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Bambini-Turnier gibt’s auch heuer wieder

Seit 45 Jahren gibt es das Turnier für den Nachwuchs. Heuer stand es auf der Kippe, aber ab Mittwoch wird gespielt.
Von Dieter Krelle

Vor einem Jahr bejubelten die Schweizer aus Langenthal ihren Sieg beim EVR-Bambiniturnier. Foto: Christian Brüssel
Vor einem Jahr bejubelten die Schweizer aus Langenthal ihren Sieg beim EVR-Bambiniturnier. Foto: Christian Brüssel

Regensburg.„Wir sind ins kalte Wasser gesprungen“, beschreibt Julia Corres die Rettungsbemühungen eines völlig neuen Teams für eine Eishockey-Institution, die seit 45 Jahren beste Feiertags-Unterhaltung, erst im Freiluftstadion an der Nibelungenbrücke und seit dem Umzug in die Donau-Arena unterm Hallendach geboten hat. Das 46. Internationale Eishockey-Bambiniturnier wird dank Eltern-Initiative vom 2. bis 6. Januar wieder über die Bühne gehen – in abgespeckter Version und nach kurzfristiger Absage von Automobilist Kiew aus der Ukraine nur noch mit sechs Mannschaften.

Vorjahres-Triumphator SC Langenthal aus der Schweiz wird sich diesmal nicht mehr mit den Silver Stars aus Moskau und den beiden IHFK Helsinki-Teams, sondern mit den beiden tschechischen Vertretern Energie Karlovy Vary (Karlsbad) und Pilsen Wolves um den Wanderpokal der Stadt Regensburg streiten. Für Gastgeber EV Regensburg, das Team Oberösterreich und den HC Brixen gilt es, neben dem Spaß an der Herausforderung auf dem Eis umso mehr das Turnier-Motto „Durch Sport zu Freunden“ mit Leben zu erfüllen.

Für Julia Corres und ihr seit Ende August quasi aus dem Boden gestampftes neues Organisationsteam, das viele Eltern der Eishockey-Kids im Gedanken an den Erhalt des Traditionsturniers zusammenschweißte, war mit der Kiew-Absage der auf sieben Teams ausgelegte Terminplan Makulatur. Um den Eishockey-Nachwuchs über vier Tage auf dem Eis ausreichend zu beschäftigen, tüftelte Öffentlichkeits-Arbeiter Sebastian Dollinger am Modus. Danach werden die Sieger in einer doppelten Vorrunde sowie zwei Zwischenrunden für die Plätze eins bis drei und vier bis sechs gesucht, die nach je neun Spielen über zweimal 20 Minuten für alle Teilnehmer in die drei Endspiele am Dreikönigstag münden.

Starter aus allen Kontinenten

Zudem nähert sich das Turnier mit der neuen Altersgrenze U 13 wieder der Ursprungs-Idee ihres Gründers Hans Schuster, der die Bedeutung des Sports als Freundschafts-Stifter über Ländergrenzen hinweg betonte, mit dem Ergebnis, dass das Turnier auch Starter aus allen Kontinenten auf dem Regensburger Eis vereinte.

Dieser Idee sieht sich auch der Hauptsponsor BMW Regensburg verpflichtet, der auch dem neuen Organisationsteam seine uneingeschränkte Unterstützung zu kommen lässt. Was auch Ivo Stellmann-Zidek, Vorsitzender des EV Regensburg, aufatmen ließ. „Es gab tatsächlich Überlegungen, das Turnier zumindest mal ein Jahr ausfallen zu lassen.“ Offenbar spielten auch interne Meinungsverschiedenheiten eine Rolle, doch der langjährige Organisationsleiter Harald Hofmeister will dies nicht kommentieren. „Wir haben beschlossen, dass wir getrennte Wege gehen. Aber wichtig ist auch für uns, dass es mit dem Bambiniturnier weitergeht. Man muss auch mal die Jungen ranlassen“, sagt Hofmeister.

Lesen Sie, warum die Zukunft des Turniers lange ungewiss war.

„Es fällt über die Jahre immer schwerer, Eltern und Sponsoren zu motivieren“, räumt derweil Stellmann-Zidek ein. Respekt aber hat er vor der Arbeit des neuen Teams, das versucht, in den eingeschliffenen Spuren des langjährigen Organisations-Komitees zu wandeln. Die Teams werden weiter in der Jugend-Herberge untergebracht. Der Bus-Shuttle läuft wie gewohnt und die Verpflegung über Eis-Engel auch. „Die Kosten bleiben unverändert“, sieht Corres als bedeutend an, dass wichtige Sponsoren sich wieder für den Erhalt des Turniers eingebracht haben.

Etwas blauäugig eingeschätzt

„Wir haben in den letzten Wochen erfahren dürfen, wie viele Vereine sich wieder die Teilnahme wünschen“, sagt Corres, die inzwischen erkannt hat, dass der organisatorische Aufwand viel höher ist, als sie beim Entschluss, das Turnier zu retten, blauäugig eingeschätzt hatte „Eigentlich braucht man ein Jahr Vorbereitung. Aber wir wollten das Aus so nicht stehenlassen“, sagt Julia , die gemeinsam mit dem 2. EVR-Vorsitzenden Andreas Gnoth die Organisation in die Hand genommen hat. „Wichtig ist erst einmal, dass es weitergeht. Wir werden das jetzt als neues, junges Team gemeinsam stemmen.“

Rund 40 Helferinnen und Helfer wollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Denn das Bambiniturnier lebt von seiner besonderen Atmosphäre. „Es wird vielleicht alles ein bisschen kleiner und netter als in den vergangenen Jahren“, sagt Corres. Und nächstes sind Moskau und Gäste aus Skandinavien wohl auch wieder vertreten.

Der Spielplan:

Vorrunde: Mittwoch 2. Januar: 7.00: Pilsen – Brixen; 8.30: Karlsbad – Langenthal; 10.00: EVR – Oberösterreich; 11.30: Karlsbad – Pilsen; 13.00: Langenthal – Brixen; 14.30: Karlsbad – Oberösterreich; 16.00: Eröffnungefeier; 17.30: EVR – Brixen.

Donnerstag, 3. Januar: 8.00: Langenthal – Pilsen; 8.30: Brixen – Oberösterreich; 10.00: Pilsen – EVR; 11.30: Langenthal – Oberösterreich; 13.00: Karlsbad – Brixen; 14.30: Oberösterreich – Pilsen; 16.00: Langenthal – EVR; 17.30: Eisdisco

Freitag, 4. Januar: 8.00: Karlsbad – EVR (Ende Vorrunde 2/ Tabelle 1-6); Zwischenrunde 1: 9.30: VR 1 – VR 2; VR 3 – VR 4, VR 5 – VR 6; 14.00: VR 1 – VR 4; 15.30: VR 2 – VR 5; 17.00: VR 3 – VR 6

Zwischenrunde 2, Gruppe A (Platz 1 bis 3); Gruppe B (4 bis 6): Samstag, 5. Januar: 8.00: Platz 4 – Platz 5; 9.30: 1 – 2; 11.00: 5 – 6; 12.30: 2 – 3; 14.00: 4 – 6; 15.30: 1 – 3
Endspiele: Sonntag, 6. Januar, 8.00: um Platz 5; 10.00: Platz 3; Finale: 11.30: 13.00: Abschlussfeier und Siegerehrung.

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