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Fussball

Wenig Raum für Optimismus beim Club

In Spanien zeigte der 1. FC Nürnberg altbekannte Schwächen. Bis zum Auftakt gegen Berlin bleibt viel Arbeit.
Von Daniel Frasch

FCN-Coach Michael Köllner muss sein Team in die Spur bringen. Fotos: Daniel Karmann/Ina Fassbender/dpa
FCN-Coach Michael Köllner muss sein Team in die Spur bringen. Fotos: Daniel Karmann/Ina Fassbender/dpa

Nürnberg.„Es war eine tolle Zeit, es hat viel Spaß gemacht“, versicherte Nürnbergs Eduard Löwen unter spanischer Sonne. Die Begeisterung des 21-Jährigen bezog sich jedoch weniger auf das absolvierte Trainingslager seines FCN. Vielmehr hatte der Besuch des drittkleinsten Landes der Welt, Gibraltar, samt Abstecher zum legendären Affenfelsen schwer Eindruck beim gebürtigen Idar-Obersteiner hinterlassen.

Der Club nutzte den neuntägigen Aufenthalt nahe Marbella nicht nur zu schweißtreibenden Einheiten auf dem Rasen, sondern unternahm mit dem gesamten Tross auch eine kulturelle Reise in das britische Überseegebiet. Neun Tage residierte der 1. FC Nürnberg im Bergdorf Benahavis, um sich auf das schwierige Unterfangen Bundesliga-Klassenerhalt vorzubereiten. Die Ausgangslage ist nach der dürftigen Hinrunde mit nur elf Punkten aus 17 Partien zwar nicht aussichtslos – rosig ist sie allerdings auch nicht.

Schwache Testspiele

Aufbruchstimmung kann im Nürnberger Umfeld nach den dargebotenen Leistungen in den beiden Testspielen jedenfalls nur bedingt aufkommen. Zu schwach waren die Auftritte gegen den niederländischen Erstligisten PEC Zwolle (1:1) und den belgischen Abstiegskandidaten Royal Excelsior Mouscron (1:2). Insbesondere in der Partie gegen die von Ex-Profi Bernd Storck trainierten Belgier enttäuschte der Club auf ganzer Linie.

Dabei konnte Trainer Michael Köllner mit Ausnahme der kurzfristig ausgefallenen Lukas Mühl (Magen-Darm-Infekt) und Ondrej Petrak (muskuläre Probleme) auf seine vermeintlich stärkste Elf zurückgreifen. „Es war noch sehr viel Sand im Getriebe“, gestand der Oberpfälzer.

Im Test über dreimal 45 Minuten blieben die Franken nicht nur spielerisch über weite Strecken ihre Bundesligazugehörigkeit schuldig. Auch auf der Torhüterposition scheint der FCN ernsthafte Probleme zu bekommen. Erst patzte Rückkehrer Christian Mathenia beim Freistoß zum 0:1, dann machte auch Fabian Bredlow keine gute Figur und blieb bei einer harmlosen Flanke auf der Linie kleben – 0:2.

Schlechte Chancenverwertung

Besser wurde das fränkische Spiel erst im dritten Durchgang, aufgrund der haarsträubenden Chancenverwertung stand am Ende dennoch eine 1:2-Pleite. „Natürlich war die Sehnsucht bei den Fans groß, dass wir da den Bock gefühlt umstoßen und ich verstehe auch die Skepsis. Ich kann das aber trotzdem ganz gut einordnen und sehe, was und vor allem wie wir die letzten Tage trainiert haben. Daher bin ich sicher, dass wir am Sonntag gegen Berlin in einer top Verfassung auf dem Platz stehen“, zeigte sich Köllner trotz der Niederlage weiter zuversichtlich.

Einziger Lichtblick beim Testkick gegen Mouscron war die langersehnte Rückkehr von Eduard Löwen. Nürnbergs Allrounder, der rund zwei Monate wegen anhaltender Oberschenkelprobleme ausfiel, kam für Kapitän Hanno Behrens in die Partie und stand 56 Minuten auf dem Feld. „Ein tolles Gefühl, nach so langer Zeit wieder auf dem Platz zu stehen. Ich bin glücklich, dass alles so gut geklappt hat“, kommentierte der deutsche U-21-Nationalspieler sein Comeback. Angst und Schrecken verbreitete jedoch weder seine persönliche Leistung, noch die der gesamten Nürnberger Mannschaft – auch nicht beim extra angereisten Berliner Chefscout Thorsten Wohlert.

Rund um den 1. FC Nürnberg

  • Alles Gute: Ex-Clubprofi und Pokalsieger von 2007, Tomas Galasek, feiert am Dienstag seinen 46. Geburtstag.

  • Hereinspaziert: Mittwoch- und Donnerstagvormittag trainiert der
    1. FC Nürnberg jeweils um 11 Uhr öffentlich.

  • Dahingerafft: Lukas Mühl, Edgar Salli, Sebastian Kerk und Tobias Kraulich fehlten zuletzt krankheitsbedingt.

Gegen die Hertha startet der Club am Sonntag (15.30 Uhr) in die Rückrunde und damit auch die erhoffte Aufholjagd. Um das Unterfangen Klassenerhalt positiv zu beginnen, müssen Punkte her gegen die zuletzt drei Mal in Folge sieglosen Hauptstädter. Welche Spieler den fränkischen Karren aus dem Dreck ziehen sollen, steht so gut wie sicher fest.

Zwischen den Pfosten wird trotz seines Patzers gegen Mouscron Christian Mathenia stehen, die Vierer-Abwehrkette bilden Tim Leibold, Georg Margreitter, Lukas Mühl und Rückkehrer Enrico Valentini. Innenverteidiger Ewerton droht nach überschaubaren Trainingsleistungen die Bank.

Im Mittelfeld sind Ondrej Petrak und Hanno Behrens gesetzt, offensiv hat der Niederländer Virgil Misidjan einen Stammplatz. Um die restlichen drei Positionen streiten sich Federico Palacios, Eduard Löwen, Yuya Kubo, Matheus Pereira und Mikael Ishak. Konkurrenzkampf, der die Franken nur beflügeln kann. Denn nach wie vor sind Verstärkungen Fehlanzeige, noch immer konnte Sportvorstand Andreas Bornemann keine Verpflichtungen vermelden. Zwar stand der 47-Jährige auch im Trainingslager in Benahavis in ständigem Kontakt mit Spielerberatern, ein Spieler, der den Franken sportlich auf Anhieb weiterhilft und gleichzeitig erschwinglich ist, war jedoch noch nicht dabei.

Glaubt man Kapitän Hanno Behrens, sind Verstärkungen ohnehin nicht von Nöten. „Wenn ich sehe, wie die Mentalität in der Mannschaft ist und was für eine geschlossene Einheit wir sind, bin ich positiv gestimmt. Es wird eine schwere Aufgabe, aber wir haben den Glauben an uns“, sagte der der 28-Jährige auf fcn.de. Das Problem: Nur über den Zusammenhalt lässt sich der Klassenerhalt nicht realisieren.

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