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Eiskunstlauf

Der ECR schöpft neue Hoffnung

Nach einem Aderlass vor der Saison rücken Talente nach. Bei einem ist gerade der Knoten beim Deutschland-Pokal geplatzt.
Von Claus-Dieter Wotruba

  • Leon Kraiczyk und Sophia Gienger hatten zuletzt beim Deutschland-Pokal in Oberstdorf Grund zum Strahlen. Foto: ECR/Dedovich
  • Carolin Traub, Marie Bierwert, Loreen Fröhlich und Annabelle Schwegler gehören bei den Kleinsten zu den ECR-Hoffnungsträgerinnen. Foto: ECR/Dedovich

Regensburg.Der Monat März bedeutet im Eiskunstlauf, dass die Saison in ihren letzten Zügen liegt. Und es bedeutet, dass der in den vergangenen Jahren so erfolgsverwöhnte EC Regensburg trotz eines enormen Aderlasses im Sommer 2018 schon vor den bayerischen Jugendmeisterschaften ab Freitag in Oberstdorf eine zufriedenere Bilanz ziehen kann als erwartet. In Oberstdorf, Chemnitz, Stuttgart und zuletzt auch wieder beim Deutschland-Pokal sah Trainerin Nicole Brünner, die mit ihrem Mann Ferdinand Dedovich die maßgebliche ECR-Triebfeder ist, „schöne Erfolge“.

Zwei davon ragten zuletzt besonders heraus. Sophia Gienger, die schon in Chemnitz bei den offenen sächsischen Meisterschaften nach langer Verletzungspause mit Platz drei und der Bundeskader-Norm eingestiegen war („Dort war nahezu dasselbe Feld wie bei der deutschen Jugendmeisterschaft am Start“), bestätigte ihre Ambitionen auch beim Deutschland-Pokal als Zweite. „Das ist eine Duftmarke, die sie gesetzt hat“, sagt Nicole Brünner mit Erleichterung. Denn die Enkelin der deutschen Turnlegende Eberhard Gienger stand nach einer Knochenhautentzündung davor, aufhören zu müssen. „Ich habe sie dann zu Klaus Eder geschickt“, berichtet Brünner. Jetzt meldet sich das Talent zurück und soll Ende des Monats in Egna/Südtirol die Norm wie gefordert auch international liefern.

Lesen Sie hier eine Einschätzung über die Eiskunstlauf-Arbeit beim ECR vor der Saison.

Eiskunstlauf

Der EC Regensburg hatte harte Zeiten

Den erfolgsverwöhnten Regensburgern brachen im Sommer viele Talente weg. Jetzt backt der Verein kleinere Brötchen.

Noch ein Höhepunkt aus Regensburger Sicht beim Deutschland-Pokal stimmte Nicole Brünner optimistisch. Was sich schon beim Heiko-Fischer-Pokal in Stuttgart angedeutet hatte, vollzog Leon Kraiczyk in Oberstdorf. „Seit Stuttgart ist er hochmotiviert. Vor ein paar Tagen ist der Knoten bei ihm geplatzt“, berichtet Brünner. „Der Doppel-Axel klappte zuvor nicht.“ Jetzt aber schon. Und so setzte Kraiczyk im Kurzprogramm noch einmal vier Punkte drauf und behauptete auch in der Kür trotz starker Konkurrenten hinter ihm den Treppchenplatz drei. „Er ist ein Kämpfer und bei Jungs ist es sowieso so, dass sie gerne ihr Revier abstecken wollen“, sagt Brünner und lobt den gerade 14 Jahre gewordenen Läufer vor allem für sein Durchhaltevermögen. „Er ist wie sein Zwillingsbruder Loris ein Paradebeispiel dafür, dass es sich lohnt, die Ruhe zu bewahren und weiter an sich zu glauben.“

Das war auch der Trainerin selbst nach den Rückschlägen 2018 schwergefallen. Jetzt aber sind neue Hoffnungen da, die Luca Fünfer (aus Königsbrunn) oder in den unteren Altersklassen Carolin Traub (aus Amberg), Sophie Erhardt oder Marie Bierwert (aus Weiden) heißen. Ob das allerdings gleich reicht, um die Vereinswertung des Karl-Klötzer-Pokals, die seit 2013 fest in Regensburger Hand ist, am Wochenende wieder zu gewinnen, ist offen. Aber die ECR-Zukunft sieht zumindest wieder optimistischer aus.

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