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Relegation

FCN-Fan drückt im Exil die Daumen

Alexander Endl ist gebürtiger Franke, Club-Anhänger und lebt in Frankfurt – eine emotionale Zeit für den 46-Jährigen.
Von Thorsten Drenkard

Der Mittelfranke Alexander Endl wohnt in Frankfurt und mag die Eintracht, liebt aber nur seinen Club.
Der Mittelfranke Alexander Endl wohnt in Frankfurt und mag die Eintracht, liebt aber nur seinen Club. Foto: Endl

Frankfurt.Die Euphorie ist weg, das Gefühl der Unbesiegbarkeit dahin. Die späte 0:1-Niederlage am letzten Spieltag in Bremen hat die Frankfurter-Fußballgemeinde ins Mark getroffen.

„Jetzt herrscht eine gewisse Trotzigkeit hier in der Stadt“, hat FCN-Fan Alexander Endl aufmerksam registriert. Der 46-Jährige muss es wissen, schließlich ist die hessische Finanzmetropole seit der Jahrtausendwende sein Lebensmittelpunkt, zog er doch 2001 berufsbedingt aus seinem beschaulichen Heimatörtchen Hemhofen in Mittelfranken dorthin.

Seit der Jugend ist er ein Cluberer

Bereits seit seiner Jugend fiebert der heute zweifache Familienvater mit seinem Club mit. Daran hat natürlich auch der Umzug nach Frankfurt, der Heimat des Relegations-Gegners Eintracht, nichts geändert.

„Sobald die Liebe zu diesem Verein einmal entflammt ist, erlischt sie auch nicht. Der Satz: ,Ich bereue diese Liebe nicht’, trifft es sehr gut“, sagt Endl, dessen 13-jähriger Sohnemann, der beim Frankfurter Ortsverein VfB Unterliederbach das Tor hütet, mittlerweile auch flammender Club-Fan ist – sehr zur Freude des Papa.

Erfreut ist Endl auch über die Relegationspaarung. Frankfurt, „das kann der Club packen“, findet er. „Bremen wäre mir nicht geheuer gewesen, der VfB auch nicht. Aber aufgrund der psychologischen Gemengelage, der Tatsache, dass Frankfurt am letzten Spieltag noch runtergerutscht ist, ist das für den Club nicht schlecht“, findet Endl, der sich seit fast zehn Jahren beim Internet-Fan-Projekt Clubfans United journalistisch engagiert und damit mit anderen Cluberern eine Plattform für FCN-Fans rund um den Globus betreibt.

„Der Club kann das packen.“

Alexander Endl, FCN-Fan aus Frankfurt

Nüchtern fällt seine Prognose für das erste Relegationsspiel am Donnerstag in Frankfurt aus. „Das wird ein 0:0.“ Die Offensive der Eintracht überzeuge ihn nicht, auch die Fitness des lange verletzten Frankfurt-Torjägers Alex Meier, der wohl ins Team zurückkehrt, sei fraglich. Der Club hingegen werde defensiv kompakt stehen und leidenschaftlich als Einheit der Eintracht gegenübertreten. Endl wird das Spiel live im Frankfurter Stadion verfolgen – als Pressevertreter für Clubfans United.

Für die Eintracht und ihre begeisterungsfähigen Fans hege er „unglaubliche Sympathie“, gesteht Endl. Wobei er differenziert und die problematische Ultra-Szene, die in der Vergangenheit immer wieder durch Randale aufgefallen ist, ausnimmt. „In dieser Art der Fankultur steckt ein gewisses Risikopotenzial.“

„Die Chancen stehen 50:50.“

Cluberer Alexander Endl

Ansonsten hat der Franke bei den Frankfurtern eine ähnliche Begeisterung für ihre Eintracht wie in seiner Heimat für den Club ausgemacht. „Hier fiebern die Leute mit, vom Frisör bis zum Arbeitskollegen.“ Auch wenn der Franke im hessichen Exil lebt, schlagen vor dem Relegations-Duell keine zwei Herzen in seiner Brust – nur der FCN, sowieso.

„Die Chancen stehen 50:50. Ich glaube, dass am Ende die Unterstützung der Fans im Stadion den Unterschied ausmachen kann, wenn es in der 80. Minute im Rückspiel noch um ein Tor zum Aufstieg geht“, mutmaßt Endl und hofft, dass sein 1. FC Nürnberg zum achten Mal in die Bundesliga aufsteigt.

In Frankfurt wäre dann wohl Trübsal angesagt. Club-Fan Alexander Endl könnte damit sehr gut leben.

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