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Handball

„ESV-Bunker“ bleibt weiter Sperrgebiet

Der ESV 27 Regensburg muss gegen Drittliga-Neuling OBK Bellheim den Unwägbarkeiten trotzen.
von Gerd Winkler

Trainer Stefan von Frankenberg und der ESV 27 Regensburg dürfen ihre Heimspiele vorerst nicht im „Bunker“ austragen. Foto: Nickl
Trainer Stefan von Frankenberg und der ESV 27 Regensburg dürfen ihre Heimspiele vorerst nicht im „Bunker“ austragen. Foto: Nickl

Regensburg.Auf den ersten Blick eine – trotz Winter – „gmaade Wiesn“, aber Achtung: Die Heimspiel-Atmosphäre ist futsch und das etatmäßige Torfrauen-Duo fehlt! Unter normalen Umständen, sowie mit der Erinnerung an den fulminanten 40:25-Auswärtserfolg in der Vorrunde, wäre für die Handballfrauen des ESV 27 Regensburg (6., 15:13 Punkte) der achte Drittliga-Sieg am Samstagabend (19.30 Uhr) gegen die abgeschlagene SG OBK Bellheim (11., 3:25) wohl Formsache. Zumal der in dieser Liga überforderte Neuling aus Rheinland-Pfalz vor einer Woche, also erst am 14. Spieltag, mit dem Heim-29:25 gegen Waiblingen-Korb II zum ersten Saisonsieg kam.

Doch anstatt im heimischen „Bunker“ an der Dechbettener Brücke das geharzte Leder laufenzulassen, muss der Tross des ESV 27 in die Städtische Sporthalle Nord an der Isarstraße ausweichen. Diese Konstellation gab’s schon vor drei Wochen, als im Ausweichquartier Sporthalle Königswiesen der TSV Kandel nach zäher erster Halbzeit mit 33:25 besiegt wurde. Allerdings ohne das obligatorische Einlaufen und Vorstellen per Spot in der abgedunkelten Halle vor dem Anwurf, ohne launigen Hallensprecher und ohne DJ, der jede Unterbrechung mit einem musikalischen Pusch füllt. Das allein sorgt im Bunker schon für Stimmung oben auf den Rängen.

Die Spielstätte fehlt allen

Auch die Spielerinnen mussten Abstriche machen: die vertraute Umgebung im Kabinentrakt, die Dimensionen auf und neben dem Spielfeld. „Klar geht uns der Bunker ab. Zwei, drei Spiele haben wir mit den Zuschauern im Rücken gewonnen“, räumt Co-Trainer Ingo Gömmel ein: „Die gute Stimmung im Bunker kann man nicht eins-zu-eins in eine andere Halle reflektieren“. Gömmel stellt aber klar: „Wir Trainer sehen das so: Für uns ist es beschissen, aber wir müssen einfach damit umgehen und machen das nicht zum Thema“.

Der Hintergrund der Sperre des Bunkers: Vor vier Wochen wurde wegen des Nichterfüllens der Brandschutzbestimmungen die ESV-Halle, mittlerweile im Besitz der Stadt Regensburg, für den Spielbetrieb ab 200 Zuschauern aufwärts gesperrt. „Ob die Halle für mehr als 200 Personen jemals wieder genutzt werden kann, wird derzeit untersucht“, sagte Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra auf MZ-Nachfrage: „Die Kosten dafür werden erheblich sein“. Ein Ingenieurbüro ermittle derzeit die notwendigen Maßnahmen und die Kosten, ergänzte von Roenne-Styra: „Spätestens im Sommer 2018 sollten die Zahlen vorliegen“. Der Handball-Abteilungsleiter des ESV 27, Dieter Müller, geht davon aus, „dass im gesamten Jahr 2018 wohl nix mehr geht und wir für alle Heimspiele ausweichen müssen“.

Weitere Baustelle

Die zweite Baustelle ist – nur am Samstagabend – die Besetzung im Gehäuse. Die etatmäßigen Chiara Zellner (verhindert) und Franzi Ruzicka (krank) – und plötzlich sind Andrea Poschenrieder und Alina Hecht aus der Landesliga-Mannschaft für das Tore-Verhindern zuständig. Auf dem Papier zwei Ligen, gefühlt deren drei, unterscheidet sich die Dynamik enorm. Ein Wurf aus dem Rückraum eines Drittligisten ist ein ganz anderes Kaliber. „Deshalb haben die Spielerinnen eine klare Zuordnung in unserer 6:0-Abwehr, damit wir rechtzeitig an der Werferin dran sind und dass wir damit unsere Torfrauen stark machen“, stellt Gömmel klar. Er ist im Trainergespann mit Stefan von Frankenberg ja sowieso für die Abwehrarbeit zuständig. Völliges Neuland betritt Poschenrieder nicht, da sie seit Herbst regelmäßig bei der Ersten mittrainiert.

Gömmel fordert auch, „dass sich die Mädels für das 30:38 in Möglingen rehabilitieren müssen – und das wollen sie aber auch!“ Gelingt dies nun gegen den Vorletzten, und wird die nächste Partie am 3. März – wieder ein Heimspiel, dann in der Clermont-Ferrand Halle – gegen Schlusslicht Waiblingen-Korb II erfolgreich eingetütet, wäre der vorzeitige Klassenerhalt praktisch perfekt. Wobei Gömmel das Heimspiel gegen Freiburg am 17. März als „Must Haven“ mit einbezieht: „Dann sind wir im Soll und der Rest ist dann ein Kürprogramm“.

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