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FCN: Coach Schommers neue Handschrift

Trotz der Pleite in Düsseldorf zeigte sich der Club verbessert. Derweil hat das Sportgericht Matheus Pereira lange gesperrt.
Von Daniel Frasch

FCN-Interimstrainer Boris Schommers hat noch viel Arbeit vor sich.  Foto: EIBNER/Mario Hommes
FCN-Interimstrainer Boris Schommers hat noch viel Arbeit vor sich. Foto: EIBNER/Mario Hommes

Nürnberg.Schmerzen dürfte die ärgerliche 1:2-Niederlage von vergangenen Samstag in Düsseldorf noch immer. Bei Fans und Spielern gleichermaßen, schließlich war zumindest ein Punktgewinn am Rhein zum Greifen nahe. Doch anstatt ein Lebenszeichen im Abstiegskampf zu setzen gingen die Franken leer aus - nicht zuletzt aufgrund des Aussetzers von Matheus Pereira (Tätlichkeit) und des Eigentors von Ewerton. Trotz eines couragierten Auftritts stand unterm Strich das 17. Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg. Ein rekordverdächtiger Negativlauf, der den Glauben an den Klassenerhalt bei weiten Teilen der Anhängerschaft Woche für Woche schrumpfen lässt.

Dennoch lassen die beiden vergangenen Partien Raum zur Hoffnung. Exakt zwei Wochen nach der Entlassung von Michael Köllner als Cheftrainer beim 1. FC Nürnberg steht nun Boris Schommers in der Verantwortung. Der 40-jährige, der bereits bei Amtsantritt deutlich machte, einige Änderungen innerhalb der Mannschaft anzustreben, ließ Taten folgen und veränderte beim 0:0 gegen Spitzenreiter Dortmund seine Startformation auf drei Positionen. Eduard Löwen, Ondrej Petrak und Yuya Kubo rotierten hinein. Mit Erfolg: Gegen spielerisch dominate Borussen verteidigten die Franken engmaschig, konsequent und vor allem in mannschaftlicher Geschlossenheit. In dem Kollektiv also, dass unter Ex-Trainer Michael Köllner nicht mehr funktionierte.

Unveränderte Startelf beim FCN

Nur logisch, dass der Fußballlehrer aus Leverkusen in Düsseldorf auf dieselbe Startelf setzte. Beinahe wäre sein Plan auch beim Mitaufsteiger aufgegangen, allerdings schlugen sich die Franken selbst. Der Tätlichkeit von Matheus Pereira folgte das Malheur des brasilianischen Abwehrchefs. „Wir wollten wieder aus einer guten Ordnung verteidigen, nach vorne aber wesentlich mehr Akzente setzen als gegen Dortmund. Dieser Plan wurde nach zwei Minuten durch den Platzverweis über den Haufen geworfen. Danach hat die Mannschaft nach einer kurzen Phase schnell wieder die Ordnung gefunden und leidenschaftlich gegen den Ball gearbeitet“, zeigte sich Nürnbergs Interimstrainer vor allem mit der Defensivleistung seiner Mannschaft zufrieden.

Nürnbergs Ewerton traf ins eigene Tor. Foto: Marius Becker/dpa
Nürnbergs Ewerton traf ins eigene Tor. Foto: Marius Becker/dpa

Zwar ließen die Franken mit 17 Torschüssen gegen Dortmund und 18 in Düsseldorf noch immer zu viele Abschlüsse zu. Die Qualität der gegnerischen Torversuche jedoch änderte sich in den vergangenen beiden Spielen, oftmals probierten es Nürnbergs Kontrahenten mit Verzweiflungsversuchen aus der zweiten Reihe. „Wenn man so geschickt verteidigt wie Nürnberg, dann hat man eigentlich einen Punkt verdient“, zollte auch Düsseldorfs Cheftrainer Friedhelm den Franken großen Respekt. Funkel, der gegen den Club bereits zum 871. Mal auf der Trainerbank saß, zeigte sich von der Abwehrarbeit der Gäste beeindruckt.

Ein Eigentor und eine Standardsituation führten schließlich zu den beiden ersten Nürnberger Gegentreffern unter der Regie Schommers. „Wir haben das mit zehn Mann ganz toll verteidigt, hatten eine gute Ordnung. Wenn wir dann ausgespielt werden oder eine feine Einzelleistung hinnehmen müssen, kann ich mit einem Gegentor leben. Aber nicht, wenn es nach einer Standardsituation passiert, bei der wir eine feste Zuteilung haben. Da müssen wir auch nach 84 Minuten wach und aufmerksam sein“, ärgerte sich der gebürtige Leverkusener über den späten Düsseldorfer Siegtreffer.

Nürnbergs Matheus Pereira wurde lange gesperrt. Foto: Marius Becker/dpa
Nürnbergs Matheus Pereira wurde lange gesperrt. Foto: Marius Becker/dpa

Aus dem Spiel heraus ist das Tabellenschusslicht nunmehr seit 180 Minuten ohne Gegentor. Eine neu gewonnene defensive Stabilität, über die der steinige, aber noch immer keineswegs hoffnungslose Weg zum Klassenerhalt führen kann. Und muss. Während der Defensiv-Verbund trotz der Abstinenz von Abwehrchef Georg Margreitter zuletzt sicherer stand als in den vorherigen Wochen, entfaltete die fränkische Offensive nach wie vor zu wenig Durchschlagskraft. Sieben Torschüsse brachte der Club im Heimspiel gegen Dortmund zustande, sechs waren es in Düsseldorf.

Zu wenige Torchancen kreiert

Zu selten gelingt es der Mannschaft um Kapitän Hanno Behrens, dauerhaften Druck zu entwickeln und sich Torchancen zu kreieren. Mit dem Brasilianer Pereira muss Boris Schommers in den kommenden drei Wochen zudem auf seine treibende Kreativkraft verzichten. Der 22-jährige Leihspieler von Sporting Lissabon wurde vom DFB-Sportgericht nach seinem Tiefschlag gegen Düsseldorfs Niko Gießelmann für drei Spiele gesperrt und zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Somit wird Pereira dem Club frühestens in der Partie gegen Augsburg Ende März wieder zur Verfügung stehen. „Zu sowas darf er sich nicht hinreißen lassen, erst recht nicht, so früh im Spiel“, kritisierte Hanno Behrens den Aussetzer seines brasilianischen Nebenmannes.

Wer die Position im zentralen Mittelfeld gegen RB Leipzig Samstagnachmittag (15.30 Uhr) bekleiden wird, ist offen. Üppig ist Schommers Angebot an technisch versierten, ballsicheren Spielern nicht. Yuya Kubo ist einer von ihnen. Der Japaner könnte in die Mitte rutschen und Platz machen für Virgil Misidjan. Der Niederländer, der Vater einer Tochter wurde und zuletzt an Adduktorenproblemen litt, stünde bereit.

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