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DFB-Pokal

FCN: Von Pleiten, Pech und Pannen

Seit 2007 warten Nürnbergs Fans auf den fünften Pokalsieg. Die MZ wirft einen Blick auf die jüngere Pokalhistorie des Club.
Von Daniel Frasch

Wenig Grund zum Jubeln hatten die Anhänger des 1. FC Nürnberg seit dem Pokalsieg 2007. In den vergangenen Jahren setzte es so manche schmerzhafte und peinliche Niederlage.Fotos: dpa
Wenig Grund zum Jubeln hatten die Anhänger des 1. FC Nürnberg seit dem Pokalsieg 2007. In den vergangenen Jahren setzte es so manche schmerzhafte und peinliche Niederlage.Fotos: dpa

Saison 2008/09: Der Club muss sich in Runde zwei dem FCB beugen, schon nach sieben Minuten lag man zurück.

Nationalstürmer Miroslav Klose beendete mit der 1:0-Führung bereits nach sieben Spielminuten die Nürnberger Pokal-Hoffnungen, FCB-Mittelfeldspieler Tim Borowski besorgte mit dem 2:0 in der 68. Minute den vorzeitigen Endstand.

Der Münchner Luca Toni (r) und der Nürnberger Juri Judt kämpfen um den Ball. Foto: Tobias Hase dpa/lby
Der Münchner Luca Toni (r) und der Nürnberger Juri Judt kämpfen um den Ball. Foto: Tobias Hase dpa/lby

Obwohl Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann Frank Ribery, Mark von Bommel und Lukas Podolski schonte, waren die Münchner an diesem Tag mindestens eine Nummer zu groß für den 1. FC Nürnberg.

Saison 2009/10: Mit dem Abwehrspieler Per Nilsson vermasselt ein späterer Nürnberger dem Club die Pokal-Tour.

Vor rund 26.000 Zuschauern zu Hause mühten sich die Kicker des Club zwar redlich, gegen die damalige Übermannschaft der TSG Hoffenheim war letztlich aber kein sportliches Kraut gewachsen.

Spieler wie Vedad Ibisevic, Carlos Eduardo, Demba Ba und Luiz Gustavo waren für die Franken schlicht kein Gegner auf Augenhöhe. Das folgerichtige Resultat: Trotz aufopferungsvollen Kampfes war die fränkische Pokalreise bereits in der zweiten Runde vorbei.

Saison 2010/11: Der A-Jugendspieler Julian Draxler trifft Nürnberg in der Verlängerung des Viertelfinals ins Mark.

Die Mannschaft von Club-Trainer Dieter Hecking erwischte einen starken Tag und führte durch die beiden Treffer von Julian Schieber zwei Mal in Gelsenkirchen. Nach dem Schalker Ausgleich durch Ivan Rakitic stellten sich die Zuschauer in der Veltins-Arena bereits auf das Elfmeterschießen ein – außer ein gewisser Nachwuchsmann namens Julian Draxler.

Drei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte der damals 17-Jährige den schmeichelhaften 3:2-Siegtreffer (119.) und besiegelte damit Nürnbergs Pokal-Aus.

Ein Rückblick auf das Abschneiden des Club in der Liga seit 2007:

Saison 2011/12: Die Niederlage im fränkischen Derby gegen Fürth geht in die Geschichte ein.

Vier Tage vor Weihnachten verhagelte der 1. FC Nürnberg seinen Fans das Weihnachtsfest auf das Gründlichste. Ausgerechnet gegen den Erzrivalen aus der Nachbarstadt unterlag der Club vor ausverkauftem Haus mit 0:1 – Siegtorschütze war Edgar Prib.

Nach der Partie stürmten aufgebrachte Nürnberger Chaoten in Scharen den Rasen und machten sich auf den Weg zu den Gästefans in der Südkurve. Die einschreitende Polizei verhinderte Schlimmeres.

Saison 2012/13: Beim Regionalligisten TSV Havelse blamiert sich der Club und scheidet in Runde eins aus.

Bei brütender Hitze in Garbsen ging Nürnberg durch Angreifer Alexander Esswein zwar früh in Führung (7.), für Sicherheit sorgte der Treffer in den Reihen der Franken jedoch nicht – im Gegenteil: Erst zehn Minuten vor Schluss rettete der slowakische Nationalspieler Robert Mak den Club in die Verlängerung.

Dort kam, was kommen musste: Nach einer unterirdischen Leistung schieden die Franken bereits in der ersten Pokalrunde aus, Havelses Marc Vucinovic avancierte beim 3:2-Sieg seiner Farben zum Matchwinner (97.).

Saison 2013/14: Bei Zweitligist Sandhausen verliert der Club im Elfmeterschießen und blamiert sich erneut.

Angreifer Daniel Ginczek brachte die Franken in Sandhausen zwar in Front, einem Nürnberger Sieg stand jedoch die mangelnde Chancenverwertung im Weg.

Während Sandhausen sich ins Elfmeterschießen rettete und dort alle vier Versuche versenkte, versagten Nürnbergs Hanno Balitsch und Marvin Plattenhardt die Nerven vom Punkt. Zum zweiten Mal in Folge schied der Club gegen einen unterklassigen Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals aus.

Saison 2014/15: Der Club unterliegt Drittligist Duisburg und streicht zum dritten Mal in Folge die Segel in Runde eins.

Nach der heftigen 1:5-Niederlage in der Liga gegen den Erzrivalen aus Fürth blieb Nürnberg auch im DFB-Pokal vieles schuldig.

Verteidiger Stark holte Duisburgs Zlatko Janjic im Strafraum von den Beinen, der Gefoulte verwandelte den fälligen Strafstoß zum vorzeitigen 1:0-Endstand (11.). Der damals neue FCN-Trainer Valerien Ismael geriet mächtig in die Kritik, rund drei Monate später wurde der frühere Bayern-Spieler schließlich entlassen.

Saison 2015/16: Souveräne Berliner Kicker zeigen mutigem Club im Achtelfinale die Grenzen auf.

Viel hatte sich die Mannschaft des Schweizer Club-Trainers René Weiler vorgenommen, alleine Zählbares wollte gegen die Hertha nicht gelingen.

Zu stabil verteidigten die Hauptstädter, zu kopflos rannten Guido Burgstaller, Allesandro Schöpf und Co. ein ums andere Mal gegen die Berliner an. Anders die Hauptstädter: Vladimir Darida und Anthony Brooks nutzten ihre Chancen eiskalt und sorgten so für den verdienten 2:0-Auswärtserfolg im Frankenstadion.

Saison 2016/17: In der zweiten Runde scheitert der Club trotz starker Aufholjagd wieder einmal an Schalke 04.

Zur Pause glaubte wohl keiner der rund 28.300 Zuschauer im Stadion mehr an ein Comeback der Franken, zu desolat gestaltete sich der Auftritt in den ersten 45 Minuten.

Schalke führte verdient mit 3:0. Doch der Club gab sich nicht geschlagen und kam binnen neun Minuten (59., 68.) auf 2:3 heran. Obwohl es für den Ausgleich letztlich nicht mehr reichte, verabschiedeten sich die Franken erhobenen Hauptes und unter Applaus von den Rängen aus der zweiten Runde des Pokal-Wettbewerbs.

Saison 2017/18: Der Club liefert Wolfsburg Paroli und verliert erst in der Verlängerung.

Da war viel mehr drin: Gegen den Bundesligisten aus Wolfsburg bewegten sich die Franken lange Zeit auf Augenhöhe und hatten im zweiten Durchgang gleich mehrfach die Führung auf dem Fuß: Doch sowohl Hanno Behrens als auch Mikael Ishak und Edgar Salli scheiterten binnen fünf Minuten bei hochkarätigen Einschussmöglichkeiten.

Felix Uduokhai und der Ex-Cluberer Daniel Didavi entschieden die Partie letztlich in der Verlängerung. Eine aufgrund des Nürnberger Chancenpluses bittere und unnötige Niederlage.

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