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Eishockey

Tiger gönnen sich eine Schwächephase

Nürnberg hat nun sechs Auswärtsspiele in Serie verloren. Während Keeper Reimer zuletzt kaum glänzte, fremdelt ein Neuzugang.
Von Thorsten Drenkard und Daniel Frasch

Jochen Reimer schwächelte zuletzt im Nürnberger Tor. Bei der 4:5-Niederlage in Ingolstadt fehlte dem Keeper die Souveränität.
Jochen Reimer schwächelte zuletzt im Nürnberger Tor. Bei der 4:5-Niederlage in Ingolstadt fehlte dem Keeper die Souveränität. Archivfoto: Eibner

Nürnberg.Sechs Auswärtsspiele, sechs Niederlagen: Die Bilanz der Thomas Sabo Ice Tigers der vergangenen DEL-Partien fällt äußerst ernüchternd aus. Der Motor der Ice Tigers stockt gehörig, zumindest in der Fremde.

Die jüngste Negativserie stellt ein Novum für Nürnberg dar, denn noch nie mussten die Franken in der laufenden Saison drei Niederlagen in Folge hinnehmen. Doch damit nicht genug: Die Mannschaft von Trainer Rob Wilson hat die letzten sechs Auswärtsspiele in Folge verloren.

Der letzte Sieg auf fremdem Eis (in München) datiert vom 15. Januar. Ein alarmierender Trend, den es schnellstmöglich zu stoppen gilt – schließlich beginnt bald die entscheidende Playoff-Phase der Saison, in der eine Schwächeperiode ganz schnell zum vorzeitigen Golfurlaub führen kann.

Mit dem aktuellen vierten Tabellenplatz hätten die Ice Tigers wohl nur im Viertelfinale Heimrecht. Beim ordentlichen Auftritt am Freitagabend in Düsseldorf (2:3 nach Penaltyschießen) war es einzig die mangelnde Chancenverwertung, die den Nürnbergern letztlich den Sieg kostete.

Am Sonntag gegen Ingolstadt (4:5-Niederlage) war einmal mehr die Defensive die Nürnberger Achillesferse. Fünfmal musste Ice Tigers-Torwart Jochen Reimer hinter sich greifen. Eine direkte Schuld an den Gegentreffern hatte er nicht, doch die Souveränität, die Reimer noch vor einigen Wochen ausstrahlte, lässt er derzeit vermissen.

Zu viele Fehler in der Defensive

Dazu unterlaufen seinen Vorderleuten zu viele Fehler, Nürnberg macht es dem Gegner schlichtweg zu einfach, Tore zu erzielen. Exemplarisch hierfür steht das entscheidende 5:4 durch den Ex-Nürnberger David Elsner. Gleich vier Nürnberger Spieler schafften es nicht, Panther-Angreifer Petr Taticek von der Scheibe zu trennen. Seinen Pass vor das Tor drückte Elsner, sträflich alleine gelassen, schließlich über die Linie.

Nürnbergs Trainer Rob Wilson suchte nach der Partie die Ursache für die Pleite aber in der Offensive seiner Mannschaft: „Ich bin enttäuscht, dass unsere 42 Torschüsse nicht ausreichten, das Spiel zu gewinnen. Trotzdem müssen wir nach vorne schauen, denn bereits am Dienstag geht es weiter“, so Wilson.

Nur gut, dass das nächste Spiel wieder zu Hause steigt. Denn in der eigenen Arena sind die Ice Tigers eine Macht: 53 Punkte holte Nürnberg im eigenen Tiger-Käfig, 16 Siegen stehen nur fünf Niederlagen gegenüber.

Zu Gast im vorletzten Heimspiel der Hauptrunde sind die Iserlohn Roosters. Die Mannschaft von Ex-Ice Tiger Jason Jaspers belegt aktuell Platz zwölf und hat sechs Punkte Rückstand auf Platz zehn. Die Roosters müssen die verbleibenden drei Spiele also erfolgreich gestalten, wenn sie nicht bereits am kommenden Wochenende den Sommerurlaub buchen wollen.

Fehlen wird den Franken im Heimspiel gegen die Sauerländer Angreifer Brandon Prust. Der Kanadier handelte sich in Ingolstadt seine dritte große Strafe ein, nachdem er Panther-Kapitän Patrick Köppchen von hinten in die Bande schubste.

Für Prust wird höchstwahrscheinlich Rob Schremp in die Mannschaft zurückkehren. Der US-Amerikaner, der erst vor drei Wochen nach Nürnberg wechselte, musste in den vergangenen beiden Spielen als überzähliger Import-Spieler aussetzen.

Rob Schremp wartet noch auf sein erstes Tor für Nürnberg.
Rob Schremp wartet noch auf sein erstes Tor für Nürnberg. Foto: Eibner

Womöglich, um eine bessere Idee davon zu gewinnen, wie das Spiel der Ice Tigers taktisch ausgerichtet ist. Denn in seinen ersten vier Einsätzen für die Franken fremdelte der technisch beschlagende Nordamerikaner noch sichtbar auf dem Eis mit seinen Kollegen.

Häufig stimmten die Pass- und Laufwege mit seinen Mitspielern nicht überein, weshalb Schremp bislang kaum positiv in Erscheinung trat.

Diese Eindrücke werden von der überschaubaren Statistik bestätigt: Lediglich eine Vorlage schlägt bisher für Schremp zu Buche, der weiterhin auf seine Torpremiere im Tiger-Trikot wartet.

Eine gute Gelegenheit böte das Iserlohn-Spiel vor heimischem Publikum. Schremp könnte gegen die Roosters mit Patrick Buzas und Marco Pfleger eine Sturmreihe bilden und in Überzahl zum Einsatz kommen – und im Idealfall treffen.

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