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Relegation

Spiel des Jahres steigt in Beilngries

Für das Derby TSV Dietfurt gegen SV Breitenbrunn wird eine Traumkulisse erwartet. Die MZ hörte sich vorab bei den Teams um.
Von Thorsten Drenkard

Im Testspiel vor der Saison setzte sich Breitenbrunn mit 3:0 gegen Dietfurt durch. Archivfoto: Gleisenberg
Im Testspiel vor der Saison setzte sich Breitenbrunn mit 3:0 gegen Dietfurt durch. Archivfoto: Gleisenberg

TSV Dietfurt: Alles Kopfsache für den Favoriten

Es kribbelt schon seit Tagen – bei den Spielern des TSV Dietfurt ebenso wie bei ihrem Coach Christian Scheuerer. Es ist diese besondere Gemengelage aus Vorfreude und Anspannung, welche die Gefühlswelt der Bezirksliga-Fußballer des TSV derzeit bestimmt. Daraus will der spielende Übungsleiter der 7-Täler-Kicker gar keinen Hehl machen.

Schließlich ist ein Relegationsspiel gegen den nur acht Kilometer entfernten Nachbarn des SV Breitenbrunn nicht alltäglich (Samstag, 16 Uhr). Und dann auch noch beim FC Beilngries vor „einer wohl vierstelligen Zuschauerkulisse“, wie Scheuerer vermutet.

Dietfurts Spielertrainer Christian Scheuerer Archivfoto:Gleisenberg
Dietfurts Spielertrainer Christian Scheuerer Archivfoto:Gleisenberg

Für ihn und seine Mannen ist es nichts weniger als das Spiel des Jahres. Eines, das die in dieser Saison arg gebeutelten Dietfurter unbedingt gewinnen müssen, soll der drohende Abstieg in die Kreisliga vermieden werden.

„In diesem Derby, vor dieser Zuschauerkulisse, wird es vor allem Kopfsache sein, wer sich am Ende durchsetzt“, ist Scheuerer überzeugt. Mit heißem Herzen und kühlem Kopf wollen die Dietfurter bei voraussichtlich schweißtreibenden 27 Grad die aufmüpfigen Breitenbrunner in erwartet hitziger Atmosphäre eiskalt abservieren.

„In diesem Derby, vor dieser Zuschauerkulisse, wird es vor allem Kopfsache sein.“

TSV-Coach Christian Scheuerer

Beim 1. FC Beilngries sind sie jedenfalls gewappnet, beiden Mannschaften sowie den Zuschauern eine stimmungsvolle Bühne zu bieten. Richard Zrenner, der die Fußballabteilung des gastgebenden 1. FC Beilngries leitet, sagt: „Wir haben bei uns Platz für 2000 Zuschauer. Je mehr Menschen kommen, desto besser – wir sind auf jeden Fall vorbereitet.“

Rund 20 ehrenamtliche Helfer des Vereins werden als Ordner eingesetzt. Zudem werde die Polizei das Geschehen aus der Distanz beobachten, so Zrenner.

Herz in die Hand nehmen

Wenn es nach Dietfurts Trainer Scheuerer geht, sollen seine Spieler in diesem brisanten Nachbarschafts-Derby nicht nur ihr Herz, sondern auch das Heft des Handelns in die Hand nehmen. „Wir sind der Favorit und wollen den Zuschauern auch zeigen, dass wir der Bezirksligist sind“. Soll heißen: Dietfurt will die spielerische Gestaltung der Partie nach Möglichkeit an sich reißen und den Takt vorgeben.

Das alles aus einer stabilen Defensive heraus, so der Wunsch des Trainers, denn: „Niemand will in Rückstand geraten.“ Vor allem nicht bei sommerlichen Temperaturen, schließlich sei dann ein Anrennen umso kraftraubender, schätzt Scheuerer. Dass sein Team überhaupt in die Verlegenheit kommt, an diesem Samstag gegen Breitenbrunn um den Verbleib in der Bezirksliga Oberpfalz Süd spielen zu müssen, entschied sich erst am letzten Spieltag.

„Wir sind der Favorit und wollen den Zuschauern auch zeigen, dass wir der Bezirksligist sind.“ Christian Scheuerer

Durch die 0:3-Niederlage bei der SpVgg Lam purzelte der TSV doch noch auf den ersten Relegationsplatz, weil Konkurrent Ränkam in Miltach 3:1 gewann.

Auch wenn der tabellarische Absturz im finalen Spiel der Hauptrunde ein massiver Tiefschlag war. „Die Mannschaft hat in dieser Saison immer wieder bewiesen, dass sie nach Rückschlägen zurückkommen kann“, kennt Scheurer den unbeugsamen Charakter seiner Spieler.

Wissenswertes über beide Teams im Info-Block:

Die beiden Vereine

  • Der TSV Dietfurt

    belegte mit 34 Zählern den ersten Relegationsplatz 13.

  • Einzig Abwehrspieler

    Sebastian Fritz stand in jedem der 30 Ligaspiele für seinen TSV auf dem Fußballplatz.

  • Seine Einsatzzeit

    betrug 2572 Spielminuten für die 7-Täler-Kicker.

  • In der Kreisliga 2 Regensburg

    belegte der SV Breitenbrunn mit 48 Punkten den zweiten Tabellenplatz.

  • Die meisten Einsatzminuten

    für Breitenbrunn in der abgeschlossenen Hauptrunde hatte Abwehrmann Stefan Schmid, der alle 26 Ligaspiele absolvierte (2243 Minuten).

Diese sahen sich im Saisonverlauf häufig mit massiven Problemen konfrontiert – das größte davon: die Verletzungs- und Personalmisere. „In zwei Drittel der Spiele ging es eigentlich nur darum, ob wir genügend Mann aufbieten können“, sagt der 35-jährige Scheurer, der selbst in 16 Partien das Trikot überstreifte. Nicht selten musste der Coach auf acht, neun Spieler verzichten.

Vor dem Duell mit dem SV Breitenbrunn habe sich die personelle Lage im Kader aber entspannt, so Scheuerer. Auch wenn längst nicht alle Spieler topfit seien, schränkt der Trainer ein.

Und dennoch: Seine Stehauf-Männchen werden gegen Breitenbrunn erneut ihre Steherqualitäten beweisen müssen, wollen sie die erste Relegations-Hürde auf dem Weg zum Klassenerhalt nehmen.

SV Breitenbrunn: Der Außenseiter will genießen

Der SV Breitenbrunn weiß, wie Relegation geht. Morgen vor einem Jahr war es, da spielte der Kreisligist gegen den ESV 1927 Regensburg ein entscheidendes Spiel, das er souverän mit 4:1 gewann.

Allerdings stand in jener wichtigen Partie der Verbleib in der Kreisliga 2 Regensburg auf dem Spiel. Breitenbrunn entging durch den Erfolg vor einem Jahr nur knapp dem Abstieg in die Kreisklasse.

Heute, fast genau 365 Tage später, klopfen die Spieler um Kapitän Matthias Schätzl plötzlich ans Tor zur Bezirksliga Oberpfalz Süd. Als Tabellenzweiter der Kreisliga-Hauptrunde hat sich Breitenbrunn für die Aufstiegs-Relegation qualifiziert.

Dort kommt es ausgerechnet zum prestigeträchtigen Derby gegen den Rivalen TSV Dietfurt. So schnell kann es im Fußball gehen.

„Wir haben jedenfalls nichts zu verlieren.“

Breitenbrunns Interims-Coach Sebastian Wittmann

Der sportliche Wandel bei den Breitenbrunner Fußballern innerhalb eines Kalenderjahres hat seine Gründe. Ein ganz entscheidender war, dass die Spieler von langwierigen Verletzungen verschont blieben. Der Stamm der Mannschaft stand meist geschlossen zusammen auf dem Rasenviereck.

Zudem etablierte sich mit dem 20-jährigen Joshua Mohr ein Abwehrspieler aus der eigenen Jugend als verlässliche Stütze im Defensivverbund des Kreisligisten. Weiterhin kamen junge Spieler wie Jakob (19) und Jonas „Kirsche“ Brüderlein (20) sowie Lukas Söllner (20) zu einigen Einsätzen in der ersten Mannschaft.

Offensive ist das Prunkstück

Und schließlich wäre da noch die Offensive des SVB, das funkelnde Prunkstück des Kreisliga-Zweiten. Beachtliche 56 Treffer durfte die Mannschaft in der Saison 2017/18 bejubeln. Vor allem ein Duo sticht heraus, wenn es um das verlässliche Einnetzen des Spielgerätes geht.

Der stürmende Kapitän Schätzl (15 Tore) und der offensive Mittelfeldmann Quirin Meier (21 Tore) haben auf ihren Visitenkarten jeweils das Wort „Torjäger“ dick unterstrichen. Mit ihren 36 Einschüssen zeichnen sie für deutlich mehr als die Hälfte der Breitenbrunner Treffer verantwortlich.

Breitenbrunns Torjäger Quirin Meier (l.) und Coach Uwe Amstein, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Seitenlinie wird stehen können. Archivfoto: Treiber
Breitenbrunns Torjäger Quirin Meier (l.) und Coach Uwe Amstein, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Seitenlinie wird stehen können. Archivfoto: Treiber

Vor allem der 24-jährige Meier besticht regelmäßig mit seinen feinen technischen Fertigkeiten im Umgang mit dem Ball sowie seinem ausgeprägten Sinn für das Toreschießen. Mit 21 Buden stand er am Ende der Kreisligasaison mit dem Riedenburger Alexander Maier ganz oben in der Torjägerliste.

Es sind Spieler wie er, von dem das Derby zwischen Breitenbrunn und Dietfurt an diesem Samstag auch seine Brisanz zieht – schließlich schnürte Meier in der Jugend für den TSV die Fußballschuhe, bevor er sich Breitenbrunn anschloss.

Im Relegations-Duell mit den Bezirksliga-Kickern aus Dietfurt wird es auch auf Quirin Meier ankommen, seine Breitenbrunner zum heiß ersehnten Erfolg zu führen.

„Die Spieler sollen die Partie genießen, mutig spielen und ihr Bestes geben.“

Sebastian Wittmann vom SVB

Übungsleiter Uwe Amstein wird dann erneut aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Seitenlinie stehen. Ihn vertritt abermals Sebastian Wittmann, der für gewöhnlich die zweite Breitenbrunner Mannschaft coacht – die ihrerseits am Sonntag (17 Uhr) in der Aufstiegs-Relegation zur Kreisklasse gegen Wolfsegg kicken wird.

Wittmann rechnet mit einer stolzen Kulisse von rund 1000 Zuschauern in Beilngries. Angesichts dessen sieht er sich und seine Spieler privilegiert, denn: „Wann und wie oft bekommt man als Fußballer im Amateurbereich schon einmal die Gelegenheit, in einem Entscheidungsspiel, noch dazu einem Derby, vor einer derartige Kulisse zu spielen“, fragt Wittmann rhetorisch.

Sein Ratschlag an die Spieler: „Sie sollen die Partie genießen, mutig spielen und ihr Bestes geben, dann werden wir sehen, was dabei herauskommt. Wir haben jedenfalls nichts zu verlieren. Dietfurt ist als Bezirksligist der Favorit.“ Und diesen würde der SV Breitenbrunn nur zu gerne in die Kreisliga schießen.

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