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Montag, 18. Juni 2018 26° 2

Bundesliga

Club dreht die Stellschrauben am Kader

Mit Torhüter Matheina holt sich Nürnberg mehr Erstligaerfahrung ins Team. Punktuell sollen weitere Verstärkungen folgen.
Von Daniel Frasch und Thorsten Drenkard

Christian Mathenia kommt vom Hamburger SV zum 1. FC Nürnberg. Fotos: Eibner/DPA
Christian Mathenia kommt vom Hamburger SV zum 1. FC Nürnberg. Fotos: Eibner/DPA

Nürnberg.Egal ob als Trainer, TV-Gast oder Autor: Michael Köllner versteht es, sich in der Öffentlichkeit richtig in Szene zu setzen. Über 8000 Abonnenten konnte Nürnbergs Trainer bereits im sozialen Netzwerk facebook um sich scharen – Tendenz steigend. „Ich möchte mich noch einmal für eure grandiose Unterstützung in der abgelaufenen Saison bedanken. Ihr seid ein Teil des Erfolges, der vor der Saison nicht vorhersehbar war. Doch der Traum wurde von Woche zu Woche realitischer, letztlich sind wir verdient aufgestiegen“, sprach Michael Köllner ein letztes Mal zu den Fans. Dabei ließ es sich der 48-Jährige nicht nehmen, noch einmal an den Ort zurückzukehren, der nicht nur dem Oberpfälzer selbst, sondern der gesamten Nürnberger Mannschaft am stärksten in Erinnerung bleiben dürfte: Köllner zeichnete seine Videobotschaft auf dem Balkon des Trainingsgeländes am Valznerweiher auf. Rund drei Wochen zuvor bereiteten zehntausende Fans ihm und seinem Team dort einen frenetischen Empfang, als sich die Franken durch den 2:0-Sieg beim SV Sandhausen am vorletzten Spieltag zum Bundesliga-Aufsteiger krönten.

Zwei Talente verpflichtet

Während sich die Spieler längst im Sommerurlaub befinden und sich von den Strapazen der vergangenen Zweitliga-Saison erholen, laufen die Vorbereitungen für die bevorstehende Bundesligasaison bei Köllner und Sportvorstand Andreas Bornemann auf Hochtouren. Nach den Talenten Törles Knöll (20, Hamburger SV) und Kevin Goden (19, 1. FC Köln) verkündeten die Verantwortlichen jüngst die Verpflichtung von Torhüter Christian Mathenia. Der 26-Jährige wechselt vom Bundesliga-Absteiger Hamburger SV nach Nürnberg, stand zuvor aber bereits für Darmstadt 98 in der Bundesliga zwischen den Pfosten und brachte es bislang auf 71 Einsätze (33 für Darmstadt) in Deutschlands höchster Spielklasse. Beim Club soll Mathenia den Konkurrenzkampf mit Fabian Bredlow um die Position der Nummer eins anheizen. „Mit seiner Vita und seinem Alter passt er perfekt in unser Profil. Er ist noch entwicklungsfähig, bringt aber trotzdem schon einiges an Erfahrung mit“, kommentierte Bornemann die Verpflichtung des gebürtigen Mainzers.

Wiedersehen mit Behrens

Mit Kapitän Hanno Behrens trifft Mathenia auf einen alten Bekannten, beide spielten bereits bei Darmstadt 98 zusammen. „Natürlich habe ich mit Hanno im Vorfeld über Nürnberg und den Club gesprochen. Aber ich freue mich auch auf alle anderen neuen Kollegen“, versichert Mathenia und verspricht vollen Einsatz: „Ich werde alles geben, damit wir eine stabile Saison spielen und unser Ziel erreichen.“ Trotz der größeren Erfahrung wird Mathenia dennoch in der Rolle des Herausforderes in die Saisonvorbereitung starten, zu stark und konstant waren die Leistungen von Fabian Bredlow in der abgelaufenen Spielzeit. Mathenias Verpflichtung heißt im Umkehrschluss jedoch auch: Thorsten Kirschbaum muss sich nach drei Jahren in Nürnberg nach einem neuen Arbeitgeber umschauen, der Vertrag des 31-Jährigen wurde nicht verlängert.

Mehr zur Situation bei den Club-Torhütern finden Sie hier:

Die Situation auf der Torhüterposition

  • Fabian Bredlow:

    Der 23-Jährige ist aktuell Christian Matheinas ärgster Rivale um den Platz als Nummer eins.

  • Thorsten Kirschbaum:

    Der 31-Jährige musste sich zuletzt im Tor hinten anstellen. Nun steht ein Abschied an.

  • Michael Fuchs:

    Der bisherige Torwarttrainer verlässt den Club. Er wechselt zur Frauen-Nationalmannschaft.

Doch nicht nur auf der Torhüterposition wollen sich die Franken verbessern: Um in der ersten Bundesligasaison nach vierjähriger Zweitklassigkeit bestehen zu können, sind Verstärkungen in allen Mannschaftsteilen vonnöten. Das Fundament jedoch steht beim Nürnberger Traditionsverein, Bornemann hatte bereits früh seine Hausaufgaben erledigt und wichtige Stützen des Kaders langfristig an den Club gebunden. Das Innenverteidiger-Duo Georg Margreitter (Vertrag bis 2021) und Ewerton (2020) ist gesetzt, mit Lukas Mühl (2019) steht ein talentiertes Eigengewächs jederzeit bereit. Ähnlich komfortabel gestaltet sich die Situation auf den Außenverteidigerpositionen: Rückkehrer Enrico Valentini bleibt den Franken mindestens bis 2020 erhalten, Linksverteidiger Tim Leibold verlängerte sein Arbeitspapier gar um drei Jahre bis 2021. Rekonvaleszent Dennis Lippert (2019) steigt nach überstandenem Kreuzbandriss wieder in den Trainingsbetrieb ein, einzig hinter Routiner Laszlo Sepsi steht noch immer ein Fragezeichen. Der Rumäne, der sich monatelang mit Verletzungen plagte, überzeugte zuletzt auf der Außenbahn und konnte sich für eine Vertragsverlängerung empfehlen.

Punktuelle Verstärkungen

Im Mittelfeld bleibt Kapitän Hanno Behrens (2021) Dreh- und Angelpunkt des Nürnberger Spiels, unterstützt von Eduard Löwen (2020), Patrick Erras (2020) und Ondrej Petrak (2019). Mit Sebastian Kerk (2020) kommt ein Kreativspieler nach auskuriertem Achillessehnenriss zurück, der die Lücke, die Kevin Möhwald mit seinem Wechsel zu Werder Bremen hinterlässt, zweifelsfrei schließen kann. Auch Edgar Salli verfügt über einen Vertrag bis 2019 – quantitativ sind die Franken also auch in diesem Bereich ordentlich bestückt.

Daher kündtigte Bornemann bereits vor mehreren Wochen an, „den Kader nur punktuell verstärken zu wollen“. Gleiches gilt für Nürnbergs Offensivabteilung: Dort stehen mit dem Schweden Mikael Ishak (2020), Federico Palacios (2021) und dem Slowaken Adam Zrelak (2021) bereits drei Angreifer unter Vertrag.

Am Montag, 2. Juli, geht es für die Club-Kicker nach ihrer Sommerpause wieder los im Sportpark Valznerweiher. Tags darauf steht des erste öffentliche Training unter Coach Michael Köllner an (15 Uhr).

Danach geht es in die siebenwöchige Vorbereitung bis zum ersten Pflichtspiel der neuen Saison. Am Wochenende 17. bis 20. August legt der Club im DFB-Pokal los, eine Woche später startet dann die Bundesliga.

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