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Ausdauersport

Triathleten schwärmen vom Flair

Der 2. Bühler Beilngries Triathlon geriet zum sportlichen Fest – es fällt sogar der Vergleich mit dem Roth Challenge.
Von Thorsten Drenkard

Im Kanal ging es für die Starter los.
Im Kanal ging es für die Starter los.

Beilngries.Astrid Zunner hat in ihrem Sportlerleben schon viele Triathlons bestritten, darunter unter anderem drei Starts beim weltgrößten Langdistanz-Spektakel in Roth.

Wenn die 43-jährige Velburgerin nach ihrem Premierenstart beim 2. Bühler Beilngries Triathlon am Samstag aus dem Schwärmen nicht mehr herauskommt und gar einen Vergleich mit dem viel gepriesenen Challenge in Mittelfranken zieht, will das etwas bedeuten.

„Der Triathlon in Beilngries ist echt etwas Besonderes, mit solch einer Begeisterung der Zuschauer an der Strecke hätte ich gar nicht gerechnet. Man merkt, dass die Menschen hier hinter der Veranstaltung stehen. Es kam schon ein Feeling wie in Roth auf“, sadelte Zunner die noch junge Triathlon-Veranstaltung in Beilngries, bei der sie sich auf der Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 24 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen) der Konkurrenz (84 Starterinnen) stellte – und bei den Frauen prompt alle Starterinnen hinter sich ließ.

In einer starken Zeit von 1:11,31 Stunden enteilte die für Tristar Regensburg angetretene Zunner dem kompletten weiblichen Feld und holte sich bei ihrer Premiere in Beilngries gleich den ersten Platz in der Sprintkonkurrenz.

Astrid Zunner freut sich über ihren Erfolg. Fotos: Christoph Raithel
Astrid Zunner freut sich über ihren Erfolg. Fotos: Christoph Raithel

„Es lief einfach super. Es war eine g’mahte Wiesn für mich“, resümierte Zunner hinterher rundum zufrieden. Noch vor dem Wettkampf hatte sich die Top-Triathlet mit ihren Erwartungen etwas zurückgehalten und einen Podestplatz als Ziel ausgegeben – dass es letztlich der oberste Podiumsrang wurde, freute sie natürlich besonders.

Besonders, das sei auch die Atmosphäre beim Bühler Beilngries Triathlon, die vom familiären Flair und der Begeisterung der vielen Zuschauer an den Strecken lebe.

„Das ist eine sehr gut organisierte, richtig tolle Familienveranstaltung“, lobte Zunner, der vor allem ihr Lauf durch die Gartenstraße in bester Erinnerung geblieben ist.

Anwohner und Zuschauer sorgten hier für ein leidenschaftliches Stimmungsnest. Mit einem Plakat wurden die Triathleten gegrüßt, mit Rasseln lautstark angepeitscht und aus Gartenschläuchen bei Temperaturen um die 30 Grad mit erfrischendem Wasser abgekühlt.

Die Stimmung in der Gartenstraße im Video:

„So etwas hatte ich überhaupt nicht erwartet – das war einfach toll“, so Zunner, die nach dem Wettkampf noch bei der Feier im Stadtzentrum mit vielen ihrer sportlichen Kollegen den Tag ausklingen ließ. Ihr Fazit: „Der Triathlon in Beilngries ist ab sofort ein fester Termin in meinem Wettkampfkalender.“

Schwimmen war das Handicap

Ob Astrid Krüger im nächsten Jahr noch einmal dabei sein wird, hängt vor allem von einem ab – ob sie bis dahin das Kraulschwimmen erlernt hat. Denn die Triathletin von TWin Neumarkt schwamm bei ihrem allerersten Triathlon überhaupt (Sprintdistanz) die 750 Meter im Kanal per Brusttechnik.Ein Handicap, das im Vorjahr bereits Bürgermeister Alexander Anetsberger schwer zu schaffen gemacht und an den Rand der Aufgabe gebracht hatte.. Heuer trat das Stadtoberhaupt von Beilngries abermals an – diesmal mit Kraultechnik, was auf der Sprintdistanz letztlich Platz 131 bedeutete.

Krüger erging es indes am Samstag bei ihrem Schwimmwettkampf fast so wie im Vorjahr Anetsberger. „Nach 50 Metern hatte ich schon überlegt, ob ich aufhöre. Aber das geht ja nicht.“ Also kämpfte sie sich durch das Getümmel im Kanal, schwamm Schlag für Schlag durch das aufgewühlte Wasser. „Ich bin überhaupt nicht in den Rhythmus gekommen, hatte Luftprobleme und war furchtbar langsam – es war eine Katastrophe“, erinnert sich Krüger, die laut Ergebnisliste tatsächlich als letzte Starterin das Wasser verließ.

Stimmungsvolle Bilder von den Strecken des Beilngrieser Triathlons sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Der 2. Bühler Beilngries Triathlon

Danach wurde es für die tapfere Premieren-Triathletin, die eigentlich vom Laufen kommt, besser, viel besser. „Die Radfahrstrecke war sehr schön und hat mir viel Spaß gemacht“, und auch beim Laufen, das sie als Zehntschnellste absolvierte (25:35 Minuten), hätten die vielen Zuschauer durch ihre „tolle Unterstützung“ für das Schwimm-Desaster bestens entschädigt.

„Ich habe meinen Start nicht bereut, für mich war es insgesamt ein schönes Erlebnis“ – trotz des Schwimmens.

Rasant fuhren die Athleten in den Kreisel.
Rasant fuhren die Athleten in den Kreisel.

Auch für Veranstalter Gerhard Budy haben sich all die Mühen und der Aufwand gelohnt. Abgekämpft, aber zufrieden zieht er am Tag nach dem Triathlon ein positives Fazit des 900 Starter umfassenden Wettbewerbs: Kein Athlet habe sich schwer verletzt, lediglich ein paar leichtere Stürze vom Rad habe es im Kreisel gegeben. Ansonsten hätten die Stadt, der Sponsor, die Helfer und nicht zuletzt die Bürger hätten für das Gelingen des Wettbewerbs gesorgt.

Dass im Zusammenhang mit dem Triathlon Beilngries aus dem Teilnehmerfeld der Vergleich mit dem Challenge Roth gefallen ist, „macht einen natürlich schon stolz und ist eine Bestätigung unseres Konzepts. Unser Triathlon soll aber keine Konkurrenz zu Roth sein. Es ist eine Breitensportveranstaltung auch gerade für Triathlon-Einsteiger“.

Die Ergebnisse der Triathlons im Block:

Die Ergebnisse

  • Sprintdistanz (Frauen):

    1. Astrid Zunner 1:11:31 (Tristar Regensburg), 2. Stephanie Süss (München) 1:15:38, 3. Jana Lehnert (TV 06 Thalmässing) 1:16:33

  • Sprintdistanz (Männer):

    1. Alexander Klimek 1:07:21 (TG Viktoria Augsburg), 2. Peter Luff 1:07:49 (TSG 08 Roth), 3. Kilian Deichsel 1:09:28 (GSV Bayreuth)

  • Sprintdistanz (Staffel):

    1. Das Team „2 im Weg‘da“ 1:07:52, 2. „Team Dietfurt“ 1:10:02, 3. Die Staffel „Three4Tri“ 1:13:09

  • Olympische Distanz (Frauen):

    1. Elena Illeditsch 2:06:34 (Sport&More Neumarkt), 2. Nicole Bretting 2:08:44 (MTV Pfaffenhofen), 3. Kristina Sendel 2:10:35 (NKD SV Bayreuth)

  • Olympische Distanz (Männer):

    1. Florian Wildgruber 1:57:31 (TSV Jahn Freising Triathlon), 2. Jakob Heindl 1:58:42 (SC Prinz Eugen München), 3. Tom Weikert 2:01:24 (VfL Kaufering Triathlon)

  • Olympische Distanz (Staffel):

    1. „Rad statt Rollstuhl/Besi&Friends“ 1:48:08, 2. „Schützenverein Kevenhüll“ 2:01:41, 3. „FC Beilngries Triathlon 1“ 2:02:25

Eine, die auch bei Top-Triathleten wie Astrid Zunner und der Siegerin über die Olympische Distanz, Elena Illeditsch, die bereits im Vorjahr triumphierte, bestens ankommt. Von der Organisation über die Hilfsbereitschaft der vielen Ehrenamtlichen bis hin zur Unterstützung durch die Zuschauer – der Tenor lautete: nächstes Jahr gerne wieder.

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