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Tischtennis

Kreis Donau ist Geschichte

Mit etwas Wehmut blickten die Vereine auf das Erreichte zurück. Eine Überraschung hatten sie sich für den Schluss aufgehoben.
Von Philipp Seitz

Die Jugendarbeit war im Tischtenniskreis Donau stets ein großes Thema. Mit einem Stützpunkttraining wurden jungen Talente gefördert. Foto: Brüssel
Die Jugendarbeit war im Tischtenniskreis Donau stets ein großes Thema. Mit einem Stützpunkttraining wurden jungen Talente gefördert. Foto: Brüssel

Barbing.Es waren durchwegs positive Nachrichten, die Kreisvorsitzender Michael Beer beim Kreistag des Tischtenniskreises Donau in Sarching überbringen konnte. So richtig Freude wollte bei den Vertretern der 19 Vereine aber dennoch nicht aufkommen. Schließlich stand schon im Vorfeld der Versammlung fest: Der 50. Kreistag des Tischtenniskreis wird gleichzeitig der letzte Kreistag in dieser Zusammensetzung und Form sein.

So schwang bei jedem Bericht auch ein Stück weit Wehmut mit. Doch die Reform und neue Struktur im Tischtennisverband sei dringend notwendig, sagte Bezirksvorsitzender Eduard Hochmuth. „Es gibt Gegebenheiten, auf die man reagieren muss.“ Sinkendem Engagement und rückläufigen Spielerzahlen soll mit 16 annähernd gleich großen Bezirken statt der bislang 70 Untergliederungen begegnet werden. Einen der 63 Tischtenniskreise in Bayern bildete der Kreis Donau.

Vor Ort sei hervorragende Arbeit geleistet werden, unterstrich Hochmuth. „Über all die Jahre hinweg gab es im Kreis Donau engagierte Funktionäre, die wirklich gut gearbeitet haben.“ Er sei immer gerne zu den Versammlungen des Kreises Donau angereist, weil er die Harmonie unter den Vereinen sehr geschätzt habe. Es komme zwar nun Wehmut auf, doch dazu sei eigentlich kein Grund. „Es ist schon immer im Tischtennissport umstrukturiert worden.“ Nun würden wichtige Weichen für die Zukunft des Tischtennissports gestellt, schließlich sei die Zahl der Tischtennisvereine absteigend. „Vielleicht ergibt sich durch die Neuausrichtung sogar ein Schub.“

Wichtig sei, sich auf den Nachwuchs zu konzentrieren. „Wer keinen Nachwuchs hat, stirbt aus.“ Der bisherige Tischtenniskreis ist in diesem Bereich gut aufgestellt. Kreisfachwart Rudolf Potschatka (TV Barbing) konnte im Jugendbereich sogar einen leichten Anstieg vermelden – um drei Spieler im Vergleich zum Vorjahr. 94 Nachwuchssportler seien derzeit in den Vereinen des Kreises Donau aktiv. Von den 19 Vereinen engagieren sich neun in der Jugendarbeit.

Potschatka hofft, dass die Zahl weiter ansteigt: „Ich kann nur an die Vereine appellieren, sich der Jugendarbeit anzunehmen. Ohne Jugend wird es nicht gehen.“ Mit einem speziellen Kreisstützpunkttraining, einer Kreiseinzelmeisterschaft und einer Mini-Meisterschaft beim SV Sünching bot der Kreis verschiedene Veranstaltungen, um junge Sportler für den Tischtennissport zu begeistern. Potschatka hob insbesondere den Kreisstützpunkt hervor: Dieser sei eines der herausragenden Merkmale der örtlichen Jugendförderung.

Nach sieben Jahren endete für Potschatka nun sein Engagement als Kreisfachwart für den Jugendbereich. Es sei hier viel auf die Beine gestellt worden, sagte Hochmuth. Auch für den Bezirksvorsitzenden selbst ist nach 15-jährigem Engagement an der Spitze des Bezirkes nun Schluss. Auch der Kassenwart und stellvertretende Kreisvorsitzende Helmut Schwarzbeck aus Alteglofsheim sprach seine Schlussworte: „Die Kasse des Kreises Donau ist nun Geschichte.“

Michael Beer (li.) ist neuer Ehrenkreisvorsitzender des Tischtennisverbands. Bezirksvorsitzender Eduard Hochmuth (rechts) und stellvertretender Kreisvorsitzender Helmut Schwarzbeck (mitte) überreichten die Urkunde. Foto: Seitz
Michael Beer (li.) ist neuer Ehrenkreisvorsitzender des Tischtennisverbands. Bezirksvorsitzender Eduard Hochmuth (rechts) und stellvertretender Kreisvorsitzender Helmut Schwarzbeck (mitte) überreichten die Urkunde. Foto: Seitz

Eine Überraschung hatten sich die Vereine für den Schluss aufgehoben: Den bisherigen Kreisvorsitzenden Michael Beer ernannten sie einstimmig zum Ehrenkreisvorsitzenden. Acht Jahre lang stand der Schierlinger dem Tischtenniskreis und seinen 19 Vereinen vor. Beer lobte in seinen Schlussworten das Miteinander im Kreis. „Es war eine sehr gute Zusammenarbeit.“

Die sportliche Bilanz des Tischtenniskreises, die sich sehen lassen konnte, rückte bei der letzten Zusammenkunft durch die Ehrungen beinahe in den Hintergrund. So qualifizierten sich etwa die Damen des TV Schierling als Bezirkspokalsieger für den Bayernpokal. Hochmuth gab einen Appell mit auf den Weg: „Es hängt immer mit den Aktiven zusammen, mit wie viel Idealismus und Herzblut sie sich reinhängen. Ihr habt viel erreicht!“

Bevor der Kreis Donau aufgelöst wurde, überreichte Bezirksvorsitzender Hochmuth noch hohe Auszeichnungen des Verbandes:

Die letzten Ehrungen des Kreises

  • Anerkennung:

    Für das engagierte Team des Kreises hatte Hochmuth noch besondere Ehrungen im Gepäck: Rudolf Potschatka (Barbing) erhielt die Ehrennadel des Verbandes in Silber, Helmut Schwarzbeck (Alteglofsheim) die goldene Verdienstnadel mit kleinem Kranz. Der Neutraublinger Harald Schlüter wurde mit der Verdienstnadel in Bronze geehrt.

  • Weichenstellung:

    Der Kreis Donau fusioniert mit Kreisen Neumarkt, Kelheim, Regensburg und Cham zu einem von 16 Bezirken. Dem neuen Bezirk 13 „Oberpfalz-Süd“ soll künftig der Kreisvorsitzende des Tischtenniskreises Regensburg, Rudi Prösl, vorstehen. Der Abteilungsleiter des ESV Regensburg ist seit 51 Jahren aktiver Tischtennisspieler. Der Bezirk umfasst 94 Vereine.

  • Auszeichnung:

    Eine besondere Überraschung machten die 19 Vereine dem bisherigen Kreisvorsitzenden Michael Beer (Schierling). Er wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des Tischtenniskreises Donau ernannt. Mit dem Ende des Tischtenniskreises endete auch die Amtszeit des Schierlingers. Er will sich auch künftig im neuen Bezirk einbringen.

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