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Schiesssport

Tschechen dominierten beim Bogenturnier

Das 40. Hallenturnier der Neumarkter Bogenschützen lockte hochklassige Sportler an. Ein Grund: die perfekte Organisation.
von Andreas friedl

Aufgereiht wie die Perlen an einer Kette schossen die Bogenschützen in der Turnhalle des Willibald-Gluck-Gymnasiums.
Aufgereiht wie die Perlen an einer Kette schossen die Bogenschützen in der Turnhalle des Willibald-Gluck-Gymnasiums. Fotos: Friedl

Neumarkt.Neumarkt war am Sonntag wieder einmal das Mekka der Bogenschützen. Etwa 30 Bogenschützen-Vereine aus ganz Bayern und Tschechien nahmen an einem hochklassig besetzten „Offenen Wettkampfturnier“ in der Sporthalle des Willibald-Gluck-Gymnasiums (WGG) (Woffenbacher Straße) teil. Der gute Ruf der Veranstaltung, die zum 40. Mal stattfand, hat sich inzwischen weit über die Grenzen Bayerns herumgesprochen, so dass 40 bis 50 Vereinen aus Kapazitätsgründen abgesagt werden musste.

Jeweils 100 Bogenschützen, aufgeteilt in neun verschiedene Altersklassen, traten am Sonntagvormittag ab 9 Uhr und am Nachmittag ab 13 Uhr mit ihren Teams gegeneinander an. Der älteste Teilnehmer, der 88-jährige Fritz Dimke aus Schnaittenbach, war zum bereits 23. Mal dabei. „Seit Februar 1986 schieße ich mit Pfeil und Bogen – und mir machte es bis heute einen riesen Spaß.“

Sehne mit 38 Pfund bespannt

Einer, der vom Alter her sein Urenkel sein könnte, ist der 15-jährige Erik Kohler aus Deining, der für die Neumarkter Bogenschützen startete und am Sonntagnachmittag erstmals mit der zehnköpfigen Mannschaft des Bezirks Mittelfranken in seiner Altersklasse einen Wettkampf gegen den Bezirk Oberbayern teilnahm.

„Das Turnier ist für mich eine gute Generalprobe für die Bayerischen Meisterschaften, an denen ich teilnehmen möchte“, sagte Erik Kohler aus Deining. Foto: Friedl
„Das Turnier ist für mich eine gute Generalprobe für die Bayerischen Meisterschaften, an denen ich teilnehmen möchte“, sagte Erik Kohler aus Deining. Foto: Friedl

Dabei zog der Schüler am WGG die Sehne an seinem Bogen, die bei ihm ein Zuggewicht von 38 Pfund habe, wie Kohler erklärte. Mit welcher Zugkraft die Sehne gespannt ist, hänge von der Physis des Schützen ab. Zwei bis drei Mal die Woche trainiert der 15-Jährige, um für die Wettkämpfe fit zu sein. „Das Turnier ist für mich eine gute Generalprobe für die Bayerischen Meisterschaften, an denen ich teilnehmen möchte.“

„Ich habe von diesem hochklassigen Turniers im Internet gelesen, mich beworben und bin zum zweiten Mal mit meinem Team dabei“, sagte Alan Vejrazka aus Tschechien. Foto: Friedl
„Ich habe von diesem hochklassigen Turniers im Internet gelesen, mich beworben und bin zum zweiten Mal mit meinem Team dabei“, sagte Alan Vejrazka aus Tschechien. Foto: Friedl

Einen weiteren Weg als der Deininger Kohler hatte Alan Vejrazka aus Cheb in Tschechien. Er war aber nicht allein nach Neumarkt gekommen, sondern gemeinsam mit seinem 21-jährigen Sohn Vit und den beiden Schwestern, der 17-jährigen Adela und der 15-jährigen Zuzana Valovlova angereist. „Ich habe von diesem hochklassigen Turniers im Internet gelesen, mich dann anschließend beworben und bin zum zweiten Mal mit meinem Team berücksichtigt worden“, sagte Alan Vejrazka, dessen Sohn Vit Mitglied der tschechischen Bogenschützen-Nationalmannschaft ist – und möglicherweise mit seinem Team bei den nächsten Olympischen Spielen antreten könnte.

Tschechen sehr zielsicher

Bei solcher Qualität unter den tschechischen Gästen verwunderte es nicht, dass die Schützen des 1. LK Pilzen sich bei den Herren die beiden ersten Plätze sicherten, bei den Damen Platz zwei belegten und bei den Schülern A einen dritten Platz erreichten.

Für die nicht so mit der Bogenschützen-Materie vertrauten Leser sei gesagt, was bei den Gewehr- und Pistolenschützen das „Schwarze“ ist, ist bei den Bogenschützen die Farbe Gelb, was neun oder zehn Ringe bedeutet. Nach außen folgen dann die Farben Rot, Blau, Schwarz und Weiß. Bei den Schülern von elf bis 14 Jahren sind diese fünf Farben auf einem Blatt von 60 Zentimeter Durchmesser aufgedruckt. Bei allen weiteren Altersklassen hat dieses Blatt einen Durchmesser von 40 Zentimeter. Gleich für alle Bogenschützen ist jedoch die Entfernung zum Blatt: sie beträgt einheitlich 18 Meter.

Was bei diesem Turnier zusätzlich besonders positiv auffiel, war die perfekte Organisation. Kein Durcheinander oder Wirrwarr, was von den vielen Aktiven und dem doch fachkundigen Publikum hervorgehoben wurde.

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