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Neumarkter Duo kickt in Homburg

Beim BSC Woffenbach lernten Andreas Knipfer und Bernd Rosinger das Kicken. Jetzt spielen sie für Regionalligist FC Homburg.
Von Thorsten Drenkard

Andreas Knipfer war zuletzt der Dauerläufer im Regionalligateam des 1. FC Nürnberg.Fotos: Eibner
Andreas Knipfer war zuletzt der Dauerläufer im Regionalligateam des 1. FC Nürnberg.Fotos: Eibner

Neumarkt.Besser geht’s kaum. Andreas Knipfer und Bernd Rosinger haben mit dem FC 08 Homburg nicht nur denselben Fußball-Regionalligisten als Arbeitgeber. Auch ihr Weg in die Oberpfälzer Heimat nach Neumarkt ist fast identisch. Die Eltern der beiden leben jeweils im Ortsteil Woffenbach wenige hundert Meter voneinander entfernt.

Also machten sich die beiden Profikicker zuletzt im Audi A3 Rosingers vom Saarland aus auf die knapp dreieinhalbstündige Fahrt nach Woffenbach, um ihre Mamas und Papas zu besuchen und über Nacht zu bleiben.

Bernd Rosinger kickte von 2013 bis 2014 für den FCN II.
Bernd Rosinger kickte von 2013 bis 2014 für den FCN II.

Während ihrer Reise hatten der 28-jährige Rosinger und sein 20 Jahre alter Beifahrer Knipfer viel zu bereden. Zum Beispiel, dass sie beide nun als „Woffabecka“ Burschen im Saarland gelandet sind, um dort tatsächlich beim selben Klub ihrem geliebten Fußballsport beruflich nachzugehen.

Eine besondere Konstellation

„Das ist schon eine coole Sache, die im Profifußball wohl nicht so oft vorkommt“, findet Knipfer, der zuletzt beim 1. FC Nürnberg II kickte und bereits im März für die neue Saison in Homburg bis 2019 unterschrieb – mit Option auf ein weiteres Jahr.

Rosinger unterzeichnete erst vor Wochenfrist beim FCH für zwei Spielzeiten einen Vertrag. Seit Anfang Juli war der Angreifer vereins- und arbeitslos, nachdem er nach vier überwiegend erfolgreichen Jahren den Sportfreunden Lotte den Rücken gekehrt hatte.

Homburg verkündet die Verpflichtung von Bernd Rosinger via Twitter:

Knipfer und Rosinger haben nicht nur ihre Herkunft und ihren aktuellen Arbeitgeber gemeinsam, sie vertrauen zudem auf den Berater Ingo Haspel. Dieser spielte eine nicht unerhebliche Rolle bei der sportlichen Zusammenführung des Woffenbacher-Duos.

Auch in der bisherigen Fußballvita der beiden gibt es Überschneidungen. So liefen Rosinger und Knipfer jeweils für die Reserve-Mannschaft des 1. FC Nürnberg auf – allerdings niemals im selben Team. Während Rosinger zwischen 2013 und 2014 beim kleinen Club auf Torejagd ging, spielte Knipfer seit 2009 (U13) bis Ende vergangener Saison (U21) für den FCN.

Knipfer, der eifrige Dauerläufer

Knipfer war in der abgelaufenen Saison der unentbehrliche Dauerläufer auf der rechten Abwehrseite der Franken. Er absolvierte als einziger des Kaders alle 36 Saisonspiele und stand mit 3061 absolvierten Spielminuten ebenfalls ganz oben in der Teamstatistik.

Im Januar bekam der stets zuverlässige Defensivspieler denn auch ein neues Vertragsangebot der Nürnberger vorgelegt – jedoch nur für das Reserveteam. Zu wenig für Knipfer, der nicht noch ein Jahr in einer zweiten Mannschaft eines Profivereins spielen, sondern „den nächsten Schritt in meiner Karriere machen“ wollte.

Die Mannschaft des FC Homburg 2018/19. Bernd Rosinger ist der vierte Spieler von links in der hintersten Reihe, Andreas Knipfer der dritte von links in der vordersten Reihe. Foto: Robin Burkart/FC Homburg
Die Mannschaft des FC Homburg 2018/19. Bernd Rosinger ist der vierte Spieler von links in der hintersten Reihe, Andreas Knipfer der dritte von links in der vordersten Reihe. Foto: Robin Burkart/FC Homburg

Bevor Michael Köllner zum starken Mann der Club-Profis aufstieg, coachte der Oberpfälzer als U21-Trainer auch Knipfer. Hochgezogen in die erste Mannschaft hat Köllner den Woffenbacher später aber nicht – weder vorletzte noch vergangene Saison. „Natürlich habe ich mir Hoffnungen gemacht“, gibt Knipfer unumwunden zu. Für einen Zweitliga-Einsatz reichte es aber nicht.

„Es war dennoch eine schöne Zeit beim Club. Ich habe mich dort fußballerisch und menschlich weiterentwickelt und eine sehr gute Ausbildung genossen“, resümiert Knipfer seine Zeit beim FCN, wo er zuletzt aber „die sportliche Perspektive nicht so gegeben“ sah.

Wissenswertes über Andreas Knipfer und Bernd Rosinger im Info-Block:

Andreas Nigl über Knipfer und Rosinger

  • Coach:

    Der 34-jährige Andreas Nigl trainiert den Bezirksligisten BSC Woffenbach und kennt Andreas Knipfer sowie Bernd Rosinger seit Jahren.

  • Knipfer:

    Zu D-Jugendzeiten coachte Nigl für eine Saison den pubertierenden Andreas Knipfer. „Schon damals ist er mit seinem Talent herausgestochen. Er hatte einen sehr guten Schuss“, erinnert sich Nigl. Das fiel auch den Scouts des 1. FC Nürnberg auf, die den zwölfjährigen Andreas im Jahr 2009 zum Club lockten.

  • Rosinger:

    Mit Bernd Rosinger stand er in jenem Kreisligateam des BSC Woffenbach, das Meister wurde und 2009 den Aufstieg feierte.

Diese vermutet er nun in Homburg, wo er „möglichst viele Spiele absolvieren und zum Stammspieler werden“ will. Einen langfristigen Karriereplan im schnelllebigen Profifußball verfolge er indes nicht – aber: „In fünf Jahren möchte ich nicht noch Regionalliga, sondern höherklassiger spielen.“

Das deckt sich mit den sportlichen Ambitionen des FCH, der mittelfristig in die 3. Liga aufsteigen möchte. Auch ein entscheidender Grund, weshalb sich Bernd Rosinger den Homburgern angeschlossen hat. „Der Verein will Erfolg, so wie ich auch – für die Mannschaft und für mich persönlich“, erklärt der 28-jährige Angreifer.

So viel er und sein Woffenbacher Abwehrkollege Knipfer auch gemein haben, so unterschiedlich sind ihre Persönlichkeiten. Während der 20-Jährige in seiner Wesensart eher ruhig und zurückhaltend ist, zählt Rosinger zu jenen Menschen, die stets ein Lächeln und einen lockeren Spruch auf den Lippen haben. Trifft für Knipfer der Begriff „Musterprofi“ zu, steht Rosinger nicht im Verdacht ein fanatischer Konditions- und Kraftbolzer zu sein.

Impressionen von der Trainingsvorbereitung mit Andreas Knipfer in Homburg:

In den vergangenen Tagen war der Angreifer des Regionalligisten schwer damit beschäftigt, nach den intensiven Trainingseinheiten eine Wohnung vor Ort für sich zu finden – mit Erfolg.

Teamkollege Knipfer ist bereits vergangenen Monat in das eine halbe Autostunde von Homburg entfernte Schœneck in Frankreich gezogen. Dort wohnt er in seiner Zwei-Zimmer-Junggesellen-Wohnung auf 50 Quadratmetern. Für Knipfer, der bis zuletzt bei seinen Eltern lebte, eine neue Erfahrung. „In der ersten Woche war es ein komisches Gefühl“, gibt der Jungprofi unumwunden zu. Mittlerweile habe er sich aber an die neue Situation gewöhnt. Eines fehle ihm aber besonders: „Das gute Essen meiner Mutter.“

Damit ihr Bub im fernen Homburg weiter leckeres Essen auf den Teller bekommt, hat Mama Knipfer ihrem Sohn beim jüngsten Kurzbesuch einige eingefrorene Mahlzeiten mitgegeben.

Mit dem Proviant im Gepäck ging es dann für Andreas Knipfer und Bernd Rosinger zurück mit dem Auto in Richtung Saarland zu ihrem gemeinsamen Verein FC Homburg.

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