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Sport aus Regensburg
Donnerstag, 22. Februar 2018 1

Handball

Alles auf Aufstieg ausgerichtet

„Toll entwickelte Junge“, und nun Neuzugang Ranko Dzolic: Die SG Regensburg trennt noch 14 Spiele vom großen Ziel.
von Gerd Winkler, MZ

Valentin Deml und seine jungen Mitstreiter bei der SG Regensburg wissen zu übnerzeugen. Foto: Brüssel

Regensburg.Bei Landesliga-Spitzenreiter SG Regensburg ist vor dem Schlager am Samstag beim Dritten TG Heidingsfeld alles auf das Saisonziel, den Aufstieg in die Handball-Bayernliga, ausgerichtet und untergeordnet. Ausgerichtet? In der Weihnachtspause wurde mit Ranko Dzolic ein Linkshänder für den rechten Rückraum verpflichtet. Untergeordnet? Selbst als Mittwochabend die deutsche Nationalmannschaft sich mit Mazedonien den nächsten EM-Thriller (25:25) lieferte, war das kein Anlass zugunsten der Live-Übertragung das Training zu verschieben oder gar ausfallen zu lassen.

„Logisch, Training ist wichtiger als das Spiel anschauen!“, stellt Vorstand Helmut Meichel genauso klar, wie auch dass der gescoutete Ranko Dzolic mit derzeit drei Verletzten (Martin Loskot, Pavel Mezek, Lukas Heinle) im Rückraum zum idealen Zeitpunkt an die Alfons-Auer-Straße kommt: „Der Kader ist schon groß, ist aber zuletzt von Spiel zu Spiel kleiner geworden“. Mittlerweile sind mit den Kreisläufern Alexander Hiersemann und Karel Kveton fünf Ausfälle zu beklagen. „Viel darf nicht mehr passieren! Es dauert noch lange, bis die Saison zu Ende ist“, erklärt Meichel, dass erst zwölf der 26 Partien gespielt sind.

Eineinhalb Jahre musste die SG im rechten Rückraum mit Rechtshändern improvisieren, aber nun mit dem Serben Dzolic freut sich Meichel „auf ein ganz anderes Spiel: Es macht einen Unterschied, ob ein Rechts- oder Linkshänder den Pass spielt“. Ein Linkshänder hat beim Torwurf einen klar besseren Winkel, baut daher mehr Druck auf die gegnerische Abwehr auf. Meichel konkretisiert: „Wenn der torgefährlich ist, profitiert jeder davon.“

„Keine Wunderdinge erwarten“

Mittwochmittag traf das Spielrecht ein, am Abend bestritt Dzolic seine vierte Trainingseinheit bei der SG. „Wenn du so spät in der Saison zur Mannschaft kommst, der Einstieg kann kaum schwerer sein“, bremst Meichel die Erwartungshaltung: „Wunderdinge kann ich jetzt nicht erwarten, man muss ihm Zeit geben, sich zu integrieren. Er weiß natürlich die Laufwege der Mitspieler nicht, das ist ja alles eintrainiert“.

Der SG-Vorstand möchte den Serben gar nicht so im Fokus sehen und weist auf die Fortschritte des im letzten Sommer teilweise neu formierten Teams hin. „Was erwähnenswert ist: Gerade die jungen Spieler haben sich toll entwickelt und eine klasse Vorrunde gespielt“, frohlockt Meichel: „Die kommen alle aus unteren Ligen“. Gemeint sind die Neuzugänge der letzten 18 Monate: Valentin Deml, Simon Schindler (beide 19 Jahre), Florian Uhl, Lukas Heinle (beide 21), Nico Wimmer und Tom Wuka (beide 23). Dadurch ist man mit den Routiniers Martin Loskot, Pavel Mezek, Karel Kveton, Tomas Turek und, trotz seiner erst 23 Jahre, Marcel Elgeti schwer auszurechnen. Zudem bilden die 22-Jährigen Simon Rada und Samuel Neisinger das „für die Landesliga schon sehr junge“ (Meichel) Torhüterduo.

„Die Leute präsentieren sich als Mannschaft und treten als Einheit auf“, beteuert Meichel, dass es sich mehr als um eine Art Interessensgemeinschaft handelt: „Das ist ein Verdienst des Trainers“. Der durchaus polarisierende Kai-Uwe Pekrul „nimmt die Spieler mal hart ran, dann wieder ein bissl lockerer“, analysiert der 64-jährige Ruheständler dessen Trainingsarbeit: „Das ist ein bissl wie Zuckerbrot und Peitsche“.

SG setzt auf siebten Feldspieler

Die Handschrift des Trainers: „Wichtig ist, gut in der Abwehr stehen und die leichten Tore machen – viel passiert über die erste und zweite Welle“. Wenn das nicht klappe, „musst du im Positionsangriff etwas machen. Hier sind wir am Kreis und auf Außen sehr gut besetzt“. Seit eineinhalb Jahren – „am Anfang hat es gedauert, bis das verinnerlicht war“ – greift Pekrul zum taktischen Mittel des siebten Feldspielers. Meichel: „Das verlangt der moderne Handball, das ist jetzt bei der EM oft zu sehen“. Freilich bewege man sich auf einem schmalen Grat. „Wenn du den Ball vergurkst, hat der Torhüter wenig Chancen, bis er wieder drin ist!“ Er hebt den Zeigefinger: „Du darfst dir keine Ballverluste erlauben, das heißt: Disziplin im Angriff, kein großes Risiko erlauben“.

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