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Fussball-Bilanz

Der SV Donaustauf denkt um

Der Bayernligist sortiert sieben Spieler aus. Die fünf Neuen sollen dem Klub in der Tabelle auf dem Weg nach oben helfen.
Von Gerd Winkler

Mario Baldauf (links in Rot-Schwarz, hier gegen Dachau) gehört zu den herausregenden Spielern beim SV Donaustauf. Foto: Christian Brüssel
Mario Baldauf (links in Rot-Schwarz, hier gegen Dachau) gehört zu den herausregenden Spielern beim SV Donaustauf. Foto: Christian Brüssel

Donaustauf. Im Sommer 2015 erlag Matthias Klemens dem hartnäckigen Werben und stieg beim damaligen Fußball-Bezirksligisten SV Donaustauf als Sponsor ein. Das Ziel hieß „Bayernliga“ – mit dem Gedankenspiel „Regionalliga“ im Hintergrund. Ein Jahr später wurde die planmäßig in die Landesliga aufgestiegene 1. Mannschaft in eine GmbH ausgegliedert, der Klemens als Geschäftsführer vorsteht. In der Bayernliga zu landen war indes eine holprige Angelegenheit. Auf der Bank wurden „Weltmeister“ Klaus Augenthaler und Amateurtrainer-Ikone Karsten Wettberg verschlissen, ehe im dritten Anlauf unter Sepp Schuderer im vorigen Mai der Aufstieg mit einer Multi-Kulti-Truppe realisiert wurde.

Die Meisterschaft versprühte trotz beachtlicher 84 Punkte in 34 Partien keinen Glanz. In der Regel war es ein einfallsloses Anlaufen gegen tiefstehende Gegner. Die individuelle Klasse einer Handvoll Spieler schlug sich früher oder (meistens) später im Ergebnis nieder. In der Bayernliga war Donaustauf ohne Spielanlage und mangelhafter Abstimmung mit dem Latein am Ende. Abwehrbeton war nicht mehr zu knacken, nun wurde der Neuling bei Ballbesitz früh gestellt. Nach dem fünften Spieltag und dem Pokalaus gegen den Bezirksligisten TSV Neutraubling musste Schuderer seinen Hut nehmen.

Interimsmäßig sprang Innenverteidiger Florian Gögl ein und bewies mit der Kreation des Offensivtrios Nikica Filipovic, Pedro und Mario Baldauf ein goldenes Händchen. Torjäger Nicola Vasilic verbüßte derweil eine lange Rotsperre. Nun war des Gegners Abwehr auszuhebeln, der bis dato in der Abwehrkette verschenkte Baldauf konnte seine Qualitäten hinter Filipovic und Pedro voll einbringen.

Einer der stärksten Zehner

Am achten Spieltag übernahm Franz Koller das Trainerzepter und ließ beim 2:1-Einstand gegen Kirchanschöring den dritten Sieg am Stück folgen. Auch wenn Donaustauf in den letzten sechs Partien (1/1/4) nachließ, fußballerisch blieb es ab der sechsten Runde bis zur Winterpause bayernliga-tauglich. In der Vorrunde und den vier Rückrunden-Spielen kristallisierten sich die Korsettstangen heraus. Im Gehäuse Almin Abdihodzic, auf der Vier Gögl, auf der Sechs Kapitän Martin Sautner und eben Baldauf, der trotz seiner erst 21 Jahren wohl zu den stärksten Zehnern in der Liga zählt.

Der ideale Partner Gögls in der Innenverteidigung wäre Ex-Profi Marek Kysela gewesen, den allerdings die gesundheitlichen Probleme aus der Vergangenheit einholten. In der Abwehrkette konnte sich Linksfuß Alexander Stiersdorfer festspielen, auch wenn der 19-Jährige gegen Ende überspielt wirkte. Eine große Lücke hat der verletzte Sautner hinterlassen: Als Abräumer, Organisator und Emotionsleader in einer an sich zu ruhigen Mannschaft. Gerade war Jasmin Abdihodzic als Mittelfeld-Stratege in Tritt gekommen, da brachte ihn seine Rotsperre aus dem Rhythmus. Als Verstärkung im Mittelfeld erwies sich Oktober-Neuzugang Moritz Mayer – übrigens wie der gleichaltrige Stiersdorfer durch die Jahn-Schmiede ausgebildet. Wertvoller als im offensiven Mittefeld agierte Routinier Michael Fischer nach der Verletzung von Sautner weiter hinten.

GmbH-Chef Matthias Klemens hat den SVD wieder umgebaut. Foto: Brüssel
GmbH-Chef Matthias Klemens hat den SVD wieder umgebaut. Foto: Brüssel

Filipovic ist aus der Tiefe kommend kaum zu fassen, jedoch kein Vollender. Aufgeblüht ist nach dem Trainerwechsel „Zaubermaus“ Pedro, der aber im Herbst an Wirkung verlor. Als Joker wertvoller scheint Aldrin Emini, der seine drei Treffer in dieser Rolle erzielte. An Nikola Vasilic scheiden sich nach wie vor die Geister: Im Strafraum ist der Mittelstürmer abschlusssicher, jedoch fehlen in der Vorwärtsbewegung die Laufwege – auch um Räume für die Nachrückenden zu schaffen.

„Wir haben gemerkt, dass die Bayernliga leistungsmäßig so eng beieinander ist, dass wir nur im oberen Bereich mitspielen können, wenn wir an drei, vier personellen Stellschrauben drehen“, bilanziert GmbH-Chef Matthias Klemens die 21 Begegnungen. Um Platz für Verstärkungen zu schaffen, habe man im Dezember reagiert und Verträge mit sieben Spielern aufgelöst. Wenn Trainer Franz Koller am 24. Januar die Vorbereitung einläutet, sollen fünf Neuzugänge an Bord sein: „Wir holen nur Leute, die die Mannschaft besser machen und auf dem tabellarischen Weg nach oben helfen“, stellt Klemens klar. Dass in der Bayernliga die Sprachbarriere zu Buche schlägt, ist ihm nicht verborgen geblieben: „Für uns ist wichtig, dass künftig der Großteil deutsch spricht und sich miteinander verständigen kann.“

Zwei, drei Zugänge fehlen noch

Beinahe täglich werden Klemens durch Spielervermittler und Sportagenturen deren Klienten angeboten. Noch im alten Jahr wechselte der tschechische Innenverteidiger Vaclav Heger (25) nach vier Jahren beim Nordost-Regionalligisten VfB Auerbach an die Donau. Der österreichische Flügelflitzer Sasha Diakiese (22) kommt vom dortigen Drittligisten SC Kalsdorf. Indes kehrt Abwehrspieler Tobias Lotter (23) vom Landesligisten SV Fortuna an alte Wirkungsstätte zurück. Auf der To-do-Liste stehen noch ein Mittelstürmer sowie ein Sechser oder ein Achter.

Vertragsgespräche vom Stamm über die Saison hinaus folgen Ende Januar. Zuvor möchte Klemens den Kontrakt mit Franz Koller verlängern: „Wir sind sehr zufrieden. Ich gehe davon aus, dass Franz bleibt.“ Der A-Lizenzinhaber hat wegen seines Netzwerks quasi einen Mehrwert. Nicht zuletzt aufgrund seiner Tätigkeit als Verbandstrainer der Regionalauswahl Ostbayerns. Koller dient für Donaustauf als eine Art Türöffner: Künftig sollen auch Spieler aus den Nachwuchsleistungszentren der bayerischen Profiklubs nach Donaustauf wechseln.

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