MyMz

Handball

Der ESV verliert die Tuchfühlung

Die Regensburgerinnen geben gegen Metzingen II die Punkte ab. In der Bayernliga zieht die SG knapp den Kürzeren.
Von Gerd Winkler

Der TuS Metzingen II zeigte dem ESV Regensburg (Mitte) die Grenzen auf. Foto: Nickl
Der TuS Metzingen II zeigte dem ESV Regensburg (Mitte) die Grenzen auf. Foto: Nickl

Regensburg.Böses Erwachen für die Handballfrauen des ESV 27 Regensburg im vorletzten Hinrunden-Heimspiel der Dritten Liga Süd: Der mit drei Akteuren aus dem spielfreien Erstligakader verstärkten Reserve des TuS Metzingen unterlagen die Blau-Schwarzen 28:33. Mit dem 13:20-Pausenstand nahm die erste Heimpleite früh Gestalt an. Somit haben die Eisenbahner die Tuchfühlung zum siegreichen Spitzenduo HSG Freiburg und SV Allensbach vorerst verloren.

„Metzingen ist mit den anderen zweiten Mannschaften aus Ketsch und Bietigheim nicht zu vergleichen, die sind ohne die drei Verstärkungen schon stark“, resümierte ESV-Trainer Stefan von Frankenberg. „Die Niederlage ist ähnlich wie die in Gröbenzell zustande gekommen“, analysierte er: „Hinten sind wir immer einen Schritt zu spät dran und vorne geht nix.“ In der Abwehr war die effektiv arbeitende TuS-Kreisläuferin ein Störenfried. Vorne wurde fast jeder Ballverlust mit einem Konter bestraft. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, irgendwie hatten wir heute nicht so den Biss“, brachte von Frankenberg das Problem an sich auf den Punkt.

Mintraching ohne Chance

Unterdessen standen die Bayernliga-Frauen der SG Mintraching/Neutraubling bei der 14:29 (8:17)-Klatsche beim Tabellendritten HC Erlangen auf völlig verlorenem Posten. „Selbst wenn wir komplett und alle fit sind, ist für uns Erlangen schwer zu schlagen“, bilanzierte SG-Coach Wolfgang Völkl: „So war das Spiel halt kein Maßstab, die Hälfte hat gekränkelt oder war angeschlagen. Und Jenny Konietzko und Steffi Nüßle haben auch gefehlt.“

Unabhängig davon ist Völkl überzeugt: „Wenn Erlangen heuer nicht aufsteigt, dann nächste Saison.“ Mit saisonübergreifend elf Heimsiegen im Rücken habe der HC ein wahnsinniges Selbstbewusstsein an den Tag gelegt, dem man bis zum 6:8 (18.) begegnen habe können, berichtete Völkl: „Dann war uns Erlangen in allen Belangen überlegen.“ Allerdings habe er in vielen Situationen die Einstellung vermisst. Das Besprochene sei nicht umgesetzt worden oder die taktische Marschroute verlassen worden: „Unser Spielaufbau war zu weit von der Abwehr weg, wir haben den Ball im sicheren Abstand nur hin und her gespielt“. Mintraching konnte im Angriff keine Erlanger Strafzeit erzwingen und lief oft ins Zeitspiel. „Unsere Abwehrarbeit war zu passiv, viel zu körperlos. Wir haben nur eine gelbe Karte gekriegt, das sagt alles“, monierte Völkl die mangelnde Gegenwehr: „Die andere Hälfte der Spielerinnen war ja fit.“

Adam aus dem Spiel genommen

Ähnlich chancenlos war in der Frauen-Landesliga der SV Obertraubling beim 17:31 (5:12) in Winkelhaid. „Das ist eine sehr ausgeglichene Truppe, die lassen den Ball dermaßen schnell laufen. Da hast du sechzig Minuten Druck auf deine Abwehr“, resümierte SVO-Trainerin Judith Pimpl. Dreh- und Angelpunkt Susi Adam wurde von Beginn an kurz gedeckt, ihre Nebenleute konnte das nicht kompensieren. „Einige haben sich hängenlassen, das ist dann fast wie in Unterzahl spielen“, kritisierte Pimpl. Machtlos musste sie zusehen, „welche Spielfreude Winkelhaid entwickelt hat, bei denen ist dann alles gegangen“. Früh zeichnete sich das Debakel an: In der 23. Minute war schon der dritte Strafwurf versemmelt. Zudem raubten einfache technische Fehler, bedingt durch das ungewohnt erlaubte Harzen, das Selbstvertrauen.

Derweil steht Obertraublings Ligarivale ESV 27 Regensburg II nach dem 24:30 (10:11) in Sulzbach jetzt mit beiden Beinen im Abstiegskampf. „In den engen Phasen schaffen wir es nicht unser Spiel durchzubringen und verfallen ins alte Muster“, klagte Übungsleiter Daniel Kessler über „unnötige 1:1-Situationen, in denen wir uns aufreiben, oder nehmen uns früh eine ‚halbe‘ Wurfchancen“. Man wolle es erzwingen statt die Auslösehandlung geduldig auszuspielen. „Mit der wilden Spielerei haben wir Sulzbach geradezu zur zweiten Welle eingeladen“, rügte Kessler. Ob eine 6:0-Deckung oder eine 5:1: Am eigenen Kreis machten es die Abstimmungsprobleme Sulzbach leicht, zum dritten Sieg in Folge zu kommen.

Dagegen musste in der Männer-Bayernliga Neuling SG Regensburg eine bittere Pille schlucken. Trotz der besten Saisonleistung unterlagen die „Adler“ dem ambitionierten TSV Friedberg 22:23 (10:12). „Die Zuschauer, die nicht gekommen sind, haben echt etwas verpasst“, stellte SG-Vorstand Helmut Meichel klar: „Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt so ein intensives Spiel gesehen habe.“

In der Tat: Das junge und körperlich deutlich unterlegene Regensburger Team ging von Beginn an voll fokussiert und beherzt zur Sache. Friedbergs Wucht im Positionsangriff konnten die Hausherren mit viel Laufarbeit ausgleichen. Noch mehr davon war vorne zu investieren, um an Friedbergs Abwehrbrocken vorbeizukommen. Zunächst noch mit 18:22 zurück (49.), war nach dem 21:22-Anschlusstor fast zwei Minuten Zeit zum Ausgleich. Trotz zweimaligen Ballbesitzes gab es aber keine klare Wurfposition.

Derweil hat in der Landesliga Nord der ASV Cham beim Aufstiegskandidaten MTV Ingolstadt mit 31:29 (15:11) die Punkte mitgenommen. „Unsere Gegenstöße und das bessere Miteinanderspielen haben den Ausschlag gegeben“, urteilte Trainer Filip Turecek. Anfangs vorsichtig und statisch agierend, lief es nach einer Auszeit bei 4:7 (13.) deutlich besser.

Weitere Sportnachrichten gibt es hier

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht