MyMz

Boxen

Ünsal Arik verteidigt seinen EM-Titel

In Braunschweig siegt der gebürtige Parsberger nach K.o. Im Vorfeld hatte er mit Anfeindungen und Hass-Mails zu kämpfen.

Ünsal Arik ist weiterhin UBF-Europameister. Foto: Drenkard
Ünsal Arik ist weiterhin UBF-Europameister. Foto: Drenkard

Braunschweig.Der Parsberger Boxer Ünsal Arik hat seinen EM-Titel im Superweltergewicht des UBF erfolgreich verteidigt. In Braunschweig besiegte Arik am Samstagabend seinen georgischen Gegner Vladimer Janezashvili in der dritten Runde durch K.o. „Ich bin zufrieden mit dem Kampf. Ich war sehr gut vorbereitet“, sagte Arik nach der Titelverteidigung.

Direkt nach dem Erfolg hatte er im Ring zu Protokoll gegeben: „Bei meiner Person ist es immer fragwürdig, ob man mich boxt. Ich möchte mich ganz herzlich bei Patrick bedanken, dass er keine Angst hatte, mich kämpfen zu lassen.“ Mit Patrick war Patrick Rokohl gemeint. Der Braunschweiger Boxer hatte bei seiner eigenen Box-Gala „Coming Home“ den Finnen Mathias Eklund nach Punkten besiegt, Ünsal Arik boxte im Vorprogramm.

Arik ist bekennender Erdogan-Gegner

Arik ist ein bekennender Gegner des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan. Seit mehreren Jahren macht der Deutsch-Türke immer wieder mit Erdogan-kritischen Äußerungen auf sich aufmerksam. Zuletzt bei der Eröffnung der Kölner Zentralmoschee Ende September, bei der der türkische Staatspräsident persönlich anwesend war. Von Erdogan-Anhängern und türkischen Sicherheitsleuten sei er bei der Veranstaltung bedrängt und bedroht worden, hatte Arik im Nachgang der Eröffnung gesagt. „Viele Männer in schwarzen Anzügen gingen auf mich zu und bedrohten mich richtig.“ Auch Beleidigungen seien gefallen. Nach eigenen Angaben war Arik vor Ort gewesen, um einen TV-Dreh zu machen. Dieser hatte aber letztendlich abgebrochen werden müssen. „Die Kameraleute hatten Angst um ihr Leben“, hatte Arik gesagt. Sein Fazit: „Es ist eskaliert.“

Beim Kampf in Braunschweig kam es letztendlich zu keiner Eskalation. Auch wenn Arik auch in Braunschweig von einigen „Erdogan-Anhängern“, wie er sagt, beim Einmarsch ausgepfiffen wurde. „Wenn der Gong ertönt, kann ich so etwas aber sehr gut ausblenden.“ Trotz der Unmutsbekundungen hatte Arik nach dem Kampf eine Botschaft für das Publikum: „Ich liebe es, immer wieder im Boxring zu stehen.“ Er zeigte auf das Publikum und fügte an: „Ich sehe hier so viele Nationalitäten. Das zeigt: Sport verbindet.“

Klares politisches Statement auf Facebook

Vor dem Kampf in Braunschweig hatte Arik abermals ein klares politisches Statement bezogen. Auf Facebook hatte er geschrieben: „Bei diesem Kampf wird meine Message Folgendes sein: Ich entschuldige mich für die 52 Prozent und kämpfe für die 48 Prozent weiter.“ Hierbei handelt es sich wohl um eine Anspielung auf die 52 Prozent, die Erdogan bei der Präsidentschaftswahl im Juni ihre Stimme gegeben haben. Nach den Vorfällen von Köln habe er viele Hass-Mails und Drohungen erhalten, sagt Arik. Er fügt an: „Ich kenne das ja bereits. Ich habe mir diesen Weg selbst ausgesucht.“ (jh)

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht