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Gerichtsurteil

FCN: Wettfreudiger Fan klagte vergebens

Wegen eines nicht gegebenen Tores für den Club hatte der Fan auf 190,97 Euro Schadensersatz geklagt – und blitzte damit ab.
Von Thorsten Drenkard

Das Gericht wies die Klage des wettfreudigen Fußballfans ab. Foto: Martin Gerten/Archiv
Das Gericht wies die Klage des wettfreudigen Fußballfans ab. Foto: Martin Gerten/Archiv

Nürnberg.Einen ungewöhnlichen Fall hatte das Amtsgericht Nürnberg zu behandeln. Dabei ging es um die Bundesliga-Partie des 1. FC Nürnberg gegen den FC Schalke 04 vom April dieses Jahres, Endstand: 1:1.

Ein wettfreudiger Fußballfan hatte in dieser Partie auf einen Treffer des FCN in der ersten Spielhälfte gesetzt. Tatsächlich spitzelte Club-Kapitän Hanno Behrens damals in der 43. Minute des Spiels den Ball auch in des Gegners Tor – allerdings erkannte Schiedsrichter Dr. Robert Kampka den Treffer wegen eines vermeintlichen Foulspiels nicht an.

Der Streitwert lag bei 190,97 Euro

Eine Fehlentscheidung, wie der Kläger befand, dem durch das nicht gegebene Tor ein Wettgewinn von 190,97 Euro entging. Das wollte der Fußballfan nicht auf sich sitzen lassen und verklagte die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf 190,97 Euro. Letztlich allerdings ohne Erfolg, denn das Nürnberger Amtsgericht wies die Schadensersatz-Klage ab.

Der Nürnberger Hanno Behrens spricht mit Schiedsrichter Robert Kampka (l-r). Foto: Timm Schamberger/dpa
Der Nürnberger Hanno Behrens spricht mit Schiedsrichter Robert Kampka (l-r). Foto: Timm Schamberger/dpa

Das Gericht war in seiner Begründung der Auffassung, dass es keine Anspruchsgrundlage gibt, wonach der Kläger seinen Schaden verlangen könne. Zunächst habe der Kläger keine vertraglichen Beziehungen zur DFL. Vielmehr habe er sich lediglich an einem Wettspiel eines Sponsoringpartners der Beklagten beteiligt.

Kein Betrugsfall vorliegend

Weiterhin sah das Amtsgericht Nürnberg auch keinen Fall von Betrug vorliegen, wie es in einer Mitteilung vom Montag heißt. Es hätten keinerlei Anhaltspunkte vorgelegen – und seien vom Kläger auch nicht vorgetragen worden –, wonach der Schiedsrichter bewusst und damit vorsätzlich eine Fehlentscheidung getroffen habe.

Zudem stellte das Gericht fest, dass eine Sportwette gerade von der Ungewissheit über den Spielverlauf und dessen Spielausgang sowie von möglichen Fehlentscheidungen von Unparteiischen oder Fehlern von Spielern lebe und eben darin die Attraktivität der Wette liege. Jeder Wettteilnehmer müsse das Risiko eigenverantwortlich abwägen und bleibe für seine Entscheidung selbst verantwortlich.

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