MyMz

Neuling

Verstärkung für die Schiris

Rüdiger Plötzner zog es von Westfalen nach Neumarkt. Bei seinem ersten Spiel in Bayern bekam er Probleme mit der Quittung.

Rüdiger Plötzner (Mitte) ist schon ein erfahrener Schiedsrichter. Der Liebe wegen kam er nach Neumarkt. Foto: Franz Bradl
Rüdiger Plötzner (Mitte) ist schon ein erfahrener Schiedsrichter. Der Liebe wegen kam er nach Neumarkt. Foto: Franz Bradl

Neumarkt.Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Johanneszentrum in Neumarkt bei der April-Sitzung der Schiedsrichtergruppe Neumarkt. Kreis-Schiedsrichterobmann Oliver Johannes hatte nicht nur deswegen Grund zufrieden zu sein. Seine Gruppe bekommt Verstärkung.

Der Liebe wegen zog es einen erfahrenen Schiedsrichter, der auch schon Spiele in höheren Klassen geleitet und eine Reihe von Funktionärstätigkeiten in seinem Heimatkreis ausgeübt hat, von Dortmund nach Deining. Was ist also näher liegend, als sich der lokalen Schiedsrichtervereinigung anzuschließen. Rüdiger Plötzner stellte sich seinen neuen Kameraden vor und durfte auch gleich von seinen ersten Erfahrungen und den Unterschieden zwischen Westfalen und Bayern berichten. So zahlen zum Beispiel die Vereine dort Gebühren direkt an die Schiedsrichtergruppen, wenn sie keine oder zu wenig Unparteiische stellen und die Quittung über die Schiedsrichterspesen füllt der Heimverein nach Angaben des Schiedsrichters aus. Deswegen stand er bei seinem ersten Spiel hier in Bayern auch gleich ohne Quittungsblock da.

Wir wissen, wo dein Auto steht

Bevor Oliver Johannes an Lehrwart Lukas Lang, der den Hauptteil des Abends bestritt, übergab, berichtete er noch schmunzelnd von einem Missgeschick, das ihn nach seinem Kreisklassenspiel beim TSV Mörsdorf ereilte. Als er nämlich mit seinem PKW vom Parkplatz wegfahren wollte, um rechtzeitig zu einer Besprechung zur DJK Göggelsbuch zu kommen, war sein rechter Hinterreifen platt.

Das hatte nichts mit der souveränen Spielleitung des Unparteiischen zuvor zu tun. Er hatte sich einfach auf dem Weg zum Spielort einen Nagel „eingefangen“. Die Mörsdorfer zeigten sich trotz Heimniederlage unheimlich hilfsbereit und flexibel. Sie mobilisierten den örtlichen Reifen- und Autoservice Walter Buchner, der schnell einen Ersatzreifen montierte und den beschädigten Reifen reparierte – und das am Sonntagabend. Außerdem berichtete Johannes von einer Einladung als Gast und Wahlleiter bei der Jahreshauptversammlung des 1. FC Neumarkt Süd. Dabei hatte er auch Gelegenheit vor den Vereinsmitgliedern die Position seiner Schiedsrichter zu vertreten.

Lehrwart Lukas Lang hatte anschließend das Thema „Vorteil – Ermessenssache und Fingerspitzengefühl“ auf dem Programm. Anhand von zahlreichen Videobeispielen erläuterte er glückliche und weniger gelungene Spielszenen zur Vorteilsgewährung.

Wann ein Vorteil besteht, ist Ermessenssache des Unparteiischen und sollte nach Möglichkeit meist nur im Angriffsdrittel angewendet werden, dann wenn sich eine recht gute Angriffsgelegenheit bietet. Ein bloßes Verbleiben im Ballbesitz ist also – wie häufig von den Spielern und Fans gefordert – nicht zwingend ein Vorteil im Sinne der Regel. Aber wie so vieles in den Fußballregeln ist auch das Thema „Vorteil“ diskussions- und deshalb erklärungsbedürftig.

Manchmal Rot, manchmal Gelb

Wer weiß schon beispielsweise was die Fifa oder die Uefa unter der Abkürzung Dogso verstehen? Nein, keine neue Hunderasse, sondern es steht einfach für „Notbremse“ beziehungsweise dem Verhindern einer offensichtlichen Torchance – im englischen Originaltext „denying an obvious goal-scoring opportunity“. Und da gibt es dann „Rot“, oder Gelb, wenn der Angriff im Strafraum dem Ball gilt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht