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Handball

Die Adler trotzen Lohrs Matchplan

Bayernligist SG Regensburg hat mit 26:22 das bessere Ende für sich. Frauen-Bayernligist SG Mintraching gewinnt enge Partie.
Von Gerd Winkler

Mit Achtfach-Torschützen Konstantin Singwald (l.) haben die Regensburg Adler heuer einen Distanzwerfer im Team. Lohrs Spielertrainer Maxi Schmitt & Co. fanden lange kein Mittel gegen den 1,98 Meter-Hünen. Foto: Christian Brüssel
Mit Achtfach-Torschützen Konstantin Singwald (l.) haben die Regensburg Adler heuer einen Distanzwerfer im Team. Lohrs Spielertrainer Maxi Schmitt & Co. fanden lange kein Mittel gegen den 1,98 Meter-Hünen. Foto: Christian Brüssel

Regensburg.Am dritten Spieltag der Handball-Bayernliga der Männer haben die Adler der SG Regensburg im ersten Heimspiel den bis dato zweimal erfolgreichen TSV Lohr mit 26:22 (12:11) geschlagen. Dank des zweiten Saisonsiegs wurde das Punktekonto auf 4:2 geschraubt. Einziger Wermutstropfen: Nur 140 Zuschauer fanden sich im Adlerhorst ein. Für Kreisläufer Armin Kiener war es ein richtig frustrierender Samstagabend: Mit einem im Training erlittenen Kreuzbandriss musste der 130 Kilo schwere und 2,08 Meter große Koloss das Spiel mit Krücke verfolgen.

Im Gegensatz zur 30:31-Pleite die Woche zuvor bei der TG Landshut, als die eher kleinlich pfeifenden Schiedsrichter insgesamt 34 Strafminuten aussprachen, ließ nun an der Alfons-Auer-Straße das Duo in Schwarz mit nur drei Strafzeiten den Abwehrspielern mehr Handlungsfreiheit. „Ich habe viel Leidenschaft gesehen. Endlich haben wir in der Abwehr so gespielt, wie ich mir das vorstelle“, bilanzierte hernach Adler-Coach Kai-Uwe Pekrul zufrieden. Zu einer detaillierten Analyse war Pekrul jedoch nicht zu bewegen.

Indes haderte Lohrs Spielertrainer Maxi Schmitt: „Wir hatten die Videos von Regensburgs Spielen studiert, aber uns nicht an den daraus resultierenden Matchplan gehalten.“ Heißt: Beim Eins-gegen-Eins hatten die Gäste gegen SG-Torjäger Konstantin Singwald oft das Nachsehen. Zudem sei Spielmacher Steffan Meyer nur schwer zu verteidigen zu gewesen. Schmitts Fazit: „Gegen Regensburgs individuelle Klasse haben wir uns nicht wehren können.“ Aus eigener Erfahrung merkte Pekrul an: „Du kannst trainieren wie du willst, Punktspiel ist halt Punktspiel.“

Wechselnde Defensiv-Systeme

Bis sich Lohr auf Halblinks Singwald eingestellt hatte, brauchte es eine Halbzeit. Bis zum 7:5 (13.) traf der 1,98 Meter große Neuzugang viermal, bis zum 11:9 (26.) weitere zweimal. War Singwald nicht in Wurfposition zu bringen, setzte sich der umsichtige Meyer auf Halbrechts, Lukas Heinle, in Szene (7., 10., 12.). Eine Auszeit (15.) der Mainfranken verpuffte wirkungslos. Als nach der Pause Singwald seine Treffer sieben und acht erzielt hatte, schien bei 16:12 (36.) die Vorentscheidung gefallen.

Um den Adlern Wind aus den Segeln zu nehmen, setzte TSV-Spielertrainer Schmitt auf wechselnde Defensiv-Systeme – inklusive einer kurzen Deckung. Tatsächlich schnupperte Lohr bei 23:21 (56.) an Zählbarem, ehe sich in der Schlussphase die Ereignisse überschlugen. Die Mainfranken verballerten zwei Strafwürfe (56., 58.), während Valentin Deml nun mit mehr Raum auf dem linken Flügel zum Zug kam. Die letzten drei Adler-Tore gingen auf das Konto des Ex-Schwandorfers.

Mintraching-Torfrau Ali Singer hat mit einem gehaltenen Strafwurf den Sieg gerettet. Foto: Christian Brüssel
Mintraching-Torfrau Ali Singer hat mit einem gehaltenen Strafwurf den Sieg gerettet. Foto: Christian Brüssel

Für die Schmankerl der sehenswerten 60 Minuten sorgte Halbrechts Stephan Klenk: Nach Diagonalpässen des Rückkehrers netzten auf Linksaußen Tom Wuka zum 17:13 (37.), Deml zum 26:21 (60.) ein. Das Duell der namhaften Kreisläufer entschied Regensburgs tschechischer Ex-U21-Nationalspieler Jakub Šíra gegen Lohrs 96-fachen spanischen Ex-Internationalen und Dreifach-Champions-League-Sieger Carlos Prieto nach Treffern mit 3:1 für sich.

Unterdessen unterstrich Landesligist ASV Cham seine Titelambitionen mit dem dritten Erfolg, dem 35:33 (19:14) bei Neuling MTV Stadeln, im dritten Spiel. Cham dominierte zunächst, ließ aber nach 20 Minuten die Zügel schleifen. „Wir haben nicht mehr richtig verschoben, dadurch sind die Löcher im Mittelblock immer mehr geworden“, monierte Abteilungsleiter Norbert Meier: „Stadelns Halblinks und der Kreisläufer sind dann oft zum Wurf gekommen.“ Rechtsaußen Lukas Steif traf zwölfmal, für Meier zu wenig: „Eigentlich muss er 20 Tore werfen.“ Das Chamer Eigengewächs führt mit 30 Treffern die Torschützenliste an.

Frauen-Bayernligist SG Mintraching/Neutraubling machte sich beim 21:20 (11:7)-Heimsieg über den TSV Haunstetten II selbst das Leben schwer. Neben vier Strafwürfen blieben „Torchancen, die für zwei Spiele reichen, ungenutzt“, klagte Trainer Wolfgang Völkl. Die Gäste waren daher nicht abzuschütteln. Indes hat sich die erstmals über 60 Minuten praktizierte 3:2:1-Abwehr bewährt. Carina Marhöfers Treffer zum 21:20 war entscheidend.

18 Feldtore reichen zum Sieg

In der Frauen-Landesliga Nord reichten dem ESV 1927 Regensburg II zu Hause gegen den HC Sulzbach 18 Feldtore, um mit 21:18 (8:11) das bessere Ende für sich zu haben. Bis zum 16:17 (51.) liefen die Eisenbahner einem Dauerrückstand hinterher. „Wir haben uns nicht hängen lassen und mit viel Willen das Spiel umgebogen“, resümierte Coach Daniel Kessler: „Auch das ist eine Qualität, die wir uns erarbeitet haben. Letztes Jahr hätten wir das Spiel wahrscheinlich verloren.“ Am eigenen Kreis bereitete Sulzbachs Halbrechts Probleme, die später mit einer kurzen Deckung quasi aus dem Verkehr gezogen wurde.

Tags darauf wahrte Liga-Kollege SV Obertraubling dank des 20:11 (7:4)-Heimsiegs über die HSG Pleichach die blütenweiße Weste. Vor dem Anwurf gab es für die Schützlinge von Trainerin Judith Pimpl zunächst eine Kabinenpredigt mit dem leidigen Thema „Trainingsbeteiligung“. Nicht von ungefähr sei eine dürftige Wurfausbeute im ersten Abschnitt zustandegekommen, grantelte Pimpl. In der Positionsabwehr war der SVO wenig gefordert, weil die HSG mit nur drei gefährlichen Akteuren selten unbedrängt abschließen konnte. Die Torfrauen Verena Semmler und Lisa Brossmann war daher nur schwer zu bezwingen.

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Statistik

  • Männer: Bayernliga: SG Regensburg – TSV Lohr 26:22 (12:11).

    Spielfilm: 2:3, 5:4, 9:5, 10:9, 12:11 – 16:12, 17:15, 20:16, 22:18, 23:21, 26:22. Strafwürfe: 1/0 – 5/2. Strafminuten: 2 – 4. Tore SG: Singwald 8, Heinle, V. Deml je 4, Šíra 3, Wuka, Wunder je 2, Meyer, Stoiber, Vasold.

  • Männer: Landesliga Nord: MTV Stadeln – ASV Cham 33:35 (14:19).

    Spielfilm: 1:5, 3:7, 5:9, 7:11, 9:13, 11:15, 13:17, 14:19 – 16:21, 19:22, 21:24, 23:26, 25:28, 28:29, 30:31, 30:34, 32:35, 33:35. Strafwürfe: 3/2 – 5/4. Strafminuten: 6 – 10. Rot: Altwish (14.) – Orlovský (55.). Tore ASV: Steif 12/4, Wittmann, Klima je 5, Orlovský, Soukup, Tahovsky je 4, Kagermeier.

  • Frauen: Bayernliga: SG Mintraching/Neutraubling – TSV Haunstetten II 21:20 (11:7).

    Spielfilm: 3:2, 8:3, 10:5, 11:7 – 12:11, 15:12, 17:14, 19:16, 20:20, 21:20. Strafwürfe: 11/7 – 6/4. Strafminuten: 4 – 20. Tore SG: Wohlmann, Lehner je 6/3, Marhöfer 4, Baierer 2, Bauer, Röhrl, Völkl-Simbeck 1/1.

  • Frauen: Landesliga Nord: ESV 27 Regensburg II – HC Sulzbach 21:18 (8:11).

    Spielfilm: 2:3, 3:7, 5:9, 8:11 – 10:13, 12:15, 16:16, 20:17, 21:18. Strafwürfe: 4/3 – 1/1. Strafminuten: 2 – 2. Tore ESV: Galgenmüller 5, Baumgardten 5/3, Kunz, Kessler, Popovici je 3, Bertuccini 2.

  • SV Obertraubling – HSG Pleichach 20:11 (7:4).

    Spielfilm: 3:1, 5:3, 7:4 – 9:6, 11:8, 17:9, 20:11. Strafwürfe: 2/1 – 4/3. Strafminuten: 4 – 6. Tore SVO: Wieland 6, Mühlbauer 3, Adam 3/1, Schmidt, Bindl, Beck je 2, Bauer, Brossmann.

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