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FCN: „Mr. Unverzichtbar“ als Neuzugang

Nach schwerer Verletzung will Sebastian Kerk wieder beim Club angreifen. In der Oberpfalz schuftete er lange am Comeback.
Von Thorsten Drenkard

Sebastian Kerk will wieder für den FCN jubeln. Foto: Daniel Karmann/dpa
Sebastian Kerk will wieder für den FCN jubeln. Foto: Daniel Karmann/dpa

Nürnberg.Sebastian Kerk hat in der vergangenen Saison sehr viel Zeit in der schönen Region Regensburg verbracht. So sehenswert die Gegend um die Welterbe-Stadt auch sein mag, der Fußballprofi des 1. FC Nürnberg hätte nur zu gerne auf seinen 15-wöchigen Oberpfalz-Aufenthalt verzichtet.

Denn statt in dieser Zeit mit seinen Teamkollegen des Club auf dem Fußballplatz zu stehen und aktiv das Projekt „Bundesliga-Aufstieg“ mitzugestalten, schuftete er zwischen Oktober 2017 und Anfang Februar dieses Jahres in den Räumen des Reha-Zentrums von DFB-Phyisotherapeut Klaus Eder in Donaustauf an seinem Comeback.

Eine schwere und schweißtreibende Zeit für den 24-Jährigen, dessen Saison doch so verheißungsvoll angefangen hatte.

Kerk legte furios los

Vor dem Zweitligastart 2017/18 vom Ligakonkurrenten 1. FC Kaiserslautern zum FCN zurückgekehrt, legte der Offensivmann sogleich furios los. In den ersten vier Pflichtspielen der Franken wirbelte der technisch beschlagene Rotschopf derart sehenswert durch des Gegners Reihen, dass die Club-Fans ihre wahre Freude an „Kerki“ hatten.

In vier Pflichtspielen (drei Liga-, eine Pokalpartie) bereitete der versierte Dribbler stolze sechs Tore seiner Mitspieler vor – ligaweit ein herausragender Statistikwert.

Wissenswertes zu Kerks Profistationen im Info-Block:

Kerks Stationen als Fußballprofi

  • Von Juli 2008

    bis Dezember 2014 sowie Juli und August 2018 war Kerk Spieler des SC Freiburg.

  • Vom 31. August

    2016 bis 30. Juni 2017 trug Kerk in 19 Ligaspielen (ein Tor, zwei Vorlagen) das Lautern-Trikot.

  • Bevor Kerk

    vor der Saison 2017/18 zurückkehrte, spielte er bereits von Januar 2015 bis Juni 2016 beim Club.

Nicht zuletzt wegen seines bärenstarken Saison-Frühstarts wurde Kerk in der fränkischen Presselandschaft bereits als „Mr. Unverzichtbar“ tituliert. Eine gravierende Fehleinschätzung, wie die Saison zeigen sollte.

Denn im Heimspiel gegen Union Berlin Mitte August (2:2), in dem Kerk abermals ein Tor auflegte, riss knapp 20 Minuten vor Spielende die Achillessehne des Mittelfeldmanns. Ohne Fremdeinwirkung, ohne Foul, einfach so – die Saison war für Kerk von einer Sekunde auf die nächste beendet.

Ein schwerer Schlag für den Spieler, die Mannschaft und Coach Michael Köllner, der Kerk direkt nach dem Unglücksspiel gegen Berlin als „Eckpfeiler unserer Mannschaft“ heraushob.

In der Folge mussten sie beim Club aber auf ihren „Mr. Unverzichtbar“ verzichten – und meisterten jene Herausforderung bravourös, wie der achte Bundesliga-Aufstieg am Ende der vergangenen Saison beweist.

Das Comeback klappte nicht

Noch vor dem letzten Spieltag hatte Kerk gehofft, dass „ich zum Ende der Saison nochmal angreifen kann. Ob’s klappt, weiß man nicht.“ Mittlerweile weiß man: Es reichte nicht für ein Comeback in Liga zwei.

Nun liegt der Fokus des 24-jährigen Rekonvaleszenten voll und ganz auf dem 3. Juli. An diesem Tag versammeln sich die Profikicker des 1. FC Nürnberg erstmals wieder am Valznerweiher, um anschließend in die Vorbereitung auf die Bundesligasaison zu starten.

Der FCN informiert über Kerks Fortschritte via Twitter:

„Es sieht alles ganz gut aus, dass ich beim Trainingsauftakt voll dabei bin“, ließ Kerk Anfang der Woche über seinen Arbeitgeber wissen.

Der gebürtige Bad Wurzacher hat bislang bereits in 29 Erstligapartien (für Freiburg) gegen den Ball getreten, in der bevorstehenden Spielzeit will er im Trikot des Club möglichst viele erfolgreiche Spiele draufsatteln.

„Es sieht alles ganz gut aus, dass ich beim Trainingsauftakt voll dabei bin.“

Sebastian Kerk

Das wäre ganz im Sinne der FCN-Verantwortlichen, schließlich hat der Wechsel von Kevin Möhwald gen Werder Bremen eine kreative Lücke im Nürnberger Mittelfeld hinterlassen, die der heimliche Neuzugang der Franken idealerweise schließen soll.

Bei seiner lange ersehnten Rückkehr auf den grünen Rasen will sich Sebastian Kerk nicht allein auf seine fußballerischen Fähigkeiten verlassen, um die kommende Saison für ihn einen deutlich erfreulicheren Verlauf nehmen zu lassen.

Der Linksfuß setzt neben harter Arbeit auf und neben dem Platz auch auf eine Portion Aberglaube. Deshalb wird Kerk in der Spielzeit 2017/18 das Trikot mit der Rückennummer 10 statt der bisherigen 17 tragen.

Kerks Begründung für diesen Schritt: „Die 17 hat mir Pech gebracht. Ich will ein neues Kapital beginnen. In der Jugend oder in der Nationalmannschaft hatte ich immer die 10.“

Künftig wird er jene Nummer also beim Bundesliga-Rückkehrer aus Nürnberg tragen und versuchen, durch furiose Leistungen auf dem Spielfeld wieder zum „Mr. Unverzichtbar“ des Club zu avancieren.

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