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FCN: Noch viel Luft nach oben

Dem durchwachsenen Test im Trainingslager gegen Zwolle folgt die Partie gegen Belgiens Erstligist Royal Exel Mouscron.
Von Daniel Frasch

Club-Neuzugang Virgil Misidjan im Testspiel gegen Zwolles Darryl Lachman. Fotos: Zink (3), Eibner (2)
Club-Neuzugang Virgil Misidjan im Testspiel gegen Zwolles Darryl Lachman. Fotos: Zink (3), Eibner (2)

Benahavis.17 Grad Celsius, dazu eine milde Brise und strahlender Sonnenschein: Es gibt zweifelsfrei unangenehmere Orte, den Januar zu verbringen, als im kleinen Bergdorf Benahavis in der Provinz Malaga in Südspanien. Doch der 31-Mann starke fränkische Kader ist nicht nach Spanien gereist, um sich von der nahegelgenen Costa del Sol verzaubern zu lassen. In der rund 7300-Seelen-Gemeinde bereitet sich der 1. FC Nürnberg seit vergangenen Freitag intensiv auf die Rückrunde der Fussball Bundesliga vor.

Harte Arbeit, schweißtreibende Trainingseinheiten und taktische Umstellungen stehen auf dem Tagesprogramm. „Wir wollen an vielen Schrauben drehen. Wir müssen schneller Fußball spielen, aber auch besser verteidigen. Dazu müssen wir mehr Torchancen herausspielen und diese effizienter nutzen“, nannte Nürnbergs Trainer Michael Köllner auf der Internetseite des Bundesligisten die hochgesteckten Ziele des Trainingslagers.

Remis im ersten Testspiel

Die neu einstudierten taktischen Vorgaben setzte der Club vergangenen Montag erstmals im Testspiel gegen den niederländischen Erstligisten PEC Zwolle (1:1) um. Köllner formierte seine Mannschaft in einem 4-4-2-System mit Raute. Hanno Behrens, Patrick Erras, Federico Palacios und Matheus Pereira bildeten dabei das Mittelfeld im ersten Durchgang. Im Angriff agierte Adam Zrelak neben Törles Knöll, der den Club im ersten Durchgang mit 1:0 in Führung schoss.

Sechs intensive Einheiten hatten jedoch ihre Spuren hinterlassen, vor allem bei den Club-Akteuren, die im zweiten Durchgang ran durften, waren die Beine schwer. „Der ein oder andere rang ziemlich mit den Kräften“, gestand Michael Köllner hinterher ein, zeigte sich „grundsätzlich zufrieden, wie sich die Mannschaft bewegt hat.“

Dementsprechend rar gesät waren dann auch Torchancen in der zweiten Hälfte. Weder das Angreifer-Duo Mikael Ishak und Virgil Misidjan noch der offensive Yuya Kubo konnten gegen den niederländischen Abstiegskandidaten Akzente setzen. Nach einem Fehler von Alexander Fuchs kam die vom ehemaligen Nationalspieler Jaap Stam trainierte Zwolle-Elf zum 1:1-Ausgleich und gleichzeitigen Endstand. „Schade, dass wir so ein billiges Tor kassiert haben“, ärgerte sich Köllner im Anschluss an die Partie.

Valentini feiert Comeback

Neben Kapitän Hanno Behrens kehrte auch Abwehrspieler Enrico Valentini erstmals seit seiner Verletzung zurück auf den Rasen. Der Verteidiger fehlte wegen eines Sehenanrisses im Oberschenkel die vergangenen zwei Monate und soll den Franken ab sofort die nötige Stabilität im rechten Abwehrbereich geben. Noch nicht zum Einsatz kamen dagegen Allrounder Eduard Löwen und Törhüter Christian Mathenia. Zum Rückrundenstart am 20. Januar gegen Hertha BSC Berlin sollen beide aber wieder zur Verfügung stehen. Robert Bauer hingegen nicht. Der Rechtsverteidiger zog sich gegen Zwolle zu Beginn der Partie bei einer Rettungsaktion einen Muskelfaserriss zu und wird dem Club in den kommenden drei bis vier Woche fehlen.

Nur allzu gerne würde Trainer Michael Köllner noch im Trainingslager in Spanien einen Neuzugang begrüßen, allein die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr gering. Gegenüber Nürnberger Medien stellte Sportvorstand Andreas Bornemann klar: „Wenn überhaupt, wird sich das noch etwas in die Länge ziehen. Es ist nicht davon auszugehen, dass in den Tagen in Benahavis noch etwas in Sachen Transfers passieren wird.“

Die nächste Chance sich zu beweisen und sich für den Rückrundenauftakt in den Vordergrund zu spielen bekommen die Nürnberger Profis kommenden Freitag im Testspiel gegen den belgischen Erstligisten Royal Exel Mouscron. Gegen den Tabellenvorletzten der Jupiler League bestreiten die Franken Test Nummer zwei.

„Mittwoch und Donnerstag geht es darum, Grundlagen zu legen, um dann am Freitag sicherlich etwas frischer das Testspiel gegen Mouscron über dreimal 45 Minuten anzugehen. So haben die Spieler die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum zu zeigen“, begründete der Club-Trainer die ungewöhnliche Spielzeit von 135 Minuten. Mit frischeren Beinen soll dann auch eine spielerische Steigerung zu erkennen sein. Insbesondere in der Offensive müssen die Franken zulegen.

Einer, der für Akzente im Angriff im Sommer verpflichtet wurde, ist Virgil Misidjan. Der Niederländer, mit drei Millionen Euro Ablösesumme der teuerste Neuzugang in der Historie des 1. FC Nürnberg, wurde von den fränkischen Anhängern zum Clubspieler der Hinrunde gewählt.

Über 10 000 Fans hatten sich am Voting beteiligt, mit über 26 Prozent der Stimmen setzte sich der 25-Jährige mit großem Abstand vor Kapitän Hanno Behrens (10,3 Prozent) durch. „Das ist eine tolle Auszeichnung. Auch wenn es mir natürlich lieber gewesen wäre, dass wir als Mannschaft erfolgreicher sind“, kommentierte der schnelle Offensivspieler den persönlichen Erfolg, um gleich ein Versprechen an die Anhängerschaft hinterher zu schieben: „Wir werden in der Rückrunde alles dafür tun, um unsere Ziele zu erreichen.“

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