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U-23-EM

Corinna Harrer jubelt über EM-Bronze

Bestzeit in einem ungewöhnlich schnellen Vorlauf macht in Ostrava das Glück der Regensburger Läuferin perfekt.
Von Claus-Dieter wotruba, MZ

OSTRAVA. Bestzeit und Topplatzierung bei einer Meisterschaft zu vereinbaren, ist in der Leichtathletik eine hohe Kunst. Corinna Harrer hat es bei der U-23-Europameisterschaft im tschechischen Ostrava geschafft. Erst bestand die Regensburgerin von der LG telis Finanz die Herausforderung eines superschnellen Vorlaufs über 1500 Meter und zog mit dem persönlichen Rekord von 4:08,94 Minuten als Dritte direkt in den Endlauf ein. Dort behielt sie ebenfalls die Nerven und sicherte sich in einem typischen und von Taktik geprägten Meisterschaftsrennen in 4:21,52 die Bronzemedaille hinter der russischen Hallen-Europameisterin Yelena Arzhakova (4:20,55) und der Türkin Tugba Karakaya (4:20,80).

„Ich freue mich total“, sagte Corinna Harrer. „Das ist der Höhepunkt meiner Karriere bisher.“ Auch Trainer Kurt Ring, der in Tschechien live dabei war, war hochzufrieden: „Sie hat sich wunderbar geschlagen.“ Vor zwei Jahren hatte Harrer, die in Ostrava die 800-Meter-Fünfte Anne Kesselring als Zimmergenossin hatte, bereits eine internationale Bahnmedaille gewonnen und war in der U20 Zweite über 800 Meter gewesen. „Aber das war damals ein Kindergeplänkel gegen das hier“, sagte Harrer. „Das ist die Erwachsenenklasse und die Konkurrenz eben ein paar Nummern höher.“

Nervös war die Regensburgerin, die anders als 2009 auch als europäische Ranglistendritte und damit Medaillenkandidatin angereist war, vor allem beim ungewohnt morgendlichen Qualifikationslauf am Samstag. „Ich hatte Probleme mit der Konzentration und war aufgeregt“, erzählt Harrer von dem flotten Vorlauf, in dem sieben von zehn Starterinnen persönliche Bestzeit erzielten. „Aber ich habe mich dann gut gefühlt, bin nicht am Anschlag gelaufen und habe das auch gut weggesteckt.“

Im Finale ging es mit harten Bandagen zur Sache. „Da wurde geschoben und geboxt“, berichtet Harrer, die schon beim Start mit der Polin Danuta Urbanik im Clinch lag, die schon tags zuvor zum Fünferpack gehörte, der gemeinsam auf die Zielgerade eingebogen war. „Sie hatte mich schon im Vorlauf eingekeilt.“

Auch im Endlauf hatte Corinna Harrer zu kämpfen, um in Position zu kommen. Alle zwölf Läuferinnen gingen im Pulk in die letzte Runde. „Nur um die Klasse zu zeigen: Corinna ist die schnellsten letzten 100 Meter gelaufen und die letzten 400 Meter in 58,5“, erklärte Kurt Ring. „Und die Siegerin vielleicht in 57,8. Das ist schon etwas.“ Harrer setzte sich kurzzeitig sogar an die Spitze („Ich musste mich freiboxen“), doch Arzhakova und Karakaya konterten sofort. „Die beiden sind auch stärker“, analysierte Ring. „Corinna braucht noch Zeit.“ 800 Meter unter zwei Minuten, die 1500 Meter „vielleicht in 4:05“, das seien anvisierbare Ziele für das nächste Jahr.

Doch noch ist die Saison nicht zu Ende: Heute Abend landet Corinna Harrer mit dem Flugzeug in Frankfurt – und wird am Wochenende gleich wieder ins Hessische zurückkehren, wenn es in Kassel um die deutschen Titel geht. „So viel steht dieser Mission nicht im Wege: Und wenn das auch noch klappen würde, dann wäre die Saison eh perfekt“, sagtHarrer.

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