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Kampfsport

Premiere für das Sportzentrum

Sebastian Wales hatte zu einem Kampfkunst-Lehrgang nach Berg eingeladen. 60 Teilnehmer kamen und lernten Neues über Hebel.
von Hans Stepper

Die Teilnehmer aus ganz Deutschland lauschten den Ausführungen von Philipp Wolf über Hebeltechniken.  Foto: Hans Stepper
Die Teilnehmer aus ganz Deutschland lauschten den Ausführungen von Philipp Wolf über Hebeltechniken. Foto: Hans Stepper

Berg.Im ersten große Sport-Event im neu errichteten Sport- und Kulturzentrum Berg stand Kampfkunst im Fokus. Sebastian Wales, Leiter der Kampfkunst-Abteilung des FC Sindlbach und der Sportschule Wales, die in Sindlbach beheimatet ist, organisierte den Kampfkunst-Lehrgang „Hebeltechniken – beyond technique“.

Die 60 Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland angereist: Berlin, Dresden, Hamburg, Würzburg, Freiburg, Mainz, München, Ulm, Holzgerlingen und der ganzen Oberpfalz sowie Franken. Der jüngste Teilnehmer war elf, der älteste 65 Jahre alt und sie vertraten ganz unterschiedliche Stilrichtungen wie Modern Arnis, Karate, Brazilian Jiu-Jitsu, Judo, Ju-Jutsu und Kung Fu.

Als Referent kam Philipp Wolf aus Neustadt/Holstein an der Ostsee. Er ist Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Sportmedizin und Akupunktur sowie hochgraduierter Kampfsportler im Modern Arnis (fünfter Dan), Ju-Jutsu (fünfter Dan), Judo (dritter Dan), Gracie/Brazilian Jiu-Jitsu(Blackbelt). Regelmäßig hält er Trainerfortbildungen für verschiedene Verbände in ganz Deutschland und international.

Hebel haben verschiedene Ziele

Das Thema des Kampfkunstlehrgangs waren Hebeltechniken und daher fragte Philipp Wolf die Teilnehmer zunächst, was denn eigentlich ein Hebel sei. Und so wurden die verschiedenen Definitionen aus Physik, Medizin, Alltag und Kampfsport besprochen, bis eine einheitliche Definition feststand.

Modern Arnis

  • Herkunft:

    Modern Arnis ist eine philippinische Kampfkunst mit jahrhundertealter Tradition. Sie verbindet laut dem Deutschen Arnis Verband die Erfahrungen aus dem Dschungelkampf mit der Bewegungsharmonie einer Kampfkunst.

  • Technik:

    Modern Arnis wird mit und ohne Waffen trainiert. Ein wichtiges Prinzip dabei ist die Übertragbarkeit der Techniken, so dass eine Technik, die man z.B. mit dem Stock erlernt hat, auch mit einem Kugelschreiber einsetzbar ist.

Die nächste Frage zielte auf das Warum ab und die Anwendungen von Hebeltechniken sind sehr vielseitig. Bei Polizei und Sicherheitskräften geht es in der Regel um das verletzungsfreie Festlegen und Kontrollieren von aggressiven Personen. Im sportlichen Wettkampf wie im Judo oder Brazilian Jiu-Jitsu werden Hebeltechniken eingesetzt, um den Gegner zur Aufgabe zu zwingen. Auch hierbei soll der sportliche Gegner nicht verletzt werden. In Selbstverteidigungssituationen muss auf das verletzungsfreie Hebeln weniger Rücksicht genommen werden.

Danach wurde es richtig spannend. Jedes relevante Gelenk von den Fingerspitzen bis zum Fuß wurde detailliert besprochen. Spannend war auch der Vergleich der Beweglichkeit unterschiedlicher Teilnehmer. Während einige schon recht steif im Handgelenk waren, konnten insbesondere die Jüngeren ihre Finger im Handgelenk fast bis zum Unterarm überstrecken.

Sebastian Wales (r.) freute sich über das Kommen des Referenten Philipp Wolf. Foto: Hans Stepper
Sebastian Wales (r.) freute sich über das Kommen des Referenten Philipp Wolf. Foto: Hans Stepper

Nachdem der grundlegende Aufbau von Gelenken besprochen war, wurden Hebel neurologisch betrachtet und es ging um die Frage, warum ein Hebel eigentlich weh tut und was Schmerz eigentlich ist. In der medizinischen Betrachtung ging es nun um die möglichen Folgen von Hebeln im Training und in Selbstverteidigungssituationen. Welche Verletzungen können entstehen, wie können diese im Training verhindert werden und was sollte man tun, wenn doch etwas passiert. Im Praxisteil wurden alle besprochenen Hebel intensiv am Partner geübt.

Das sagen Teilnehmer

Sebastian Wales war mit dem Lehrgang sehr zufrieden. „Der Lehrgang kam bei allen Teilnehmern fantastisch an. Obwohl die meisten Teilnehmer erfahrene Kampfkünstler sind, konnte jeder etwas Neues mitnehmen.“

Für Tobias Teller aus Neumarkt war der Lehrgang „absolute Klasse“: „Philipp Wolf hat uns nicht nur gezeigt wie Hebel richtig anzusetzen und auszuführen sind, er hat auch auf allen erdenklichen Ebenen erklärt, warum sie funktionieren“.

Für Sophie Aldorf aus Freystadt war der Lehrgang sehr interessant und vielschichtig. „Es war toll, dass der Referent als Sportarzt nochmal ein anderes Verständnis von der Materie an sich hatte und uns so wirklich alles erklärt und erzählt hat. Als es dann in den Praxisteil überging, gab es natürlich, wie das eben bei Hebeln so ist, viele schmerzverzehrte Gesichter. Aber wir hatten trotzdem alle Spaß“, sagte Sophie Aldorf.

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