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Bayernliga

SVS feiert Meisterschaft und Aufstieg

Die Meisterschale, die Seligenporten nach dem 3:2 gegen Erlenbach hochreckte, war unecht – der Aufstieg aber ist Realität.
von Udo Weller

  • Mit Meisterschale (die in Wirklichkeit ein spontan organisierter Topfdeckel war) ging nach dem Sieg die Post ab im SVS-Sportheim. Fotos: Weller
  • Meisterschuss: Stanislaus Herzel (ganz unten) wird nach seinem Treffer zum 2:1 von seinen Kameraden schier erdrückt.

Seligenporten.Mit einem 3:2 (0:1)-Sieg gegen den SV Erlenbach und hat sich der SV Seligenporten (Am Sportpark) zum Bayernligameister gekrönt und den Aufstieg in die Regionalliga geschafft. Begünstigt wurde dieser Triumph dadurch, dass sich die SpVgg Bayern Hof und der TSV Großbardorf unentschieden trennten.

Bis die Klosterer jubeln durften, lieferten sie ihren 450 Zuschauern ein Match, das die Höhen und Tiefen der gesamten Saison nochmal in komprimierter Weise widerspiegelte. Der SVS startete zunächst sehr gut in die Partie. So verpasste Florian Bauer eine Hereingabe von Kevin Woleman nur knapp (4.), wie auch der Erlenbacher André Franz den am Elfmeterpunkt einschussbereiten Stanislaus Herzel die Kugel noch so eben vom Fuß stibitzte (6.).

Nach einem Drehschuss von Bastian Herzner, der am Gehäuse vorbeizischte (10.), brach sich die „dunkle Seite“ der Klosterer allmählich Bahn. Statt das bis dahin gepflegte Spiel über die Flügel weiter zu verfolgen, wurde nun fast ausschließlich der Weg durchs ohnehin schon sehr dichte Zentrum gewählt. Diese Strategie produzierte dann auch sehr viele Ballverluste, welche die bis dorthin harmlosen Gäste in gefährliche Konter ummünzten.

Zwischenzeitlich auf Platz fünf zurückgefallen

Einen diesen von Selim Erdem inszenierten Angriffe nutzte dann Philipp Traut, der die gesamte SVS-Abwehr düpierte und frei von Torhüter Christopher Pfeiffer das Leder rechts unten zum 1:0 (30.) einschob. Dieses Ereignis hinterließ bei den Hausherren deutliche Spuren, die nun jeglichen Zugriff auf das Spiel vermissen ließen und richtig Glück hatten, dass Traut vier Minuten später ihnen den Gefallen tat und die mögliche Vorentscheidung vergab, als er aus allerbester Position daneben zielte.

Stimmen zum Spiel fasst das Infostück zusammen.

Stimmen zum Spiel

  • Florian Schlicker, Trainer SV Seligenporten:

    „Ich bin überglücklich, dass wir solch ein schwere Saison zu so einem Ende gebracht haben. Wir waren heute zur Halbzeit schon tot. Mir fehlen einfach die Worte.“

  • Dominik Räder, Kapitän SV Seligenporten:

    „Wir waren zur Winterpause schon fast abgeschlagen und haben uns dann wieder herangekämpft. In den letzten Spielen haben wir richtig guten Fußball gezeigt, da müssen wir weitermachen.“

  • Walter Eisl, erster Vorsitzender des SV Seligenporten:

    „Jeder hat mich ausgelacht, als ich nach dem Abstieg im letzten Jahr den sofortigen Wiederaufstieg prophezeit habe. Jetzt feiern wir und dann geht die Arbeit erst richtig los.“

Ein 0:1-Rückstand, dabei nur eine knappe Viertelstunde guten Fußball gezeigt und in der Halbzeittabelle nur mehr auf Platz fünf zurückgefallen – es waren wohl nicht wenige, die auf den SVS keinen Pfifferling mehr setzten.

Standard hilft dem SVS

Wie so oft in letzter Zeit, war es ein Standard, der die Skeptiker nur vier Minuten nach Wiederbeginn eines Besseren belehren sollte. Eine flach hereingegebene Ecke von Fabian Klose ließ Herzel clever unter der Sohle durchrutschen, so dass Marco Christ aus etwa 18 Metern eiskalt zum 1:1 vollstrecken konnte. Dieser Treffer verwandelte die so lange Zeit zögerlichen und verkrampften Klosterer nun wieder in von glühender Leidenschaft und unbändigem Willen beseelte, spielstarke „Angriffsmonster“.

Nach einem von der Gästeabwehr unzureichend geklärten Freistoß, war es Herzel, der mit aller ihm zur Verfügung stehenden Wucht, die Kugel zum 2:1 (59.) in den linken Winkel hämmerte. „Ich habe in diesen Schuss meinen ganzen Frust über die erste Halbzeit gelegt“, meinte der ein immenses Laufpensum abspulende Herzel über den vielleicht wichtigsten SVS-Treffer der gesamten Spielzeit.

Weil auch die von der Abstiegsrelegation bedrohten Gäste dringend einen Sieg benötigten, entwickelte sich nun eine offene Partie. Der kurz vorher eingewechselte Patrick Hobsch war es dann, der seinen ersten Ballkontakt mit einem Direktschuss im Strafraum zum 3:1 (75.) veredelte. Als Herzel das 4:1 liegenließ, brachte Giulio Fiordellisi mit dem 3:2 (78.) Erlenbach nochmal heran. Doch spätestens nach der Roten Karte von Selim (90.+2) war klar, dass der SVS hier als Sieger vom Platz gehen würde. Und nachdem auch das torlose Unentschieden in Hof feststand, gab es kein Halten mehr und die Aufstiegsmeistersause nahm ihren rauschenden Verlauf.

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