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Den Titel als Abschiedsgeschenk

Im Finale in Großhadern strebt Schwergewicht Andreas Tölzer mit seinen Kollegen die 19. deutsche Meisterschaft mit dem TSV Abensberg an.
Von Dieter Krelle, MZ

Andreas Tölzer (links) will sich mit einem deutschen Meistetitel von seinen Abensbergern verabschieden. Foto: dpa

Abensberg. „Natürlich sind wir Favorit und wollen Andreas Tölzer den Abschied ein wenig versüßen“, lässt Otto Kneitinger erst gar keine Zweifel daran aufkommen, dass der Deutsche Judo-Rekordmeister beim Finale in Großhadern, das gegen Nordmeister Hamburg das Ausrichtungsrecht erkämpfte, Titel Nummer 19 erkämpfen will. Es wäre der zwölfte in Serie für den WM-Dritten im Schwergewicht, der in Rio seinen Rücktritt vom internationalen Leistungssport verkündet hat. Für die letzten Abensberger Ziele – DM und Europapokal im Dezember in Paris – aber trainiert er noch konsequent, obwohl er bereits als stellvertretender Leiter des Leistungs-Stützpunkts Köln administrative Aufgaben ausfüllt.

Im Halbfinale wartet JC Leipzig

Das Abensberger Judo-Denkmal wird im Halbfinale gegen JC Leipzig nochmals gegen Fabian Hubert zupacken, der alle Bundesliga-Kämpfe außer gegen ihn siegreich beendete. Die Sachsen vergoldeten sich die Viertelfinal-Qualifikation mit einem Triumph im Ostduell gegen JKC Potsdam. Und sie wollen dem Meister nicht nur Blumen bringen. Doch bei allem Respekt vor den international durchaus erfahrenen Simon Jakoub und Ludovic Charmmartan (60 kg) , Johannes Herzig und Laszlo Szoke (66 kg) sowie Costel Danculea (73 kg) oder die Mittelgewichtler Robert und Hannes Konrad, Robert Gess und Norbert Fleischer – die Chancen auf eine sportliche Sensation sind gering.

Denn Gegner Abensberg ist mit den aktuellen WM-Dritten Georgii Zantaraia (66 kg), Ilias Iliadis (90 kg), Dimitri Peters und Lukas Krpalek (100 kg) sowie Tölzer (+100 kg) und dem Mannschafts-WM-Dritten Sebastian Seidl respekterregend besetzt. Auch Kioshi Uematsu (73 kg) und Trevis Stevens (81 kg) sind absolute Weltklasse. „Wir haben unseren Nachwuchs so gezielt gefördert, dass wir auch in rein deutscher Besetzung absolut konkurrenzfähig wären“, sieht Kneitinger die große TSV-Stärke.

Deutsche Titel haben Philip Graf (60 kg), Olympiastarter Christopher Völk (73 kg), Fabian Seidlmeier und Sven Maresch (81 kg) sowie Robert Dumke und Florian Germroth (90 kg) schon gesammelt. Auch Gerhard Zeitler (66 kg) und David Krämer (73 kg) haben in der Vorrunde ihren Beitrag geleistet, wie auch Manuel Scheibel (60 kg), der wegen seiner Nominierung für die U-21-WM nächste Woche geschont wird. „Wie immer werden wir unsere Aufgabe konzentriert und mit dem nötigen Ernst angehen“, verspricht Trainer Radu Ivan.

Wesentlich spannender verspricht ab 12 Uhr der Halbfinalauftakt zwischen dem TSV Großhadern – 2001 letzter Meister im Finale gegen Abensberg – und dem KSV Esslingen zu werden.

Große Qualität bei Großhadern

Der Ausrichter hat mit Alexander Weichinger (66 kg), Rok Draksic (73 kg), Laszlo Csoknayi (81 kg), Markus Nymann (90 kg), Martin Pacek (100 kg) und Roy Meyer (+100 kg) viele internationale Qualität. Die hat auch WM- und Olympiastarter Tobias Englmeier (60 kg). Nationale Meriten haben auch Stefan Friedrich, Julian Kolein (73 kg), Simon Glockner (90 kg) und Christiam David (100 kg).

Auf Esslinger Seite stehen die vielfachen deutschen Meister Boris Trupka (66 kg), Adrian Kulisch, Rene Schneider (73 kg) und Michael Pinske (90 kg) in einer kampfkräftigen Mannschaft um Lasse Leitert und Martin Schumacher (60 kg), Steffen Hoffmann, Niklas Ebert (81 kg), Helge Molt (90 kg), Dimitri Kosenka (100 kg) und Sven Heinle (+100 kg). Die Weißrussen Andrei Kazusionak (90 kg) und Yuri Rybak (+100 kg), dazu die Armenier Garik und Gor Harutyunvan (66 kg) hat Trainer Carsten Finkbeiner für die georgischen Stars aufgeboten, die sich für die Europacup-Ambitionen von Galatasay Istanbul entschieden.

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