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FCN: Länderspielpause hat Mut gemacht

Seit acht Wochen wartet der Club in der Liga auf einen Sieg. Ausgerechnet der Club-Angriff gibt Coach Köllner Zuversicht.
Von Daniel Frasch

Mikael Ishak traf zuletzt im Testspiel gegen Usti nad Labem für den 1. FC Nürnberg. Foto: Eibner
Mikael Ishak traf zuletzt im Testspiel gegen Usti nad Labem für den 1. FC Nürnberg. Foto: Eibner

Nürnberg.Der Stachel nach der 0:2-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart saß tief, sowohl bei der Mannschaft des 1. FC Nürnberg, als auch bei Trainer Michael Köllner. „Eine schwache Leistung von uns, da gibt es nichts zu diskutieren“, gestand Nürnbergs Aufstiegstrainer sichtlich frustriert im Anschluss an die Partie vor ausverkauftem Haus.

Für den Oberpfälzer kam die Länderspielpause gelegen, hatte er doch ausreichend Zeit, seine Mannschaft, die seit fünf Ligaspielen sieglos ist, auf die restlichen sechs Partien vor der Winterpause einzuschwören. Und das Restprogramm der Franken hat es in sich: Mit dem FC Bayern München, dem VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen und Borussia Mönchengladbach warten vier der dicksten Bundesliga-Brocken auf den 1. FC Nürnberg, mit dem FC Schalke 04 (Samstag, 18.30 Uhr) bekommt es der Club zudem mit einem direkten Konkurrenten im Tabellenkeller zu tun. Dass die Franken in den kommenden Wochen nicht von Sieg zu Sieg eilen werden, scheint angesichts dieser Gegner nur logisch. Umso wichtiger war es, dass einige der FCN-Profis die Pause nutzten, um neues Selbstvertrauen zu tanken.

Angriffstrio in Torlaune

Angreifer Törles Knöll feierte ein gelungenes Debüt in der deutschen U21-Auswahl und steuerte in der Partie gegen die Niederlande den Treffer zum 3:0-Endstand bei. Auch im Spiel gegen Italien (2:1) überzeugte der 21-Jährige während seines 30-minütigen Einsatzes und empfahl sich damit für weitere Aufgaben in der Mannschaft von U21-Bundestrainer Stefan Kuntz.

Auch Sturmkollege Adam Zrelak war international im Einsatz und feierte in der Begegnung gegen die Ukraine nach zweieinhalb Jahren Abstinenz seine Rückkehr in der slowakischen Nationalmannschaft. Beim 4:1-Erfolg gelang dem bulligen Angreifer ein sehenswerter Hackentreffer.

Ebenfalls mit einem Tor zurückgemeldet hat sich, wenn auch nicht auf internationaler Bühne, Mikael Ishak. Nürnbergs Hoffnungsträger lief nach seiner vor rund vier Wochen erlittenen Innenbandverletzung im Knie im Testspiel gegen den tschechischen Zweitligisten FK Usti nad Labem (4:2) erstmals wieder auf. Gegen die aggressiv auftretenden Tschechen dauerte es nur zwei Minuten, ehe der Schwede seine Torgefahr bewies und zum schnellen 1:0 traf. Gerade im ersten Durchgang zeigten die Franken auf dem Platz des Bezirksligisten SV Schwaig (trainiert von Ex-Club-Profi Helmut Rahner) eine ansprechende Leistung, nicht zuletzt dank Timothy Tillman.

Die Leihgabe des FCB ließ immer wieder seine technischen Fähigkeiten aufblitzen und machte deutlich, warum es zu den größten Talenten des deutsches Fußballs zählt. Beim 2:0 ließ der gebürtige Nürnberger die gesamte Abwehrreihe der Gäste stehen und bugsierte den Ball aus spitzem Winkel über die Linie. „In sehr guten ersten 30 Minuten haben wir das Pressing des Gegners umspielt und hatten viele Torchancen. Es war ein guter Test“, zeigte sich Michael Köllner zufrieden und froh zugleich, dass die Rekonvaleszenten Ishak und Edgar Salli (Torschütze zum 3:0) Spielpraxis sammeln konnten.

Beim Test in Schwaig traf Edgar Salli:

„Beide sind sicherlich in den nächsten Wochen wertvolle Alternativen für unseren Kader“, freute sich Michael Köllner. Für die Partie in Gelsenkirchen Samstagabend hat Michael Köllner somit wieder deutlich mehr Alternativen in der Hinterhand. Ob allerdings auch Innenverteidiger Georg Margreitter auf Schalke auflaufen kann, ist unklar. Der Österreicher laboriert zum wiederholten Mal an einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen und fehlte bereits im Testspiel in Schwaig.

Als mögliche Vertretung stünde neben Lukas Mühl Defensivallrounder Ondrej Petrak bereit. Der 26-Jährige, der eigentlich im defensiven Mittelfeld zuhause ist, die Position des Innenverteidigers aber bereits mehrfach bekleidete, verlängerte unter der Woche seinen im Sommer 2019 auslaufenden Vertrag um zwei Jahre. „Ich bin seit fast fünf Jahren in Nürnberg und fühle mich hier zuhause. Ich möchte mit dem Club den Klassenerhalt schaffen und so viele Spiele absolvieren wie möglich“, begründete der Dienstälteste Club-Akteur seine Vertragsverlängerung bei Club TV. Der Tscheche, der sich in der vergangenen Saison bereits auf dem Abstellgleis befand und sich erst gegen Ende der Spielzeit mit starken Leistungen zurückmeldete, absolvierte für den FCN bis dato 20 Partien in der Bundesliga und 93 Spiele in der 2. Liga.

Gut möglich, dass demnächst weitere Personalentscheidungen am Valznerweiher fallen. Gegenüber Nürnberger Medien bestätigte Nürnbergs Sportvorstand Andreas Bornemann, „einen gewissen Spielraum im Etat offengelassen zu haben, um im Winter nochmal etwas tun zu können.“ Doch das Transferfenster in der Bundesliga öffnet erst wieder in 41 Tagen.

Bis dahin muss Trainer Köllner versuchen, mehr Stabilität in die Defensive zu bringen. Im Schnitt kassierten die Franken in den vergangenen fünf Ligaspielen drei Gegentore pro Partie.

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