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Kommentar

Es war zu viel Schlecht beim ASV

Ein Kommentar von Thorsten Drenkard

Thomas Schlecht – allein der Name des Mittelfranken dürfte in den Reihen des ASV Neumarkt für Unwohlsein sorgen. Ein Blick auf diese verkorkste, nun im Landesliga-Abstieg gemündete Saison der Fußballer vom Deininger Weg funktioniert nicht, ohne die prägende Hauptrolle des 50-Jährigen zu beleuchten.

Rund eineinhalb Jahre zog Thomas Schlecht als Abteilungsleiter und Sportdirektor bei den ASV-Fußballern die Fäden. Als er Anfang Februar auf Drängen des Hauptvereins seine Ämter niederlegte, hinterließ er einen Scherbenhaufen.

ASV lag sportlich und finanziell am Boden

Das Bayernligateam dümpelte auf Tabellenplatz 16 herum, ein halbes Dutzend Leistungsträger hatte den Verein im Winter im Groll verlassen, davor waren bereits im Sommer Trainer Dominik Haußner sowie seine Assistenten Dieter Fink und Stefan Weber gegangen. Zudem hatte der langjährige Hauptsponsor Johann Pröpster den Geldhahn zugedreht, nachdem er zuvor vergeblich den Abgang Schlechts gefordert hatte. Die Abteilung lag finanziell, sportlich und seelisch am Boden. Das Image war schwer beschädigt.

Zwischen Thomas Schlecht und den etablierten Spielern des lange Jahre so erfolgreichen Teams herrschte kein Vertrauen, man lag menschlich nie auf einer Wellenlänge.

Der Geschäftsmann Schlecht war vor allem darauf bedacht, Kosten im Kader und der Abteilung einzusparen sowie Sponsorenverträge, von denen er stets anteilig finanziell profitierte, aufzutun. Das Sportliche war für den Sportdirektor zweitrangig.

Gegenwind durch Johann Pröpster

Dadurch wirtschaftete der Mittelfranke kontinuierlich die Atmosphäre im Team sowie das Ansehen der Abteilung herunter. So lange, bis der öffentliche Gegenwind, gerade durch Johann Pröpster, zu groß wurde und der Hauptverein – bis zuletzt ein Befürworter von Schlechts Arbeit – ihn zum Abgang bewegte.

Sein Nachfolger Tobias Ochsenkühn versucht seit Februar als Sportdirektor das in Seenot geratene ASV-Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Seither haben sich die Wogen rund um die Fußballabteilung geglättet, der eingeschlagene Kurs lässt hoffen. Allerdings konnte der hausgemachte Abstieg des ASV nicht mehr umschifft werden.

Hier lesen Sie ein Interview zum Abstieg des ASV mit Sportdirektor Tobias Ochsenkühn.

Letztlich war in dieser turbulenten, phasenweise peinlichen Saison, zu lange, zu viel Schlecht beim ASV Neumarkt. Aber eben nicht alles, wie die vergangenen Wochen der Aufbruchstimmung gezeigt haben. Das macht zuversichtlich für die nächste Saison der ASV-Fußballer.

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