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Triathlon

Wegen Corona: Challenge Roth fällt aus

Der weltweit größte Langdistanz-Triathlon findet wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie heuer nicht statt.

Der Challenge Roth fällt heuer aus. Foto: Daniel Karmann/dpa
Der Challenge Roth fällt heuer aus. Foto: Daniel Karmann/dpa

Roth.In einem emotionalen Brief haben sich die Veranstalter des legendären Challenge Roth am Donnerstag an die Öffentlichkeit gewandt, um die Absage des für 5. Juli angesetzten Langdistanz-Triathlons bekanntzugeben.

Schweren Herzens habe man diese Entscheidung treffen müssen, angesichts der aktuellen weltweiten Gesundheitssituation in Verbindung mit dem SARS-CoV-2-Virus, heißt es in den Schreiben. Nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden habe es keine andere Wahl gegeben. „Wir, die Familie Walchshöfer mit dem gesamten Team, bedauern diese Absage zutiefst. Es war für uns die schwierigste Entscheidung der letzten 19 Jahre, die schwerste in unserer Geschichte seit der Challenge-Gründung 2002“, lassen die Organisatoren wissen.

Ein langes Ringen

Man habe lange gerungen, überlegt und nach möglichen Alternativen gesucht, „aber die stetige Ausbreitung dieses schrecklichen Virus in nahezu allen Ländern der Welt hat uns auf schmerzliche Weise einsehen und verstehen lassen, dass eine Absage für dieses Jahr letztlich alternativlos ist“.

„Seit der Gründung des „Challenge“-Labels war es – und ist es bis heute – unsere Philosophie, das Wohl der Athleten uneingeschränkt und unter allen Umständen in den Mittelpunkt all unseres Handelns zu stellen“. Nun sei man an einem Punkt angelangt, an dem man die gesundheitliche Sicherheit und körperliche Unversehrtheit der Athleten, aber auch die angestrebte hohe Wettkampfqualität nicht mehr gewährleisten könne.

Gebühren und Anmeldungen

  • Versprechen:

    Trotz dieser schwierigen Lage erneuern die Organisatoren das Versprechen an ihre Athleten, die Anmeldegebühr (abzüglich einer Bearbeitungspauschale) zurückzuerstatten. Für die Anmeldung für den nächsten DATEV Challenge Roth am 4. Juli 2021 steht zudem fest: Jeder, der für den Challenge Roth 2020 angemeldet war, bekommt vor allen anderen das Recht auf Anmeldung zum DATEV Challenge Roth 2021.

  • Solidarität:

    Gleichzeitig bitten die Organisatoren aber alle Athletinnen und Athleten um Solidarität in dieser schwierigen Lage. „Wir sind, wie ihr wisst, ein reines Familienunternehmen. Hinter uns steht kein ausländischer Investor, der uns stützen oder mit zusätzlichen Mitteln ausstatten kann. Gleichwohl haben wir den tiefen Wunsch und die feste Absicht, den DATEV Challenge Roth mit der Hilfe unserer Athleten, unserer Freunde und Unterstützer in eine gute Zukunft zu führen“, heißt es in dem Schreiben der Veranstalter.

  • Vorschlag:

    Deshalb wolle man den Athletinnen und Athleten einen Vorschlag unterbreiten: „Wir bitten euch, freiwillig auf einen Teil der Rückzahlung zu verzichten und in eine Art Solidaritätsfonds einzuzahlen, der unserer Veranstaltung das Überleben nachhaltig sichert.“ Ab einer bestimmten Größenordnung werde man im Gegenzug ein sehr schönes „Geschenk“ zurückgeben.

Mit großer Sorge habe man auch in den letzten Wochen immer wieder von angemeldeten Teilnehmern gehört und gelesen, dass die Trainingsbedingungen in vielen Ländern teils massiven Einschränkungen unterliegen, dass Athleten von Ausgangssperren betroffen oder in einigen Fällen sogar selbst am SARS-CoV-2-Virus erkrankt sind. „Es ist unsere tiefe Überzeugung, dass wir für unsere Athleten Verantwortung tragen und dieser Verantwortung auch gerecht werden wollen und müssen. Deshalb bleibt uns kein anderer Weg“, heißt es in dem Schreiben.

Der Langdistanz-Triathlon in Roth fällt wegen des Coronavirus‘ ins Wasser. Foto: Eibner
Der Langdistanz-Triathlon in Roth fällt wegen des Coronavirus‘ ins Wasser. Foto: Eibner

Die Fürsorge für die Athleten, aber ebenso für alle Helfer und alle am Challenge beteiligten Menschen stehe beim Challenge Roth immer an erster Stelle. Dies gelte ganz besonders auch in der aktuellen Situation. „Wir denken hier insbesondere auch an unsere mehr als 7500 freiwilligen Helfer, die das Herz und die Seele unserer Veranstaltung sind und die wir keinerlei Gefahr aussetzen dürfen und wollen“.

Ebenso gehe es um die an der Organisation beteiligten Einsatz- und Rettungskräfte. Diese sind in der momentan schwierigen Lage ohnehin fast rund um die Uhr im Einsatz, um Menschen zu helfen und um Menschenleben zu retten. „Wir können sie nicht noch zusätzlich belasten“.

Triathlon

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„Wir müssen lernen, dass der Sport, insbesondere unser geliebter Triathlonsport, auf einmal nicht mehr das Wichtigste im Leben ist. Im Moment geht es um Dinge, die größer sind und wichtiger als Triathlon“.

Wenn man sich die gewaltigen Konsequenzen und Auswirkungen vor Augen halte, die diese Pandemie der Weltbevölkerung abverlangt, sei im Vergleich dazu die Absage einer Sportveranstaltung – und sei es auch eine so große wie der DATEV Challenge Roth – „nahezu ohne Bedeutung, nichts als ein Sandkorn in der Wüste“.

Wirtschaftliche Konsequenzen

Was die wirtschaftliche Seite dieser Veranstaltungsabsage betreffe, wolle man nicht jammern. Man könne aber andererseits auch nicht verschweigen, dass dies eine große finanzielle Belastung bedeute. „Wir sind in vielerlei Bereichen bereits in Vorleistung gegangen, haben große Mengen an Ausstattung, Materialien und Veranstaltungstechnik bestellt und Dienstleistungen beauftragt. Auf vielen dieser Kosten werden wir sitzen bleiben“. Das werde zweifellos große Auswirkungen auf haben, die man heute noch gar nicht beziffern könne und die möglicherweise existenziell seien

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„Wir hatten euch für dieses Jahr ein historisches Triathlon-Ereignis mit dem besten Starterfeld aller Zeiten in Roth versprochen. Wir wollten zusammen mit euch allen eine wunderbare Triathlon-Party feiern und gemeinsam einen unvergesslichen Tag erleben. All das ist uns jetzt nicht möglich. Stattdessen müssen wir alle unsere Träume und Hoffnungen vorübergehend auf Eis legen, weil die Welt aus den Fugen geraten ist“, lassen die Veranstalter weiterhin wissen.

„Aber wir bitten euch von Herzen: Lasst uns jetzt alle zusammenhalten und versuchen, diese Krise gemeinsam zu meistern!“ Man werde nächstes Jahr wieder da sein. Und man werde zusammen mit den Triathleten am 4. Juli 2021 in Roth die größte Triathlon-Party feiern, die es je gegeben habe Bis dahin: „Passt auf euch auf und bleibt vor allem gesund.“

Abschließend geben sich Felix Walchshöfer, Alice Walchshöfer, Kathrin Walchshöfer-Helneder mit dem gesamten Team optimistisch: „Wir sehen uns 2021 an der Finishline in Roth!“

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