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Leichtathletik-DM

1500 Meter fest in Regensburger Hand

Favoritin Corinna Harrer und Überraschungsmeister Florian Orth holen Gold für die LG Telis Finanz. Dazu kommt noch zweimal Silber hinzu.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Den Favoriten düpiert: Florian Orth gewinnt über 1500 Meter. Foto: dpa

REGENSBURG. Der Höhenflug der Regensburger Leichtathletik geht weiter. „Das war wieder besser als erwartet“, sagt Teamchef Kurt Ring von der LG Telis Finanz Regensburg mit Blick auf je zwei Gold- und Silbermedaillen bei der deutschen Meisterschaft in Bochum-Wattenscheid.

„Die blaue Stunde war irre“, sagte Ring über die Rennen über 1500 Meter. Denn zunächst bewies die bei Großereignissen stets nervenstarke Corinna Harrer ihre Qualitäten und hielt die starke Konkurrenz in einem Spurtentscheid nieder. „Vom Kopf her war das schwierig“, sagte die 21-Jährige Olympia-Fahrerin und Titelverteidigerin aus Regensburg. „Aber ich bin eine, die Situationen gut einschätzen kann.“

Viel überraschender kam, dass Florian Orth Vize-Europameister Carsten Schlangen nicht nur Paroli bot, sondern ihn im Endspurt sogar wie vor einem Jahr schon in der Halle schlug und eine EM-Nominierung rechtfertigte. „Es war ein Rennen auf Augenhöhe“, freute sich Ring.

Mit einer „angenehmen Überraschung“ durch Manuel Ziegler im Dreisprung hatte die Regensburger Medaillensammlung am Samstag begonnen. „Für mich und für ihn war das überraschend“, kommentierte Ring die 16,26 Meter, mit denen der Regensburger hinter Andreas Pohle (16,64), aber vor einem hochgehandelten Mann wie Randy Lewis (16,12) lag.

Da war es zu verkraften, dass Maren Kock, die für die Europameisterschaft in Helsinki qualifiziert ist, über 5000 Meter als Jahresbeste nicht in den Medaillenkampf eingreifen konnte. „Sie ist einfach mit ihrer Rolle nicht klargekommen“, sagt Ring. „Und mit den immer eingestreuten schnellen Runden der zwiten Eleni Gebrehiwot.“ Dafür überzeugte Jana Soethout aber im gleichen Rennen als Fünfte und führte das Feld der Verfolger an.

Eine Medaille über 5000 Meter gab es dennoch. EM-Fahrer Philipp Pflieger schlug sich gegen den Favoriten Arne Gabius wacker und blieb lange „Schulter an Schulter“. Die 3,5 Sekunden zwischen der Nummer eins und Pflieger, der sich im Vorfeld nicht frisch gefühlt hatte, waren den letzten 300 Metern geschultert. „Er hat eine 13:13 als Bestzeit stehen“, sagt Pflieger. „Das ist eben ein anderes Niveau.“

Und es hätte für die Regensburger, die mit Weitspringerin Michelle Weitzel (6,49 Meterreichten zum Titel) eine Titelverteidigerin ersetzen mussten, noch besser kommen können. Doch der Traum von Pamela Spindler von einer DM-Medaille erfüllte sich nicht. Die Regensburgerin, die in Oberbayern trainiert und arbeitet, bestätigte mit 13,17 Sekunden zwar im Hürdensprint ein neues Niveau, verfehlte aber gegen die „großen Drei“ Carolin Nytra (1274), Cindy Roleder (12,91) und Nadine Hildebrand (13,08) Bronze um neun Hundertstel.

„Sie ist direkt neben der Favortin Nytra gestartet. Das ist schwer“, sagte Kurt Ring. „ Das ist ein vierter Platz von einer ganz anderen Qualität.“ Der Regensburger Teamchef hofft, dass die aktuellen Zeiten Spindlers Karriere noch einmal verlängern. „Sie ist eine Athletin ohne Aussicht auf internationale Glanztaten. Aber sie ist mit Sicherheit noch nicht am Ende.“

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