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Fussball

Der Club gastiert zum Test im „Kloster“

Während es für den FCN erst in sechs Wochen ernst wird, ist die Partie für den SV Seligenporten die Generalprobe.
Von Daniel Frasch

Nürnberg.Seit der Vorwoche befindet sich der 1. FC Nürnberg in der Vorbereitung auf die Saison, nicht weniger als sieben Wochen hat Club-Trainer Michael Köllner eingeplant, um sein Team bestmöglich auf das deutsche Fußballoberhaus einzustellen und auf die Mission Klassenerhalt vorzubereiten.

Die Stimmung könnte besser nicht sein, die Profis zeigten sich in den ersten Einheiten in guter körperlicher Verfassung und absolvierten diese bis dato mit jeder Menge Elan und Spaß. „Wir freuen uns jetzt, dass es weiter geht. Die Jungs sind richtig heiß“, verriet Nürnbergs Kapitän Hanno Behrens nach der siebenwöchigen Sommerpause, von denen der 28-Jährige einige zusammen mit Linksverteidiger Tim Leibold und Rückkehrer Sebastian Kerk beim Wellenreiten auf Bali verbrachte.

Doch auch abseits des Rasens hatte die Nürnberger Aufstiegsmannschaft allen Grund zur Freude, wurde ihr doch eine äußerst seltene Ehre zu Teil: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder lud den gesamten Club-Tross ins Nürnberger Heimatministerium zum Staatsempfang.

„Ein Aufstieg, der erarbeitet und nicht erkauft wurde“, lobte der CSU-Politiker die Arbeit von Michael Köllner und Sportvorstand Andreas Bornemann in höchsten Tönen. „Für uns ist es ein Ansporn, den Freistaat Bayern, die Stadt Nürnberg und den 1. FC Nürnberg auch in der neuen Saison würdig zu vertreten“, spielte Köllner den Ball umgehend zurück.

Erster Test stimmt positiv

Der erste kleine sportliche Härtetest verlief standesgemäß: Gegen den Bayernligisten FSV Erlangen-Bruck gewannen die Nürnberger vergangenen Sonntag mit 5:2 und zeigten dabei eine ansprechende Leistung.

„Nach neun Trainingseinheiten in den letzten Tagen und der langen Pause im Sommer war das schon ein harter Ritt“, bekannte Köllner im Anschluss an die Partie vor 2800 Zuschauern, zeigte sich aber dennoch zufrieden mit dem Auftritt seines Teams: „Wir sind gut durch die Partie gekommen und die Mannschaft hat versucht, die Trainingsinhalte im Spiel umzusetzen.“

Mit Adam Zrelak, Mikael Ishak und Edgar Salli trug sich ein altbekanntes Trio in die Torschützenliste ein, mit Nils Piewernitz (eigene U19) und Törles Knöll feierten zwei junge Talente ihre ersten Treffer im Nürnberger Trikot. Knöll, der auffälligste aller Nürnberger Spieler, brauchte dabei nur neun Minuten, ehe er nach seiner Hereinnahme zur Pause den Zwischenstand auf 4:1 schraubte.

Greifbare Nähe zu den Fans

Neben des sportlichen Wertes bieten Testspiele innerhalb der Region aber noch einen weiteren Vorteil: Die Marke 1. FCN wird greifbar und die Nähe zur Basis, zu den Fans im Umland wird gepflegt. „Wir wollen unsere regionalen Wurzeln stärken,“ erklärte Sportvorstand Andreas Bornemann nach der Partie in Erlangen.

Unter jenem Motto lässt sich auch die bevorstehende Partie gegen den SV Seligenporten einordnen, wenn die Franken am heutigen Donnerstag (19 Uhr) zum Testspiel in der MAR-Arena in Seligenporten gastieren.

Doch nicht nur für die Profis des 1. FC Nürnberg wird die Partie eine gern gesehene Abwechslung zum harten Trainingsalltag, auch der SV Seligenporten erhofft sich weiteren Aufschluss über den Fortschritt des vollzogenen Umbruchs, den die Klosterer nach dem Regionalliga-Abstieg im Sommer vollziehen mussten.

Neben 18 Spielern ging vor rund zwei Wochen kurzfristig auch Cheftrainer Roger Prinzen von Bord. Der 49-Jährige, der 2014 interimsweise die Profis des FCN in drei Partien trainiert hatte, übernahm mit sofortiger Wirkung die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim. Der neue starke Mann bei den Klostereren war mit Hendrik Baumgart jedoch schnell gefunden.

Der Gymnasiallehrer, der bereits drei Jahre als Cheftrainer beim SC Eltersdorf Bayernligaerfahrung sammelte und seit Sommer 2017 das Co-Traineramt beim SVS bekleidete, freut sich auf die Mammutaufgabe, ein komplett neues Team für die Bayernliga Nord aufzubauen: „Rogers Schritt kommt zwar etwas überraschend, trifft mich aber nicht unvorbereitet. Wir haben einen Plan. Wir wollen auch weiterhin das spielerische Element pflegen und uns nicht hintenreinstellen, sondern selbst die Initiative übernehmen“, sagte der 41-Jährige im MZ-Gespräch.

Blickt man auf die Ergebnisse der Vorbereitung, scheint der radikale Umbruch zu gelingen: Gegen den Bayernliga-Absteiger TSV Kornburg feierte der SVS einen 6:0-Erfolg, gegen Türkspor Nürnberg (Bezirksliga Nord) sprang ein 3:0 heraus. Einzig gegen das Bayernliga-Team des TSV Rain/Lech setzte es eine 1:2-Niederlage. Trotz der Vorfreude auf das Duell mit dem Nürnberger Traditionsverein kommt die Partie für die Gastgeber zeitlich ungelegen.

Bereits drei Tage nach dem Duell mit dem neunmaligen Deutschen Meister steigt der erste Spieltag der neuen Bayernligasaison. Sonntagnachmittag (14 Uhr) erwartet der Regionalliga-Absteiger den Würzburger FV.

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