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1. FC Nürnberg

Kein Realist bewertet 5:2 gegen FCB über

Der 1. FC Nürnberg besiegt müdes Bayern München. Als die Gäste in derzeitiger Bestbesetzung spielten, hielt Zweitligist mit.
Von Lothar Röhrl

Gute Stimmung im FCN-Lager löste das 5:2 beim 5:1-Torschützen Robin Hack aus. Foto: Eibner-Pressefoto
Gute Stimmung im FCN-Lager löste das 5:2 beim 5:1-Torschützen Robin Hack aus. Foto: Eibner-Pressefoto

Nürnberg.5:2 (1:1) gegen FC Bayern München: Dieses Ergebnis könnte unbegrenzte Euphorie beim 1. FC Nürnberg auslösen. Ja: Freude machen darf es. Aber die zwei mal 45 Minuten – nur so dürfen die 90 Minuten gesehen werden – taugen fürs normale Maß einer Beurteilung nicht. Immerhin zeigte das Testspiel: Der FCN hat einen zweiten Anzug, der passt; die Münchner Bayern haben den derzeit nicht. Wegen des fast kompletten Durchwechselns auf beiden Seiten in der Halbzeitpause endete das Spiel aus Nürnberger Sicht eigentlich erst 1:1 gegen FC Bayern-A und dann 3:1 gegen FCB-B. Auch darüber durften sich die FCN-Fans freuen. Sie sollten aber schnell in Betracht ziehen, dass gegen einen Gegner gewonnen wurde, der ein schweres Trainingslager in den Beinen hatte.

Und dennoch: Das konsequente Ausnutzen der Torchancen und eine sehr engagierte Abwehrarbeit mit zwei funktionierenden Vierer-Ketten waren das Erfolgsrezept. Man darf gespannt sein, was Trainer Jens Keller aus dem üppig mit 28 Spielern besetzten Kader nun im Trainingslager basteln wird.

Nürnberg versteckte sich nicht

Die überraschende Führung des beherzt beginnenden Clubs gelang Frey (23.), nachdem Behrens die Trägheit von Boateng im Spurtduell ausnutzen und scharf in die Mitte flanken konnte. Nürnberg hatte noch eine weitere dicke Chance (Kerk 27.). Auf der anderen Seite sorgte der aufmerksame Dornebusch im Club-Tor mehrmals dafür, dass den ohne Torfabrik Lewandowski angetretenen Bayern nur ein Treffer gelang: Nach doppeltem Doppelpass (mit Goretzka und Müller) war Davies in der 34. Minute zur Stelle.

Mit Wiederbeginn kamen 16 Minuten, die den Club-Fans noch lange in schöner Erinnerung bleiben werden. Denn dem für Neuer ins Bayern-Tor gewechselten Ulreich flogen die Bälle nur so um die Ohren. Gerade 20 Sekunden war Ishak auf dem Platz, als er nach Handwerker-Vorlage zum 2:1 traf. In der 58. Minute erhöhte Zrelak zum Abschluss eines Konters nach Ishak-Vorarbeit auf 3:1 und drei Minuten später hieß es gar 4:1, als Schleusener aus spitzem Winkel traf. Auch hier verdiente sich Ishak den Assist-Punkt.

Hoffnung auf Besserung

Dann zeigte sich Dornebusch als Bad- und Good-Guy: Erst senste er Cuisance um; den fälligen, von Cuisance selbst getretenen Strafstoß entschärfte der einzige Nürnberger, der volle 90 Minuten spielte. Das 5:1 aus stark abseitsverdächtiger Position durch Hack (77.) und die Ergebniskosmetik auf 2:5 durch den gebürtigen Nürnberger Timothy Tillmann (85.) waren die letzten Höhepunkte dieser Partie vor rund 27 000 Zuschauern.

Immerhin hat der nicht nur auf den ersten Blick spektakuläre Sieg die Mienen der Club-Fans aufgehellt. Er könnte sogar Start für das Gewinnen eines neuen Selbstvertrauens werden. Denn so schief, wie die Hinrunde wegen der späten Niederlagen gelaufen ist, soll es ab 30. Januar (Schlager beim HSV) nicht weitergehen.

Beim düster dreinschauenden Salihamidžic und den anderen Bayern-Bosse dürfte indes die Erkenntnis reifen, dass der aktuelle Kader zu dünn ist. Denn schließlich strebt ein FCB immer Tripple an.

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