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Tennis

Angelique Kerber spielt in Regensburg

Die beste deutsche Spielerin steht auch 2016 in einem Heimspiel im Dienst der Eckert-Damen. Vier Teamkolleginnen sind fix.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Angelique Kerber wird auch 2016 wieder freudestrahlend in und für Regensburg auf den Tennisplatz gehen.
Angelique Kerber wird auch 2016 wieder freudestrahlend in und für Regensburg auf den Tennisplatz gehen. Foto: Brüssel

Regensburg. Melbourne, Paris, Wimbledon, New York – und Regensburg: Angelique Kerber jettet nicht nur zu den vier Grand-Slam-Turniere dieser Welt, auch ein Tagesauftritt in der Oberpfalz gehört zum geplanten Programm 2016. Wie heuer am 31. Mai, als die Weltranglisten-Zehnte in Einzel und Doppel zwei Punkte zum 7:2-Sieg gegen Essen beitrug, schlägt die derzeit mit Abstand beste deutsche Tennisspielerin auch im zweiten Jahr der Eckert-Damen des TC Rot-Blau wieder in der Bundesliga auf. Wann genau, wird erst terminiert, wenn der genaue Spielplan steht.

„Das Gesamtpaket Regensburg hat den Ausschlag gegeben“, freut sich Teammanager Michael Geserer. „Es hat ihr wahnsinnig gut gefallen bei uns, von allem her: Wie sie angenommen wurde, wie die Zuschauer sie unterstützt haben, wie der Wirt sie verköstigt hat, wie unser Physio sie betreut hat.“ Und so sei die mündliche Zusage für ein neuerliches Gastspiel „trotz anderer Angebote“ relativ schnell gekommen, verkündet Geserer die frohe Botschaft, die er nach dem WTA-Saisonfinale in Singapur auch in schriftlicher Form erhielt.

„Ich habe noch bei keinem Klub in Deutschland gespielt wie diesem.“ So hatte es Kerbers Fed-Cup-Teamkollegin Julia Görges vor einer Woche ausgedrückt, als sie bekanntgab, dass Regensburg künftig ihre neue Heimat ist und sie mit einem Regensburger Team um Michael Geserer in die Saison geht. „Anderswo ist Bundesliga eine triste Sache, hier wird ein Fest daraus gemacht. Wenn schönes Wetter ist, ist es ja auch schön, zum Tennis zu gehen und Stimmung zu verbreiten“, erläuterte sie.

Selbstverständlich gehen einem Vereinsvorstand derlei Lobeshymnen von Topspielerinnen runter wie Öl. Dr. Markus Witt hat auch schon einen Görges-Effekt im Klub festgestellt: „Es hat sich herumgesprochen, dass sie sich bei uns in der Halle auf Australien vorbereitet. Es kommen mehr und mehr Kinder und Mitglieder, um ihr beim Training zuzuschauen.“

Vorsicht vor höchsten Ansprüchen

Die Tennis-Akzeptanz in der Stadt steigt. Die allerhöchsten Ansprüche, nach Platz drei in diesem Jahr 2016 tatsächlich schon den deutschen Mannschaftstitel anzupeilen, mag Rot-Blau-Chef Dr. Markus Witt aber noch nicht formulieren. Wenigstens nicht jetzt und wenigstens nicht offiziell: „Dazu ist es zu früh. Die Gespräche mit den Sponsoren laufen wohl noch bis Februar. Erst dann wird der Kader stehen. Man kann uns nicht mehr nehmen, was wir geschafft haben. Wir wollen nach oben, angreifen und da anfangen, wo wir aufgehört haben.“ Finanziell stemmbar aber ist ein Topteam für Regensburg sehr wohl: „Die Sponsoren geben ihr Geld für das Event und den Leistungssport. Und es bleibt sogar ein bissl was übrig für kleine Investitionen“, sagt Witt.

Freilich: Ein Zittern um den Ligaerhalt will auch Dr. Markus Witt in Zukunft tunlichst vermeiden. Zur Erinnerung: In der Bundesliga-Premierensaison 2015 folgten für den Aufsteiger auf drei Niederlagen drei Siege. Dr. Markus Witt blickt auf das letzte Kerber-Gastspiel zurück: „Ich weiß noch, wie wir sie in Paris auf dem Weg von der Dopingkontrolle zur Pressekonferenz verpflichtet haben. Das hätten wir ohne den Druck so nicht tun müssen. Das müssen wir uns 2016 ersparen.“

Die Mannschaft dafür wächst und gedeiht. „Fürs Plakat brauchen wir jetzt aber niemanden mehr“, sagt Teammanager Michael Geserer mit Blick auf die deutschen Aushängeschilder Angelique Kerber und Julia Görges. Geserer meldet zwei Verlängerungen, zwei neue Gesichter und drei Abgänge. „Chantal Skamlova und die beiden Rumäninnen Alexandra Cadantu und Diana Buzean werden nicht mehr für uns spielen“, berichtet Geserer damit auch vom Abgang jener Spielerin, der 2014 der entscheidende Punkt für den Einzug in die erste Liga gelungen war. Die Slowakin Skamlova hatte damals jenes siegbringende Ass im dramatischen Aufstiegsfinale gegen Karlsruhe geschlagen.

Mit der jungen Aufsteigerin Barbora Krejcikova, die am 18. Dezember 20 Jahre wird und inzwischen auf Rang 188 der Weltrangliste angekommen ist, bleibt aber auch ein Gesicht des Teams, das schon in der Regionalliga dabei war. Auch Andrea Hlavackova (29), die die Weltrangliste als eine der besten 20 Doppelspielerinnen der Welt ausweist (Einzel 157), gab ihre Zusage für eine zweite Saison.

Die beiden Neuzugänge sind die Tschechin Petra Cetkovska (30/130) und die Niederländerin Richel Hogenkamp (23/132). „Petra ist eine sehr zuverlässige Spielerin, die klasse Tennis spielt. Und bei Richel hatte ich schon vor einem Jahr angefragt. Da gab sie aber noch Essen wegen der räumlichen Nähe den Vorzug und führte da das Team an.“ Nach Essens Rückzug war auch hier der Weg jetzt frei.

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