

Dass es überhaupt zu dieser pfiffigen Variante der Laufveranstaltung gekommen ist, liegt an der Kreativität von Jaspers treuen Mitstreitern im Orga-Team. „Die Idee ist nicht auf meinem Mist gewachsen“, gibt die rührige Pyrbaumerin gerne zu. Ideengeber war Andreas Maier, der sich seit der ersten Stunde für den Benefizlauf in Seligenporten engagiert. „Ich kann mich sowieso nur bei allen Helfern sowie den Sponsoren bedanken“, sagt Jaspers.

Pyrbaum

Benefizlauf Seligenporten war ein Erfolg

Läufer und Organisatoren strahlten am Sonntag mit der Sonne um die Wette, als Steffi Jaspers den Startschuss zum 4. Benefizlauf Seligenporten gab.

Nach eigenen Angaben trifft die Grünen-Politikerin, die zuletzt für den Bürgermeisterposten in Pyrbaum kandidierte, sämtliche Vereinbarungen rund um den Lauf mündlich. Unterschriebene Verträge mit Sponsoren beispielsweise gebe es nicht. „Und es klappt alles dennoch immer hervorragend“, freut sich die gebürtige Nürnbergerin über den bisherigen Erfolg ihres Laufs, der allein im Vorjahr 14000 Euro für den VKKK Ostbayern zusammenbrachte.

So sah der Benefizlauf im Vorjahr aus:

Die ersten beiden Jahre stand Jaspers noch alleinverantwortlich für den Benefizlauf gerade. „Ich habe damals gesagt: ,Ich organisiere das aus eigener Hand und mit niemand zusammen.‘ Das war naiv und hat mich fasst überrollt“, gibt die passionierte Läuferin rückblickend zu. Deshalb gründete Jaspers zur dritten Auflage den Verein Felix Porta, unter dessen Dach der Lauf seither fungiert. Der Verein umfasst derzeit mehr als 65 Mitglieder und leistet in der Gemeinde unter anderem auch Jugend- und Kulturarbeit.

Der Verein Felix Porta und seine Initiatorin

  • Stephanie Jaspers:

    Die gebürtige Nürnbergerin lebt seit zwölf Jahren in Seligenporten. 15 Jahre ist es her, dass sie als Staffelteilnehmerin erstmals beim legendären Challenge in Roth teilnahm (Schwimmen). Im Jahr darauf ging sie abermals an den Start in der Staffeln (Rad).

  • Felix Porta:

    Der Verein wurde 2017 von Stephanie Jaspers gegründet. Er hat es sich zum Zweck gemacht, die Jugend- und Altenhilfe, die Kunst und Kultur, die Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe, den Naturschutz und die Landschaftspflege sowie den Sport zu fördern.

Der Grund, überhaupt vor der eigenen Haustür eine Laufveranstaltung für den sozialen Zweck zu initiieren, ist für die zweifache Mutter ein sehr persönlicher und auch schmerzhafter. „Vor mehr als 20 Jahren starb meine Cousine an Krebs. Das begleitet mich bis heute emotional“, verrät Jaspers. Nachdem sie vor Jahren bei einem Benefizlauf der Uni Erlangen dabei war, hatte sie das Bedürfnis, ja den Drang, etwas selbst zu tun.

Jährlich werden die Einnahmen des Benefizlaufs gespendet. Archivfoto: Grad
Jährlich werden die Einnahmen des Benefizlaufs gespendet. Archivfoto: Grad

„Es fühlte sich für mich richtig an, den Benefizlauf ins Leben zu rufen“. Sie hat ihren damals spontanen Entschluss bis heute nicht bereut – auch wenn die Organisation zwischen ihrer Arbeit als Verwaltungsangestellte des Willibald-Gluck-Gymnasiums, ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau sowie ihrem Engagement als Politikerin mitunter kompliziert werden kann. Der Aufwand sei es allemal wert.

Krank sein kann sich ja nicht jeder leisten.“

Stephanie Jaspers

„Es macht mich immer wieder glücklich zu sehen, wie wir die Leute bewegen, um Menschen mit schweren Schicksalen zu helfen. Krank sein kann sich ja nicht jeder leisten“, weiß Jaspers, die an diesem Sonntag erstmals selbst bei ihrem eigenen Benefizlauf wird starten können. Bislang sei das aufgrund der vielfältigen organisatorischen Aufgaben während des Wettkampftags nie möglich gewesen – diesmal möchte sie selbst die Laufschuhe anziehen und auf den Flurwegen rund um Seligenporten ihre Kilometer machen. Auch ihr Ehemann Dominik sowie ihre beiden Töchter Marie und Laura werden an den Start gehen.

Engagement

Der erste Benefizlauf gegen Krebs

Am 26.April starten lange und kurze Läufe vom Klosterhof in Seligenporten aus. Auch der Kindergarten ist mit dabei.

Für gewöhnlich fallen für die erwachsenen Teilnehmer des Seligenportener Benefizlaufs Startgebühren von drei Euro an, diesmal nicht. „Wir haben das diesmal den Läufern freigestellt. Wer möchte, kann die drei Euro Startgebühr zahlen, muss aber nicht“, so Jaspers, die sich keine persönliche Kilometerzahl als Laufziel festgesetzt hat. Ebenso möchte sie nicht über eine mögliche Spendensumme spekulieren, die am Sonntag zusammenkommen könnte.

Dass der Lauf überhaupt an diesem Wochenende seine Fortsetzung in einer virtuellen Variante findet, ist für Jaspers und die Elterninitiative Krebskranker Kinder e.V. Nürnberg, an die das Geld gehen wird, ein schöner Erfolg.

Einer, der einst aus der Naivität, dem Enthusiasmus und der Entschlossenheit von Stephanie Jaspers entsprang.

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