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Handball

Eisenbahnerinnen wenden Blamage ab

Der Regensburger Drittligist hat mit dem Tabellenvorletzten mehr Mühe als erwartet. Den SG-Männern ergeht es ähnlich.
Von Gerd Winkler

Andrea Vlachova erzielt fünf Tore für den ESV Foto: Brüssel
Andrea Vlachova erzielt fünf Tore für den ESV Foto: Brüssel

Regensburg. Eine Pflichtaufgabe, die beinahe in die Hose gegangen wäre: Den 28:30-Rückstand (54.) gegen den abgeschlagenen Drittliga-Vorletzten OBK Bellheim haben die Handballfrauen des ESV 27 Regensburg am Samstagabend im Ausweichquartier Nordhalle gerade noch in einen 33:32 (16:12)-Heimsieg umgebogen. Fünf Balleroberungen, davon drei in Überzahl, am eigenen Kreis in Serie sorgten für die Wende. „Das ist schon auch eine Qualität der Mannschaft, dass sie dann da ist“, kommentierte Trainer Stefan von Frankenberg den rettenden 5:0-Lauf, der in zweieinhalb Minuten die Vorentscheidung zum 33:30 (57.) brachte.

Ohne Zellner und Ruzicka

Ohne die etatmäßigen Torfrauen Chiara Zellner und Franzi Ruzicka sowie den Feldspielerinnen Franzi Peter und Anna Fuhrmann musste von Frankenberg feststellen: „Die Mädels wollten es besonders gut machen. Dann läuft es nicht gleich so und dann blockieren sie.“ Vielleicht habe man als Trainerteam der Truppe zu viel auf den Weg mitgegeben, räumte von Frankenberg ein. Die Auszeit bei 7:7 (15.) fruchtete gegen die überforderten Gäste, zumindest vom Ergebnis her.

„Die Mädels wollten es besonders gut machen.“Stefan von Frankenberg
              
              ESV-Trainer
„Die Mädels wollten es besonders gut machen.“Stefan von Frankenberg ESV-Trainer

Nach der Pause, nun mit Entschlossenheit in der Abwehr und in der Vorwärtsbewegung, legte der ESV mit drei Treffern binnen zwei Minuten los wie die Feuerwehr. Um wieder in den alten Trott zu verfallen: Die ausrechenbar spielenden Gäste kamen bei jedem Angriff zum Abschluss. OBK-Coach Christian Hörner sah sich mit 20 Toren nach der Pause in seiner neuen Marschroute bestätigt: „Mehr über die ‚Halben‘ kommen, um am großen Regensburger Block vorbeizuwerfen.“ Hörner verwies auf nur noch „drei Fehlwürfe aus dem Rückraum“.

„Die Mädels wollten es besonders gut machen.“ Stefan von Frankenberg

Dagegen konnte in der Frauen-Landesliga der SV Obertraubling beim 32:20 (16:9)-Heimsieg gegen den zuvor im Aufwind befindlichen TV Helmbrechts überzeugen. „In den fünf Spielen war das klar die beste Leistung“, urteilte die seit Mitte Dezember im Amt befindliche Trainerin Judith Pimpl: „So hätten wir mit Sicherheit gegen Bergtheim und Schweinfurt gewonnen.“ Ihre Truppe habe alles zu hundert Prozent umgesetzt, was man sich vorgenommen hatte, sagte Pimpl. Gegen Helmbrechts 6:0-Abwehr „hatten wir eine gute Raumaufteilung“, ging sie in die Detailanalyse: „Den Ball haben wir schnell zum freien Mann weitergebracht – und jede hat ihre Wurfchance auch wahrgenommen.“ Die „geschlossene Teamleistung“ machte sie an den Torschützen fest: Entgegen sonstiger Gewohnheit erzielte Susi Adam nicht Minimum ein Drittel der Feldtore, sondern „nur“ deren zwei.

In der Männer-Landesliga legte Spitzenreiter SG Regensburg „nur“ eine Punktlandung gegen den Abstiegskandidaten TV Marktsteft hin: Den Siegtreffer zum 28:27 (15:13)-Heimerfolg erzielte Marcel Elgeti 71 Sekunden vor Schluss. Die im Vorfeld „zum wieder Einiges ausprobieren“ erkorene Partie war bei 26:21 (50.) eigentlich durch. „Ich dachte, ich bin im falschen Film“, wunderte sich Helmut Meichel eine Woche nach der 36:29-Gala gegen den Zweiten HSG Lauf über die nun holprigen 60 Minuten. Nahezu komplett angetreten war für den SG-Vorstand nicht erklärbar, warum das Team keinen Rhythmus fand.

Pekrul wechselt blockweise
Unabhängig davon, dass Coach Kai-Uwe Pekrul blockweise wechselte und mit einem sechsten (in Unterzahl) und siebten Feldspieler agierte – ein mittlerweile oft gesehenes Procedere. „Wir haben Marktsteft bei den Würfen nicht attackiert und zu viele einfache Tore gekriegt. Und die erste und zweite Welle gingen kaum“, monierte Meichel und ergänzte: „Der Gegner hat das gemacht, was er kann: Um jeden Ball fighten“ – und ewig lange Angriffe spielen.

Auch Co-Trainer Volker Komossa vom ASV Cham war wenig angetan vom 25:24-Heimsieg gegen Helmbrechts. Einerseits trauerte Komossa vier „abgepfiffenen“ Treffern hinterher, andererseits seien viele Dinge nicht umgesetzt worden – „das werden wir im Training aufgreifen“. Die zweite Welle ging nur sporadisch und im Positionsangriff wurden die Außen vernachlässigt. Hinter der Abwehr hätten die Torhüter Bistrian und Fritsch eine böse Überraschung verhindert.

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