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Radsport

Radmarathon war ein geselliges Erlebnis

Der Jura Radmarathon findet nach wie vor große Resonanz. 335 Radler gehen auf der 206 Kilometer langen Strecke an den Start.
Von Günter Treiber

Punkt 6 Uhr schaltet die Startampel auf Grün, und mehr als 300 Radfahrer nehmen die Strecke in Angriff. FOTOS: GÜNTER TREIBER
Punkt 6 Uhr schaltet die Startampel auf Grün, und mehr als 300 Radfahrer nehmen die Strecke in Angriff. FOTOS: GÜNTER TREIBER

LUPBURG.Es ist zwar erst 5.30 Uhr, doch der Markt Lupburg hat schon längst ausgeschlafen, da nahezu aus jeder Familie jemand als Helfer unterwegs ist. Der Einsatz für die zweitgrößte Radveranstaltung Bayerns ist für die Lupburger nämlich Ehrensache.

Vor dem Startband sammeln sich bereits die Radsportler(innen), die sich auf die 206 oder 156 Kilometer lange Strecke begeben wollen. Auch die Motoren der Streckenkontrollen laufen gerade warm, und schon sind sie unterwegs. Punkt 6 Uhr schaltet Abteilungsleiter Toni Eichenseher die Startampel auf Grün – und damit ist der Start für den Jura Radmarathon freigegeben.

Knackige Steigungen

Auf den beiden Strecken, 206 und 156 Kilometer, steht den Teilnehmern einiges an Anstrengung bevor – vor allem denen, die aus dem Flachland Deutschlands kommen. Die Oberpfalz ist geradezu prädestiniert für ein stetes Auf und Ab mit steilen Anstiegen. Schon in St. Coloman geht es los. Hier müssen die Radler auf 570 Höhenmeter klettern und der eine oder andere geht schon in den Wiegetritt.

Auch die Mountainbike-Fahrer haben eine anstrengende Strecke zu absolvieren. FOTOS: GÜNTER TREIBER
Auch die Mountainbike-Fahrer haben eine anstrengende Strecke zu absolvieren. FOTOS: GÜNTER TREIBER

Vor Rechberg und kurz vor der Verpflegungsstelle ist dem ein oder anderen schon die Anstrengung im Gesicht abzulesen, denn der Anstieg ist sehr steil. Eine weitere Höhe kommt dann nach 170 Kilometern – die 80er-, 118er und 156er-Strecken sind längst abgezweigt. Es geht in Winnberg auf 580 Meter hinauf und noch einmal, wenige Meter vor dem Ziel, in Parsberg vom Labertal kommend erneut auf 580 Meter.

Da haben es die Mountainbiker aufgrund ihrer Übersetzung besser, denkt man. Es ist aber nicht so, denn sie müssen sich ebenso über Höhen und Tiefen quälen – allerdings in anderem Gelände und auf anderem Untergrund. Schon kurz nach dem Start, bei Kilometer 13, heißt es kräftig in die Pedale treten, denn 600 Höhenmeter sind kein Klacks. Und bis zum Ziel ist es dann noch ein weiter Weg.

Die Strecken des 22. Jura Radmarathon

  • RTF-Strecken:

  • Tour 1: Familienrunde, 30 km; Tour 2: 80 km, 500 hm; Tour 3: 118 km, 900 hm; Tour 4: 156 km, 1300 hm; Tour 5: Marathonstrecke, 206 km, 2000 hm

  • MTB-Strecken:

  • Tour 6: Einsteiger, 30 km; Tour 7: 45 km; Tour 8: 56 km; Tour 9: 75 km; Tour 10: MTB-Marathon, 94 km

  • Ausblick:

    Nach dem Radmarathon ist vor dem Radmarathon. Die Verantwortlichen um Abteilungsleiter Toni Eichenseher machen schon heute darauf aufmerksam, dass am 14. Juni 2020 der 23. Jura Radmarathon mit Marathon Supercup stattfindet. Die Online Anmeldungen sind ab März 2020 offen.

  • Anmeldung:

    Im Erinnerung an die Anmeldungen (1500 Starter) für 2019, der nach drei Tagen bereits ausgebucht war, sollte man sich den Termin dick im Kalender anstreichen.

Viele Radler kommen wieder

Wenn dann alle wieder in Lupburg angekommen sind, werden sie von Stefan und Andreas Schmid empfangen, und das große Fragen, ob es schön war, ob man nächstes Jahr wiederkommt und ob man noch fit ist, beginnt. Da hört man dann oft nur kurze Kommentare, wie „Super war‘s“, „bin schon zum zehnten Mal dabei“, „macht weiter so“ und Ähnliches. Da freuen sich dann die Organisatoren, die alles über Lautsprecher mithören.

Einen Teilnehmer hat sich das Neumarkter Tagblatt ausgesucht, weil er eine super Leistung vollbracht hat. Es ist der 14-jährige Gabriel Kuchinke aus Dresden. Beim Jura Radmarathon gibt es keine Zeitnahme, dennoch gehen viele mit sportlichem Ehrgeiz die Sache an und versuchen, so schnell wie möglich das Ziel zu erreichen.

Der 14-jährige Gabriel hat – mit einer Gruppe aus seiner Heimat fahrend – die 206 Kilometer in Angriff genommen. Und von Stefan Schmid wurde er nach 5:50 Stunden als Erster auf dem Podest willkommen geheißen. „Eine so schöne Strecke und schöne Landschaft habe ich noch bei keinem Marathon Cup gesehen“, war sein lobender Kommentar. Zu verbessern gebe es an der Veranstaltung nichts, meinte er, und er werde versuchen, das nächste Jahr wieder zu kommen.

Ein geselliges Ereignis

Der Jura Radmarathon, den die Radsportabteilung des SV Lupburg nun schon zum 22. Mal veranstaltet hat, war alle die Jahre auch ein gesellschaftlich-geselliges Ereignis, bei dem sich Promis nicht scheuten, mitzuhelfen. Das Gesellige begann schon immer vor den Fahrten, als man mit anderen Fahrern fachsimpeln konnte, und ging weiter, als sich alle im Biergarten oder Festzelt einfanden, um sich auszutauschen und die sportlichen Erfahrungen weiter zu geben.

Bürgermeister Manfred Hauser ehrt dann zum Abschluss der Fahrt auch noch die Vereine, die mit den meisten Radlern anwesend sind. Eine Bank auf Rang eins hat das Biketeam Burgweinting mit 67 Teilnehmern. Auf Platz zwei folgt der TSV Langquaid (33 Teilnehmer), Platz drei nimmt der TSV Nittenau 1904 (30) ein, und Rang vier sichert sich der Ortsverein Wanderverein See mit 27 Teilnehmern.

„Als Bürgermeister bin ich sehr stolz“, so Hauser, „dass unsere kleine Gemeinde nicht nur in der Radlerszene einen guten Klang hat, sondern in ganz Deutschland zum erlesenen Kreis als Ausrichter gehört.“

Stolz zeigt sich auch der neue Vorsitzende des SV Lupburg, Jürgen Gabler, dass er bei der Radsportabteilung so eine tolle Mannschaft hat. „Natürlich helfe ich da gerne mit“, betont er, und bedankt sich bei allen, die dabei waren.

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