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Geist von Max Morlock beseelt die Fans

Trotz des gescheiterten Crowdfundings wird der 1. FC Nürnberg nächstes Jahr im „Max-Morlock-Stadion“ kicken.
Von Thorsten Drenkard

Die Fans des 1. FCN pilgern künftig ins „Max-Morlock-Stadion“. Foto: Eibner
Die Fans des 1. FCN pilgern künftig ins „Max-Morlock-Stadion“. Foto: Eibner

Nürnberg.Ob der mediale Wirbel der vergangenen Wochen rund um seine Person dem „Maxl“ gefallen hätte, darf getrost bezweifelt werden.

Max Morlock war zu Lebzeiten ein bodenständiger und bescheidener Mensch. Nach seiner spektakulären Fußballerlaufbahn, während der er zwei Deutsche Meisterschaften mit dem 1. FC Nürnberg errang und 1954 sensationell Weltmeister mit der DFB-Auswahl wurde, eröffnete er eine Lotto- und Toto-Annahmestelle in der Pillenreuther Straße in Nürnberg. Selbstdarstellung oder Starkult kannte das FCN-Idol nicht.

Verehrung der Fans bis heute

Gerade deshalb, und wegen seiner mannschaftsdienlichen, uneigennützigen Spielweise, verbunden mit einer besonderen Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor, verehren die Fans des 1. FC Nürnberg ihren Max Morlock bis heute.

Ab nächster Saison werden die Anhänger des fränkischen Traditionsvereins ihre Helden von heute in ihrem Stadion anfeuern, das nach dem unvergleichlichen Ehrenspielführer des FCN benannt sein wird. Seit Sonntag ist gewiss: Der Club spielt künftig im „Max-Morlock-Stadion“, das macht die Consorsbank möglich, welche bis 2020 die Namensrechte am Stadion von der Stadt Nürnberg erworben hat.

Seit Jahren forderten die Fans die Stadionumbennenung. Foto: Merz / Eibner-Pressefoto
Seit Jahren forderten die Fans die Stadionumbennenung. Foto: Merz / Eibner-Pressefoto

Ursprünglich hatte das Geldhaus geplant, per Crowdfunding 800.000 Euro zusammenzubringen, um den Stadionnamen zu realisieren. Nachdem aber lediglich rund 340.000 Euro zusammengekommen waren, gab die Consorsbank bekannt, die Summe aufzustocken und das Prestigeprojekt „Max-Morlock-Stadion“ auf diesem Weg zu finalisieren. Damit wird umgesetzt, was die „Ultras Nürnberg“ bereits im Jahr 2006 erstmals gefordert hatten.

Club-Anhängerin Petra Leindecker aus Neumarkt gefällt der Gedanke, in der nächsten Saison im „Max-Morlock-Stadion“ ihre Bratwurstsemmel zu essen und ihren Club anzufeuern. „Ich finde das sehr schön, dass es nach so vielen Jahren geklappt hat. Max Morlock und der Club gehören einfach zusammen“, freut sich die 27-Jährige. Sie gesteht aber auch ein, sich nicht an der Crowdfunding-Aktion beteiligt zu haben. „Ganz ehrlich: Ich würde auch ins Stadion gehen, wenn es Consorsbank-Arena oder sonst was geheißen hätte“.

„Da müsste ,Maxl’ selbst spielen“

Ähnlich verhält es sich bei Joachim Schindler, der seit 31 Jahren zu den Spielen des 1. FCN pilgert und den legendären Max Morlock folglich nie hat spielen sehen (Morlock beendete 1964 seine Karriere). „Natürlich freut es mich, dass wir für unser Stadion einen so klangvollen Namen haben und dass es nicht nach einem Unternehmen benannt wird“, sagt der 49-jährige Cluberer – aber: „Letztlich ist es nur ein Name. Das Team spielt davon auch nicht besser. Da müsste der ,Maxl‘ schon selbst mitspielen“, ist Schindler überzeugt, der keinen Cent für das Crowdfunding-Projekt gegeben hat.

Seine letzte Partie im Trikot des FCN, den Morlock auch nicht für ein großzügiges Angebot des AC Bergamo verließ, bestritt der Ausnahmespieler am 14. Mai 1964 in seinem Abschiedsspiel gegen Nacional Montevideo – damals im Städtischen Stadion Nürnberg.

Ein Kommentar zum gescheiterten Crowdfunding der Consorsbank:

Kommentar

Eine peinliche PR-Pleite

Man sollte davon ausgehen können, dass sie bei einem Geldhaus wissen, wie man mit Zahlen, Bilanzen und Risiken umgeht.

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