MyMz

Handball

Aus der SG werden die „Regensburg Adler“

Der Bayernliga-Aufsteiger stellt professionelle Weichen und hebt eine Spielbetriebs-GmbH aus der Taufe.
Von Gerd Winkler

So sah im Frühjahr der Aufsteigerjubel der SG Regensburg: Doch der Klub will noch mehr als die Bayernliga.Foto: Christian Brüssel
So sah im Frühjahr der Aufsteigerjubel der SG Regensburg: Doch der Klub will noch mehr als die Bayernliga.Foto: Christian Brüssel

Regensburg.Im Sommer 1999 taten sich unter der Regie von Fritz Zenk sein TB Roding und die SG Post/Süd Regensburg zusammen. Die Bayerwäldler brachten das Spielrecht für die Regionalliga (firmiert jetzt als 3. Liga) mit in die Domstadt, um in Regensburg höherklassigen Handball auf ein breiteres Fundament zu stellen. Nach nur einer Saison zerbrach die Spielgemeinschaft, obwohl man als respektabler Tabellenvierter über die Ziellinie ging. Das Ende vom Lied: Neben dem TB kam mit Verzögerung auch für die SG Post/Süd das Ende: Roding fing in der Bezirksklasse wieder an (und startete bis in die Bayernliga durch), die Handballabteilung am Kaulbachweg musste den Spielbetrieb im Männerbereich komplett einstellen – bis heute.

Vor zwei Jahren stellten der in Cham beheimatete Ostbayerische HC, bei dem Zenk die Fäden zog, und Landesligist SG Regensburg mit dessen Vorstand Helmut Meichel eine Spielgemeinschaft auf die Beine. Mittelfristig die Bayernliga, langfristig die 3. Liga hatte man sich auf die Fahnen geschrieben. Die Ehe ging in die Hose und mündete nach wenigen Monaten in einen handfesten Rosenkrieg.

Neuer Anlauf für höhere Klassen

Nun schlägt die im Frühjahr in die Bayernliga aufgestiegene SG Regensburg ein ganz neues Kapitel auf, um auf Dauer die Höherklassigkeit zu sichern. Unter der Regie von Gesellschafter und Geschäftsführer Hermann Reiß ist eine Spielbetriebs-GmbH aus der Taufe gehoben worden. Als „Regensburg Adler“ läuft künftig die Mannschaft von Trainer Kai-Uwe Pekrul auf. „Das funktioniert auf Dauer nur, wenn man es professionell aufzieht“, begründet der Hauptsponsor das Konstrukt, eine Ausgliederung des Bayernliga-Teams. „Man hat steuerliche Aufwendungen und du musst die Spieler versichern“, sagt Reiß. „Und man will Sponsoren gewinnen, die dann auch werben wollen – da sind auch Rechnungen zu schreiben.“

Die Geschichte des Aufstiegs der SG Regensburg lesen Sie hier.

„Der Handball an sich steht im Vordergrund und da ist die SG Regensburg die höchstklassige Mannschaft hier“, formuliert der 48-Jährige seine Beweggründe. Man müsse die Besten aus der Oberpfalz und Niederbayern an die Alfons-Auer-Straße ziehen. Denn „so viele gute Spieler gibt’s im Umkreis nicht.“ Und um den seit Jahren vernachlässigten Unterbau wieder ins Laufen zu bringen: „Du brauchst eine attraktive erste Mannschaft, damit der Nachwuchs kommt.“ Ausdrücklich betont der Sanitätshaus-Unternehmer, dass er eher im Hintergrund agiert.

Federführend soll das Projekt Heiko Koch anschieben. „Er fungiert als Berater, ist ein Profi für den Aufbau, das Marketing und die Pressearbeit. Das hat er schon in Straubing bewiesen.“ Koch hat in seinen sieben Jahren als Manager die Damen-Volleyballerinnen des FTSV Straubing NawaRo von der Regionalliga in die Bundesliga gebracht. „Im Grunde habe ich NawaRo aufgebaut“, sagt Koch, der bis 31. Dezember eineinhalb Jahre lang Geschäftsführer des Volleyball-Bundesligisten VfB Suhl war.

Personalien

  • Abgänge:

    Die tschechische Fraktion um Tomas Turek (27 Jahre), Martin Loskot (28), Karel Kveton (28) und Pavel Mezek (28) hat den Verein verlassen.

  • Bleibende:

    Der Rest des Landesligameisters und künftigen Bayernligisten ist weiterhin für die „Regensburg Adlern“ am Ball.

  • Neuzugänge:

    Nächste Woche sollen die ersten Verstärkungen unter Vertrag und somit spruchreif sein.

Heiko Koch bringt beruflich die idealen Voraussetzungen mit, das Projekt „Regensburg Adler“ voranzubringen. Seine Firma IMstam agiert als Interims-Management für die freie Wirtschaft. „Ein Unternehmen, das sehr schnell wächst, das ich dann extern unterstütze“, erklärt er. In der Art stellt man sich bei der SG die Zukunft vor. „Die Regensburg Adler sollen vorbereitet und langfristig auf solide Beine gestellt werden“, umreißt der 49-Jährige seine Aufgabe. Dieser Tage seien entsprechende Vorbereitungen zu treffen: „Wir haben viele Dinge in der Pipeline, die noch in der Entstehung sind.“ Die GmbH sei letztendlich aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten installiert worden.

„Nebenbei nicht zu machen“

SG-Vorstand Helmut Meichel begründet die Ausgliederung, „dass das so nebenbei gar nicht mehr zu machen ist“. Man habe vereinbart, „dass ich etwas außen vor bin, aber natürlich involviert bin“. Simon Dillinger wurde zudem als sportlicher Leiter ins Amt gehievt. Die handelnden Personen „machen das mit viel Herzblut und wollen etwas erreichen. Die wollen richtig was auf die Beine stellen“.

Mehr Infos aus dem Sport in und um Regensburg finden Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht