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Karate

Die Weltmeisterin mit dem Wow-Effekt

Nassim Varesteh aus Kanada machte bei den Schülern von Sensei Montazeri in der Karate-Akademie großen Eindruck.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Nassim Varesteh redet nicht über Karate, sie lebt Karate.
Nassim Varesteh redet nicht über Karate, sie lebt Karate. Foto: Akademie

Regensburg.Vera Drazan (49) und Stefan Lermer (53) machen das schon viele Jahre mit. Ihr Sensei Siamak Montazeri bringt jedes Jahr mindestens einmal seine Schüler mit einem Stargast zum Staunen. Es gelang auch diesmal. „Wenn ich es in einem Begriff zusammenfassen müsste, dann sage ich: Wow!“, berichtet Lermer vom Seminar mit Nassim Varesteh, einer Weltmeisterin iranischen Ursprungs, die jetzt in Kanada zuhause ist.

„Wenn du sie siehst, kommt erstmal der blanke Neid hoch – und dann der enorme Anreiz: Das möchte ich auch einmal können“, sagt Drazan. Sie und Lermer beschreiben die 33-jährige Varesteh als ein „Energiebündel“ auf allerhöchstem Niveau.

Ein Bild voller Stolz mit der Karate-Weltmeisterin: Stefan Lermer, Nassim Varesteh und Sensei Montazeri.
Ein Bild voller Stolz mit der Karate-Weltmeisterin: Stefan Lermer, Nassim Varesteh und Sensei Montazeri.

Es ist exakt das, was Montazeri für seine Sportart Karate erreichen möchte: „Ich möchte den Leuten auch in einer kleinen Stadt wie Regensburg die Möglichkeit geben, mit den Besten der Welt zu trainieren.“ Immer wieder ist es der persönliche Bezug des gebürtigen Persers, der seit bald 30 Jahren in Regensburg Karate schult, der Gastspiele wie das von Varesteh ermöglicht. „Ihr Vater war vor 40 Jahren mein erster Lehrer. Sie wusste das auch, aber das erste Mal persönlich haben wir uns 2014 bei der Weltmeisterschaft in Bremen getroffen.“

Papa Varesteh war Senseis Lehrer

Von Varestehs Vater Farhad, der vor einem halben Jahr an Krebs starb, kursieren einige eindrucksvolle Videos im Internet. „Er war einer der letzten Träger des zehnten Dans auf der Welt. Nassim hat noch Zeit, sie hat jetzt den fünften Dan. In ihrer Familie machen zwar alle Karate, aber keiner so wie sie“, erklärt Sensei Montazeri.

Vera Drazan (49) und Stefan Lermer (53) schwärmen von der Authentizität, die Nassim Varesteh bei den Trainingseinheiten ausstrahlte. „Sie redet nicht über Karate, sie lebt Karate“, sagt Lermer. „Das ist es, was fasziniert.“

„Ich möchte den Leuten auch in einer kleinen Stadt wie Regensburg die Möglichkeit geben, mit den Besten der Welt zu trainieren.“

Sensei Montazeri

Vor allem: „Wir hatten heuer bereits zwei Weltmeister aus meiner Heimat hier“, sagt Montazeri, „aber dass auch eine Frau so kraftvoll, schnell und selbstbewusst sein kann und sich sogar noch besser bewegt, das ist etwas Besonderes“. Nicht umsonst trainiert Nassim Varesteh Kanadas Nationalteam – die Männer, was im Weltsport beileibe mehr als eine Besonderheit ist. Nassim Varesteh ist eine gefragte Frau: Von Toronto aus jettet sie um die Welt. „Sie bekommt Einladungen in Dubai, Jakarta, Hongkong und Mexiko.“ Jetzt stand auch Regensburg auf ihrer Reiseliste.

„Alle Tore der Welt stehen offen“

Zurück ließ sie ein beeindrucktes Publikum. „Es ist enorm, dass eine Frau in der Kampfkunst so erfolgreich ist“, sagt Drazan. „Das zeigt, dass einem alle Tore dieser Welt offenstehen können.“ Der Umweltbeauftragten in der chemischen Industrie gefiel mit am besten, wie „sauber sie die Techniken aus der Anatomie heraus erklärt hat und wie viel Wert sie darauf legte, dass der Körper nicht geschädigt wird. Diese Frau ist ein Hammer! Dabei vermutet man solche Fähigkeiten gar nicht, wenn man sie sieht. Und sie sieht auch noch gut aus und ist eine sehr offene Persönlichkeit.“

Stefan Lermer, der als Polizeibeamter auch die Kollegen in Karate schult, schwärmt von dem Tag mit Nassim Varesteh: „Das gibt einen Motivationsschub und ein gutes Gefühl. Ich bin jetzt seit 25 Jahren hier in der Akademie und es gibt immer ein Auf und ein Ab. Aber sie ist so, wie ich mir Karate vorgestellt habe: Und zwar nicht nur mit Armen und Beinen, sondern auch so, wie sie sich gibt.“ Das hinterlässt für lange Spuren. „Oft fährt man zu einem Lehrgang und sieht das als verlorenen Tag. Das aber war ein gewonnener Tag und Leben pur.“

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