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Kegeln

Acht-Bahnenanlage soll weichen

Die Mitgliederversammlung der Regensburger Sportkegler wird getrübt. Der Pachtvertrag an der Dechbettener Straße läuft aus.

  • In den besten Zeiten gab es in Regensburg mehr als 1500 aktive Kegler.Foto: dpa
  • Der neue Vorstand des SKV Regensburg: Max Märkl, Gerhard Reithner, Reinhard Seiler, Margit Reithner und Albert Straubinger (von links) Foto: Waeber

regensburg. Regensburg. Die an sich harmonisch verlaufene Mitgliederversammlung der Regensburger Sportkegler in der Sporthalle an der Dechbettener Straße fand in der Ankündigung, 2022 sei das Ende der Halle gekommen und den weiter sinkenden Mitgliederzahlen einen negativen Höhepunkt.

Berichte, Ehrungen, Neuwahlen und die Verabschiedung einer neuen Satzung gingen den betrüblichen Zukunftsprognosen voraus.

SKVR-Vorsitzender Gerhard Reithner zeigte sich ausnehmend zufrieden über die, mit 87 der insgesamt 658 Mitglieder aus 33 Klubs, gut besuchte Versammlung. In seinem Jahresrückblick erinnerte Reithner an die in der Achtbahnenanlage stattgefundenen Bayerischen Meisterschaften. Auch für 2019 sind mit den Bayerischen Meisterschaften der Versehrten vom 10. bis 12. Mai, dem bayerischen Ligatag am 20. Juli sowie der vom 10. bis 11. August stattfindenden Schiedsrichterausbildung wieder überregionale Events gebucht. Die Mitgliederzahl sei, so Reithner, leider wieder von 688 auf 658 Mitglieder gesunken.

Sportwart Albert Straubinger bemängelte die vielen Spielverlegungen. Die Tabellenstände der überregionalen Mannschaften, wie die der Zweitbundesligisten SG Walhalla Frauen und SC Männer seien sehr gut. SC- und BSC- Frauen spielen in Bayern- und Landesligen eine sehr gute Rolle im Aufstiegskampf und der Landesligist des TSV Wörth stehe auf einem gesicherten Platz. Der Sportwart verwies auf die prekäre Abstiegssituation bei den Kreisklassen der Männer. Durch die Auflösung der Bezirksliga A Süd sei eine höhere Abstiegsquote unabdingbar.

Straubinger nahm die Ehrungen der Sieger aus dem Tandemwettbewerb vor, der zwischen den Feiertagen stattfand und eine hohe Resonanz brachte. Viel Beifall erntete Schatzmeister Reinhard Seiler, der nach langen dürren Jahren mit einem positiven Geschäftsabschluss aufwartete.

Während auf der Einnahmenseite die Mitgliederbeiträge und der Erlös aus der Bahnvermietung dominierte, nahmen bei den Ausgaben die Beiträge zu den Anschlussverbänden und Betriebskosten der Halle die größten Posten ein. Das Plus in der Kasse könnte sich sogar noch etwas vergrößern, so Seiler, wenn ein, aus den Unregelmäßigkeiten des früheren Vorsitzenden, noch vierstelliger Teilbetrag zurückfließen würde. Das Verfahren dazu, so Vorsitzender Reithner, laufe allerdings noch. Seiler bedankte sich bei seiner Stellvertreterin Erika Span, die ihm mit ihrem Sachverstand geholfen habe, die Geschäfte zu führen.

Jugend- und Pressewart gesucht

Jugendwartin Margit Reithner ging auf den Spielbetrieb der Jugend ein. An den U18 und U14 Bezirksligen nehmen jeweils zwei Mannschaften des SKV R teil. Reithner bedauerte, dass sich seit Jahren niemand finde, der sie als zweite Jugendwartin entlaste.
Pressewart Dieter Waeber bemängelte, dass durch die vielen Spielausfälle die Tabellen zwischenzeitlich sehr verzerrt seien. Insbesondere bei der U14 im Bezirk seien diese Ausfälle eklatant. Die Zusammenarbeit mit den Spielleitern im Kreis und überregional sowie mit den örtlichen Bundesligisten sei sehr gut. Waeber erläuterte zudem die Inhalte der Pressearbeit und bat die Mitglieder, weiter nach möglichen Nachfolgern zu suchen. Der Wahlausschuss mit Herbert Schmid, Karl Ley und Andrea Schönsteiner hatte wenig Mühe, die Wahlen durchzuführen. Aber es fand sich niemand, der die Ämter als zweiter Jugendwart und als Pressewart übernehmen wollte.

Für langjährige Mitgliedschaft gab es durch den BSKV und SKV R 57 Ehrungen für zehn bis 50 Jahre Treue. Fünf Mitglieder des SKV R wurden durch den Bayerischen Sportkeglerverband für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet. Kein Problem machte die Verabschiedung der neuen Satzung, die einstimmig angenommen wurde. Die Satzung werde derzeit beim Finanzamt geprüft, so Vorsitzender Gerhard Reithner und gehe dann zum Registergericht. Der große Wermutstropfen, der auf die Keglergemeinde zukomme, sei der Ablauf des Pachtvertrages für die Acht Bahnenanlage an der Dechbettener Straße. Der Vertrag laufe bis 31. Januar 2022 und werde nach Auskunft der Brauerei Bischofshof aufgrund von Expandierungsplänen nicht verlängert. Der Verein strebe zwar eine kurzfristige Verlängerung an, um die Saison 2021/22 auf der Anlage abschließen zu können, so Reithner, an der Kündigung sei wohl nicht zu rütteln.

Gespräche mit der Stadt

Der stellvertretende Vorsitzende Max Märkl ging auf die bisherigen Gespräche des SKV R mit der Stadt ein. Ein Neubau unter der Regie der Stadt verlange, selbst bei positiver Einschätzung, allein eine Vorlaufzeit bis zu zehn Jahren. Die Bereitstellung von Mitteln schätzte Märkl positiv ein, zumal das Sportamt den Bestrebungen des Vereins positiv gegenüberstehe und Unterstützung versprach. Ein Neubau durch den Verein sei allein aus finanziellen Gründen allerdings ausgeschlossen. Gezielt wolle man deshalb darauf hinarbeiten, sich bei Neubauten von Schul- und Sporthallen eventuell anhängen zu können. Auch seien eventuelle Erweiterungsbauten von bestehenden Kegelsportanlagen möglich. „Nur eine Achtbahnenanlage ermöglicht auch weiterhin, dass überregionale Meisterschaften in Regensburg stattfinden können“ betonte Märkl. Von der Versammlung gab es einhellige Zustimmung, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die mögliche Varianten ausarbeiten sollte, um sie dann den Klubs zur Abstimmung vorzulegen.

Die Achtbahnenanlage wurde 1972 unter der Regie von Johann Piendl eingeweiht. Die Sporthalle hatte erheblichen Anteil am Aufschwung der Kegelgemeinde. Die Mitgliederzahlen stiegen 1988 auf über 1500 an. Nahezu jährlich fanden deutsche und Bayerische Meisterschaften sowie Länderspiele statt.

Waeber ging unter dem Motto „Sind wir ein aussterbender Verband“, unterlegt durch Graphiken und Zahlen, auf die weiter nach unten gehenden und in Zukunft zu erwartenden Mitgliederzahlen ein. Die Zahl falle von 1078 im Jahre 2009 über 691 im Jahre 2018 bis zur geschätzten 542 Mitgliedern in zehn Jahren. Die Zahl der Klubs reduziere sich im gleichen Zeitraum von 50 über 33 auf etwa 24, die Zahl der Mannschaften könnte von 96 auf 74 zurückgehen. Waeber stellte unter der Vorgabe an die Klubs „ein Mitglied alle zwei Jahre – rettet euren Klub“ Konzepte vor, wie der Schwund aufgehalten werden könne. (odw)

Neuwahlen und Verdienste

  • Wahlen:

    Vorsitzender Gerhard Reithner; Stellvertreter Max Märkl, Schatzmeister Reinhard Seiler, Stellvertreterin Erika Span, Sportwart Albert Straubinger, Stellvertreter Frank Lux; Jugendwartin Margit Reithner, Damenwartin Birgit Islinger, Schriftführerin Rebecca Braun, Stellvertreter Volker Strutz, Pressewart Dieter Waeber (kommissarisch), Prüfer Jakob Dierlmeier, Robert Eichinger

  • Sportausschuss:

    Erich Popp, Christoph Pammer, Georg Kosgalwies, Nils Deichner, Jakob Dierlmeier, Ehrenrat Johann Piendl, Albert Pleyer, Alexander Ochs

  • Ehrungen,

    Andreas Ganslmeier, Evelinde Besenhard, Walter Stadlbauer, Otto Weigl, Doris Mayer, Karolin Zenger, Wolfgang Hauptig, Ralph Hueber, Hans-Jörg Wein, Silvia Popp

  • 50 Jahre:

    Norbert Bambl, Peter Kleiner (SG Post/Süd) und Liselotte Görlitzer (Alteglofsheim)

  • Ehrungen des BSKV:

    Die Ehrennadel in Gold für besondere Verdienste erhielten Gerhard Reithner, Albert Straubinger, Erika Span; die Ehrennadel in Silber ging an Margit Reithner und Georg Ehrenreich.

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