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Tennis

Die Eckert-Tennisdamen holen den Titel

Die Regensburgerinnen gewinnen schon die ersten fünf Einzel und verurteilen Gastgeber Hannover zum Erstliga-Abstieg.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Julia Görges musste ihr Einzel in Hannover nicht mehr fertigspielen. Für sie geht es nach dem Meistertitel am Dienstag oder Mittwoch im Turnier-Alltag in Gstaad weiter. Foto: Brüssel
Julia Görges musste ihr Einzel in Hannover nicht mehr fertigspielen. Für sie geht es nach dem Meistertitel am Dienstag oder Mittwoch im Turnier-Alltag in Gstaad weiter. Foto: Brüssel

Hannover.Michael Geserer wünschte sich hinter vorgehaltener Hand im Vorfeld wenig Nervenkrieg im Kampf um die deutsche Tennis-Meisterschaft: „Am liebsten wäre es mir, wenn wir es schon nach den Einzeln geschafft hätten.“ Der Wunsch des Teamchefs war seinen Eckert-Damen vom TC Rot-Blau in Hannover Befehl – und zwar in den klarsten aller möglichen Formen. Polona Hercog, Richel Hogenkamp und Tereza Martincova, die als einzige in den dritten Satz in Matchtiebreak-Form gehen musste, holten in der ersten Runde an den Positionen zwei, vier und sechs die Optimalausbeute von drei Siegen.

Tatjana Maria legte an Nummer drei ebenso glatt nach und Lesley Kerkhove holte schon den entscheidenden fünften Punkt, noch ehe die direkt aus Wimbledon angereiste Regensburgerin Julia Görges im Spitzeneinzel fertig geworden war. Beim Stande von 6:2, 5:6 konnte die Fed-Cup-Spielerin bei der 5:0-Führung für die Regensburgerinnen den Schläger fallen lassen und musste die Partie nicht mehr zu Ende spielen, denn mit dem 5:1 war alles klar. „Julias Match war das beste von allen“, lobte Geserer, hatte aber schon zuvor angekündigt. „Wenn wir fünf Punkte, dann können wir die Schläger fallen lassen.

„Wir genießen das jetzt erstmal“

„Wir können Historisches für die Stadt und den Verein schaffen“, hatte Geserer im Vorfeld gesagt. Jetzt geht der deutsche Mannschaftstitel im zweiten Bundesligajahr das erste Mal nach Regensburg. „Ich muss das jetzt erst einmal sacken lassen. Wir genießen das jetzt erst einmal.“ Gefeiert wurde mit einer Sektdusche. „Florian Zitzelsberger hat mir den ganzen Rücken nass gespritzt“, berichtet Geserer von den Feierlichkeiten an Ort und Stelle. In einer Liga, in der 25 Top-100-Spielerinnen für das Prädikat „stark wie nie“ sorgten

Viel Zeit bleibt freilich nicht. Julia Görges legt einen kurzen Zwischenstopp zuhause in Regensburg ein und ist am Dienstag oder Mittwoch schon wieder beim nächsten Turnier im schweizerischen Gstaad in der ersten Runde gegen die Slowakin Jana Cepelova im Einsatz. Und für die Slowenin Polona Hercog fädelte Geserer noch einen passenden Start in Bukarest ein.

Die Slowenin war eine derjenigen Spielerinnen, die der Beleg dafür waren, dass es knapper war, als es aussah. Hercog setzte sich gegen die Spanierin Maria Jose Martinez-Garcia 7:5 und 7:6 durch. Tereza Martincova hatte Anlaufschwierigkeiten, verlor den ersten Durchgang gegen Alicja Rosolska. „Das ist eine Spielerin unter den ersten 50 der Doppel-Weltrangliste“, hatte Geserer schon vorher gewusst, dass das unangenehm würde. „Aber Tereza hat sich super reingekämpft“ und gewann den Match-Tiebreak. Und selbst der vermeintlich so lockere Erfolg der Niederländerin Richel Hogenkamp wackelte im zweiten Satz. „Da lag sie 0:3 hinten und es gab eine strittige Schiedsrichterszene“, erzählte Geserer. Doch auch das ging glatt – und mit der 3:0-Führung spielte es lockerer.

Maria kämpft wie eine Löwin

Zumal Tatjana Maria erst von den mitgereisten Corpus-Care-Physios Florian Zitzelsberger und Daniel Pohl „hergestellt“ wurde, wie es Geserer formuliert. „Tatjana hat das toll gelöst und gekämpft wie eine Löwen“, sagte der Eckert-Teamchef über die Leistungsträgerin an Position drei. Und so machte Lesley Kerkhove gegen Syna Kayser ohne größere Mühe mit dem 6:1 und 6:2 schon den Deckel drauf und die Doppel waren überflüssig.

Den Gastgeber verurteilten die Regensburgerinnen mit ihrem 5:4-Erfolg zum Abstieg. „Das ist eine gute Mannschaft und ein toller Klub mit 1700 Mitgliedern, Fitnessbereich und Sauna auf der Anlage. Für die ist das wirklich bitter.“ Die Regensburger dagegen feierten einen schnellen Triumph in einer starken Liga und haben nicht vor nachzulassen. „Wir werden auch aus diesem Jahr wieder lernen“, sagt Geserer und es klingt nicht, als wolle man die Ambitionen zurückschrauben.

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Das Ziel: Topleute präsentieren

Im Gegenteil: Das Ziel bleibt nach wie vor, den Regensburger Zuschauern an den drei Heimspieltagen Topspielerinnen zu präsentieren, die sie sonst nur aus dem Fernsehen kennen. Erste Ideen dafür gibt es natürlich. „Wir haben auch heuer nicht so rausposaunt, dass wir Meister werden wollen.“ Auch ohne große Worte folgten allerdings große Taten – und vielleicht beginnt damit in Regensburg ja eine längere Tennis-Ära.

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