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Die RT ist der etwas andere Verein

Verkehrte Welt am Oberen Wöhrd: Im Training sind mehr Leute da als zum Spiel.

Ben Heiligtag (in Blau) ist einer der alten RT-Kämpen.  Foto: sug
Ben Heiligtag (in Blau) ist einer der alten RT-Kämpen. Foto: sug Foto: Guenter Uschold

Regensburg.Die Corona-Krise hat der Regensburger Turnerschaft einen Strich durch die Rechnung gemacht: Am 4. Juli wollte die Handball-Abteilung des am Oberen Wöhrd beheimateten Vereins ihr 100-Jähriges im großen Stil feiern. Schon im Vorjahr hatte Geschäftsführerin Christine Schween die Hausaufgaben gemacht, die Genehmigungen waren eingeholt, alle Einladungen an den Mann gebracht. Ein Turnier auf Rasen war geplant, plus Kinderprogramm, plus Veranstaltungsabend. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, die Feier müssen wir auf nächstes Jahr verschieben“, kündigt Schween an.

Bis Mitte der 90er Jahre dominierte die RT über Jahrzehnte hinweg mit der SG Post/Süd den Regensburger Handball. Vor der Jahrtausendwende verschwand die Turnerschaft für 13 Jahre von der Bildfläche, ehe sich die Rot-Blauen 2012 in den Spielbetrieb zurückmeldeten. Nicht um an höherklassige Zeiten anzuknüpfen, um von ganz unten die eine oder andere Liga hochzuklettern, sondern auf Freizeitbasis. „Das Wichtigste ist, dass sich keiner verletzt, wir wollen einfach nur Spaß haben“, stellt Abteilungsleiter Richard Kummer klar. An der Lieblstraße finden sich Handballer ein, die früher bei der RT sowie den Lokalrivalen leistungsorientiert gespielt haben, nun jenseits der 40-Jahr-Grenze regelmäßig spielen wollen. Im gut 30-köpfigen Kader mischen unter anderem Ben Heiligtag (Vorstands-Vize der SG DJK/SB) und Bernie Goldbach (Trainer von Bezirksoberligist ESV 1927) mit.

Eine Teilnahme an der im Bezirk Ostbayern angebotenen Alten-Herren-Runde ist zu wenig, da diese nur in sporadischer Turnierform ausgetragen wird. In der abgebrochenen Corona-Saison hatte man mit enormen Personalproblemen zu kämpfen, so dass in der Bezirksliga nur ein Zähler zu ergattern war. Einen freiwilligen Abstieg in die Bezirksklasse hat Abteilungsleiter Kummer zur Diskussion gestellt, aber: „Mit überragender Mehrheit haben sich die Leute dagegen ausgesprochen“. Der 50-jährige Torhüter fügt an: „Wenn alle da sind, haben wir eine richtig gute Aufstellung. In der Saison davor haben wir den späteren Aufsteiger Obertraubling geschlagen“.

Was die RT von anderen Vereinen unterscheidet: Während dort viele Trainer unter der Woche mit beruflich- und studiumsbedingten Absagen ihrer Spieler zu kämpfen haben, verhält es sich bei der RT gegensätzlich. „Im Training haben wir oft 18 Leute, aber wenn es heißt, dass wir Samstag spielen, haben viele keine Zeit“, berichtet Kummer. Zweimal trifft sich die „Old Gold“-Truppe, in der ersten Hälfte wird zum Aufwärmen Fußball gespielt, anschließend steht der Handball im Vordergrund. „Bei uns kommen welche, die grundsätzlich dann zum Duschen gehen“, schmunzelt Kummer. (owi)

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