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Palikuca beim FCN vorgestellt

Der neue Sportvorstand des 1. FC Nürnberg sieht viel Arbeit vor sich. Welche das ist, verriet er bei seiner Vorstellung.

Sein Gesicht und das Emblem des 1. FC Nürnberg sind ab sofort eng verbunden: Robert Palikuca.  Foto: Wolfgang Endlein
Sein Gesicht und das Emblem des 1. FC Nürnberg sind ab sofort eng verbunden: Robert Palikuca. Foto: Wolfgang Endlein

Nürnberg.Wer ist Robert Palikuca? Diese Frage treibt viele Fans des 1. FC Nürnberg seit einer Woche um. Seit der Bekanntgabe, dass der 40-Jährige der neue Sportvorstand beim Bundesligisten wird, versuchten Journalisten aus dem Wenigen, was bekannt war, ein Porträt zusammenzusetzen.

Ein Ex-Profi, der meist in der vierten Liga gekickt hatte, und anschließend im Stillen bei Fortuna Düsseldorf sich bis zum Manager der Lizenzspielerabteilung samt Anteil an der jüngsten positiven Entwicklung des Bundesliga-Konkurrenten hochgearbeitet hatte. Kaum mehr war in Nürnberg bekannt. Beim ersten öffentlichen Auftritt in Nürnberg schärfte sich das Bild zumindest ein wenig.

Für Palikuca begann um 6 Uhr der Arbeitstag

Groß, um genau zu sein 1,96 Meter, blauer Anzug und weiße Sneakers, rauchige Stimme, direkter Blick, so präsentierte sich Palikuca im Presseraum des Max-Morlock-Stadions. Vor allem strahlte der neue Sportvorstand viel Tatendrang aus. „Ich weiß, es wartet viel Arbeit auf mich“, sagte der Mann, der sich selbst als Workaholic bezeichnete.

Der Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale mit dem FC St. Pauli gegen den FC Bayern gehört zu den Höhepunkten der aktiven Karriere des Robert Palikuca. Inklusive des Handschlags mit Oliver Kahn. Foto: Maurizio Gambarini dpa/lno
Der Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale mit dem FC St. Pauli gegen den FC Bayern gehört zu den Höhepunkten der aktiven Karriere des Robert Palikuca. Inklusive des Handschlags mit Oliver Kahn. Foto: Maurizio Gambarini dpa/lno

Schon um 6 Uhr hatte sein erster Arbeitstag beim FCN begonnen, wie er danach erklärte. Treffen mit dem Videoanalysten des Clubs in Düsseldorf, danach Weiterfahrt nach Nürnberg, dort erste Gespräche, denen noch viele weitere in den kommenden Tagen und Wochen folgen werden. „Ich muss den Verein kennenlernen.“ Dann erst werde er in die Phase eintreten, die Entscheidungen beinhalten werde.

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Wird Robert Palikuca dem FCN Erfolg bringen?

Der 1. FC Nürnberg hat einen neuen Sportvorstand. Ist Robert Palikuca der Richtige für den Job?

Davon stehen einige an. Allen voran jene, wer kommende Saison Trainer sein wird. Boris Schommers hat nach der Übernahme von Michael Köllner die Mannschaft allmählich wieder stabilisiert. In Nürnberg herrscht nach den jüngsten Auftritten wieder so etwas wie eine Aufbruchsstimmung – im Verein und im Umfeld. Zumindest der Relegationsplatz ist bei drei Punkten Rückstand in Sichtweite. Auch deshalb wollte sich Palikuca wenig überraschend nicht zu seinen Überlegungen für den Trainerposten äußern. „Das wäre fahrlässig.“ Er wolle der Mannschaft nicht den aktuellen Schwung nehmen.

FCN soll sich breiter aufstellen

Bei aller Notwendigkeit, sich erst im neuen Umfeld einarbeiten zu müssen, ließ Palikuca dennoch durchblicken, dass er auch mit festen Ideen nach Nürnberg gekommen ist. So soll die anstehende Arbeit beim Club im sportlichen Bereich auf noch mehr Schultern verteilt werden. Mindestens zwei weitere Mitarbeiter will der neue Sportvorstand im Bereich des Sportmanagements installieren. „Ich bin ein Freund einer breiten Aufstellung.“

Ob die ersten Gespräche, die der 40-Jährige noch am Sonntag im Stadion seines bisherigen Arbeitgebers Düsseldorf bei dessen Niederlage gegen München geführt hatte, in diese Richtung gehen, wollte er nicht näher konkretisieren. Dies liegt aber nahe, da sich Palikuca mit Blick auf die Akteure auf den Rasen bedeckt hielt. Zunächst müsse er sich in die Vertragsverhältnisse im Team einarbeiten, war eine Äußerung, die darauf hindeutet, dass es bei der Kaderplanung noch einige Zeit für Orientierung brauchen wird.

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Den Club sieht der Palikuca dabei nicht ins zeitliche Hintertreffen geraten – trotz der langen, achtwöchigen Suche nach einem Sportvorstand. Für die Planung sei die aktuell ungewisse Ligazugehörigkeit in der kommenden Saison nichts Negatives, sagte Palikuca, um zugleich einen Blick auf das Profil der Spieler freizugeben, die er sucht: „Wir wollen Spieler verpflichten, mit denen wir sowohl wieder direkt aufsteigen als auch den Klassenerhalt in der 1. Liga schaffen können“. Spieler, die bereits eine gewisse Qualität hätten, aber auch noch Entwicklungspotenzial besäßen.

Robert Palikuca

  • Herkunft:

    Robert Palikuca wurde 1978 in Bückeburg (Niedersachsen) geboren, wo er beim heimischen VfL das Fußballspielen lernte.

  • Fußball-Profi:

    Die ersten Schritte im Profi-Geschäft machte der Verteidiger kroatischer Abstammung beim VfL Trier, bevor er 2000 in die Oberliga Südwest zum FSV Salmrohr (Rheinland-Pfalz) wechselte. Ende 2003 wechselte Palikuca zum FC St. Pauli.

  • DFB-Pokal:

    Mit den Hanseaten kickte er bis 2006 in der Regionalliga. 2005/06 schied man im DFB-Pokal erst im Halbfinale gegen Bayern aus.

  • Düsseldorf:

    2006 wechselte Palikuca zu Fortuna Düsseldorf, mit dem er in die 3. und 2. Liga aufstieg. In der 2. Liga absolvierte er aber kein Spiel. Ab Sommer 2010 klang seine aktive Karriere unterklassig bei Bösinghoven allmählich aus. Nach seiner aktiven Karriere coachte er zudem den TSV Meerbusch (Oberliga).

  • Funktionär:

    Schon in der Endphase seiner aktiven Karriere begann der studierte Sportmanager in der Marketingabteilung der Fortuna zu arbeiten. Seit Sommer 2016 war Palikuca offiziell Manager Lizenzmannschaft in der Abteilung Scouting & Kaderplanung.

Eine Losung, wie sie wohl die meisten Vereine ausgeben dürften. Was natürlich auch dem selbst ernannten Workaholic Palikuca bewusst ist, der deswegen über seine anstehende anstrengende Arbeit sagte: „Da sind Hunderte Vereine unterwegs. Man muss ständig wach sein. Man muss schnell sein“. Umso mehr, als der FCN über keine übermäßig gut gefülltes Konto verfügt.

Für diesen Fußball steht Palikuca

Ein Umstand, den Palikuca bereits aus Düsseldorf kennt und der ihn wohl auch in Augen des FCN-Aufsichtsrates für Nürnberg prädestinierte. „Was man hat, muss man vernünftig einsetzen“, sagte der Neue. Dass beim Versuch, mit relativ bescheidenen Mitteln möglichst viel herauszuholen, allerdings auch Fehleinschätzungen nicht ausbleiben, betonte der Kroate ebenso.

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Das sind Palikucas Baustellen beim Club

Der neue FCN-Sportvorstand muss den Verein nicht nur sportlich auf Kurs bringen, sondern auch sehr gut haushalten können.

Gelingt es, Letztere zu minimieren, erhofft sich Palikuca, sich mit dem FCN in der Bundesliga zu etablieren. Mittelfristig, wie der 40-Jährige betonte, der gekommen ist, um länger zu bleiben. Diesem großen Ziel ordnete Palikuca ein weiteres bei: „Ich will, dass wir leidenschaftlichen Fußball spielen. Dass wir alle Spaß haben“. Man müsse sich mit dem Fußball, den der 1. FC Nürnberg in seiner Amtszeit spielen soll, identifizieren können. Große Ziele, für deren Erfüllung der neue Sportvorstand mit der einfachen Aussage Hoffnung zu machen versuchte: „Es wird schon alles gut werden“.

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