MyMz

Fussball

Die Herkules-Aufgabe für den FCN beginnt

Nach kurzer Winterpause startet der Club ins Unterfangen Klassenerhalt. Trainer Michael Köllner hat viel Arbeit vor sich.
Von Daniel Frasch und Thorsten Drenkard

Beim 1. FC Nürnberg ist man überzeugt, dass Trainer Michael Köllner mit der Mannschaft den Umschwung schafft. Fotos: dpa (4), Eibner (2)
Beim 1. FC Nürnberg ist man überzeugt, dass Trainer Michael Köllner mit der Mannschaft den Umschwung schafft. Fotos: dpa (4), Eibner (2)

Nürnberg.Gerade einmal elf Tage liegen zwischen der enttäuschenden 0:1-Niederlage im Heimspiel gegen den SC Freiburg kurz vor Weihnachten und dem Trainingsauftakt im Jahr 2019. Elf Tage Zeit für die Profis des 1.FC Nürnberg, die überschaubare Hinrunde zu verarbeiten und abzuhaken. Abgesehen vom vielversprechenden Saisonbeginn gab es nicht viel Positives, das die Franken in die Rückrunde transportieren könnten.

Am Donnerstag bittet FCN-Trainer Michael Köllner seine Mannschaft erstmals wieder auf den Trainingsplatz, nur einen Tag später bricht der Club-Tross bereits auf ins Trainingslager nach Spanien. Ziel ist die rund 6600-Seelen-Gemeinde Benahavis. Im andalusischen Bergdorf unweit der malerischen Costa del Sol will Michael Köllner den Grundstein für das schwierige Unterfangen Klassenerhalt legen. Schwierig, weil sich die Franken mit nur elf gesammelten Punkten aus 17 Partien selbst in eine äußerst prekäre Ausgangssituation für die Rückrunde manövriert haben.

Alarmierende Statistik

Auf die gesamte Saison hochgerechnet käme der Nürnberger Traditionsverein nach 34 Spieltagen nur auf 22 Punkte - und wäre damit ein sicherer Absteiger in Liga zwei. Denn seit der Wiedereinführung der Relegationsspiele zur 1. Bundesliga in der Saison 2008/09 waren durchschnittlich 31,7 Zähler nötig, um zumindest den Relegationsplatz 16 zu erreichen. Nur einmal (2013/14) reichten dafür bereits 27 Punkte aus - ein Wert, den die Franken bei weiteren, konstant überschaubaren Leistungen nicht erreichen könnten.

So wie bereits in jener Spielzeit, in der Nürnberg mit 26 Zählern den Weg in die Zweitklassigkeit antreten musste. 17 Tage hat Nürnbergs Trainer, der zuletzt bei Teilen der fränkischen Anhänger in die Kritik geriet, anberaumt, um seine Mannschaft fit zu bekommen und auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten. „Wir haben allen Spielern für die freien Tage ein individuelles Programm mitgegeben“, sagt Köllner auf der Internetseite des Clubs. Ob die Spieler diese auch umsetzten, wird sich relativ schnell herausstellen.

Hanno Behrens kehrt nach Verletzung zurück. Foto: Ina Fassbender/dpa
Hanno Behrens kehrt nach Verletzung zurück. Foto: Ina Fassbender/dpa

Ohnehin waren es weniger körperliche Defizite, die die Franken in der Hinrunde immer wieder wichtige Punkte kosteten. Mit durchschnittlich 116 km pro Partie belegt der Club im Ranking der Laufleistung einen soliden neunten Platz. Vielmehr waren es spielerische und taktische Mängel, die die Franken bis auf Tabellenplatz 18 rutschen ließen. Baustellen, an denen Michael Köllner in den kommenden Tagen arbeiten muss, gibt es viele.

„Wir haben in der Hinrunde einige Punkte leichtfertig vergeben. Naivität, Unkonzentriertheiten und individuelle Fehler – das alles darf uns in der Rückrunde nicht mehr passieren“, forderte Sportvorstand Andreas Bornemann unlängst im vereinseigenen Fernsehsender CLUB TV. Der 47-Jährige hält, wie auch der Aufsichtsrat des 1.FC Nürnberg, am Oberpfälzer als Cheftrainer fest. „Wir können gerne über Fehler oder falsche Entscheidungen reden, das liegt in der Natur der Sache. Aber wir brauchen mit Sicherheit keine Diskussion über einen Trainer, der hier lange Zeit hervorragende Arbeit geleistet hat.“

Rückkehrer als Hoffnungsträger

Als Mutmacher gilt am Nürnberger Valznerweiher die langersehnte Rückkehr gleich mehrerer Leistungsträger. Neben Kapitän Hanno Behrens, den zuletzt eine Bauchmuskelzerrung außer Gefecht setzte, werden auch Rechtsverteidiger Enrico Valentini, Allrounder Eduard Löwen sowie Torhüter Christian Mathenia zum Trainingsauftakt auf dem Rasen zurückerwartet.

Löwen, der bislang erst in sieben Bundesligapartien zum Einsatz kam, könnte der dringend benötigte Ideengeber im Spiel nach vorne sein. Valentini, der gebürtige Nürnberger, soll die zuletzt schwächelnde rechte Abwehrseite stabilisieren und durch Standardsituationen für mehr Torgefahr sorgen. Dass Mathenia den verunsichert wirkenden Fabian Bredlow auf die Bank verweist, scheint ebenfalls sicher. Zu häufig patzte der 2016/17 vom Drittligisten Hallescher FC nach Franken gewechselte Bredlow zuletzt – siehe unter anderem die Spiele gegen den FCB (0:3) oder Bayer Leverkusen (1:1).

Die Nürnberger Mikael Ishak (l.) und Eduard Löwen (M). Foto: Daniel Karmann/dpa
Die Nürnberger Mikael Ishak (l.) und Eduard Löwen (M). Foto: Daniel Karmann/dpa

Ebenso scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Trainer Michael Köllner einen weiteren Neuzugang begrüßen darf. „Einen gewissen finanziellen Spielraum“ hatte Andreas Bornemann bereits kurz vor dem Jahreswechsel bestätigt, allein die Spielersuche gestaltet sich, nicht zuletzt aufgrund eingeschränkter finanzieller Möglichkeiten, schwierig.

Auch wenn noch nicht sicher ist, ob der FCN auf dem Transfermarkt noch zuschlagen wird, so steht zumindest der erste Testspielgegner des Club in der Vorbereitung auf die Rückrunde fest. Am Montag, 7. Januar, bekommen es die Spieler von Michael Köllner mit dem niederländischen Erstligaverein PEC Zwolle zu tun. Am 11. Januar ist ein weiterer Härtetest vorgesehen.

Der Oberpfälzer Michael Köllner selbst zeigte sich bereits einen Tag vor Trainingsbeginn gut erholt und voller Tatendrang. In einer Videobotschaft an die Nürnberger Fans sagte der Fuchsmühler: „Ich zähle auf euch. Und ihr könnt euch darauf verlassen, dass die Mannschaft und das Trainerteam alles geben werden, die Bundesliga auch in der Saison 2019/20 in Nürnberg erleben zu können.“

Ernst wird es für den 1. FC Nürnberg im Ligalltag wieder am 20. Januar, wenn die Mannschaft ab 15.30 Uhr im eigenen Stadion die Hertha aus Berlin empfängt.

Weitere Sportmeldungen aus der Region lesen Sie hier.

Alles rund um den FCN finden Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht