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Sport aus Regensburg
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Eiskunstlauf

ECR stellt nun auch die jüngste Läuferin

Aufsteigerin Jana Schwegler schafft gegen Top-Konkurrenz den Sprung in den Nationalkader. Auch Ann-Christin Marold glänzt.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Milena Sardarian, Franziska Hösl, Ann-Christin Marold, Katharina Kurz, Jana Schwegler und Lea Schwamberger (v. l.) stellten in Oberstdorf fast alle neue persönliche Bestmarken auf.
Milena Sardarian, Franziska Hösl, Ann-Christin Marold, Katharina Kurz, Jana Schwegler und Lea Schwamberger (v. l.) stellten in Oberstdorf fast alle neue persönliche Bestmarken auf. Foto: ECR

Oberstdorf. Konkurrenz belebt das Geschäft: Die Eiskunstläuferinnen des EC Regensburg erlebten das bei den traditionellen Bavarian Open in Oberstdorf. „Dass so ein Aufgebot an Topläufern aus Russland, der Ukraine, aber auch Frankreich und Italien da war, daran kann ich mich nicht erinnern“, sagte ECR-Trainer Nicole Brünner. Am wackersten schlug sich Ann-Christin Marold als Vierte hinter einer Russin und zwei Ukrainerinnen. „Das war wieder aller Ehren wert“, sagte Brünner über die 12-Jährige, die an der 100-Punkte-Schallmauer kratzte.

Konkurrenz belebt aber auch im Regensburger Verein das Geschäft. Denn in Oberstdorf ging für Jana Schwegler ein steiler Aufstieg weiter: Mit 80,62 Punkten übertraf sie als Elfte zum zweiten Mal die nötigen 80 Punkte für die Aufnahme in den Bundeskader. „Damit ist sie mit elf Jahren die jüngste Läuferin in Deutschland“, berichtet Brünner. Der Verband hatte sich gerade entschlossen, die Altersgrenze herabzusetzen. Und der EC Regensburg stellt damit nun neben Maria Herceg und Ann-Christian Marold noch eine dritte Nachwuchsläuferin auf Topniveau.

„Wenn unsere Läuferinnen so ein Feld sehen, dann fangen sie auch an, etwas zu riskieren. Dann wollen auch sie zeigen, was sie können“, freute sich die Nicole Brünner über die Motivation ihrer ECR-Starterinnen u. a. durch die im Eiskunstlauf berühmte Konkurrenz russischen Mischin-Schule. „Die Mädchen dort trainieren fünf, sechs Stunden pro Tag und gehen nicht in die Schule. Unsere Mädchen saßen auf der Tribüne und haben alles ganz genau angeschaut. Das war toll“, berichtet die Trainerin über die Zusatz-Motivation.

Eine Klasse übersprungen

Und bis auf Franziska Hösl, die ein wenig abfiel, schlugen sich auch die neben Marold und Schwegler weiteren Starterinnen Katharina Kurz, Lea Schwamberger und Milena Sardarian wacker. „Fast alle haben persönliche Bestmarken aufgestellt und ihre Sachen sehr ordentlich gemacht.“ Immer noch beeindruckend ist das Tempo der Entwicklung von Jana Schwegler, die vor zwei Jahren aus Weiden kam und in Amberg wohnt: „Sie hat ja eine Kategorie übersprungen“, ist auch Nicole Brünner sehr angetan vom jüngsten ECR-Bundeskadermitglied. „Sie ist ein sehr intelligentes Mädchen und sehr ehrgeizig. In Sachen Bodenständigkeit und Ruhe erinnert sie an Maria.“

Herceg, die bald 18-jährige Schülerin des Werner-von-Siemens-Gymnasiums war einst allein auf weiter Flur das Aushängeschild beim EC Regensburg und hat nun klubintern junge Konkurrentinnen bekommen. Die Bronzemedaillengewinnern der europäischen Jugendspiele EYOF 2013 kämpft sich derzeit wieder heran und steckt mitten in den Vorbereitungen für das Abitur. „Ein Kurzprogramm wird sie heuer wohl noch laufen“, sagt Nicole Brünner. „Für einen kompletten Wettkampf sind zwei Monate Vorbereitung zu kurz.“ Auch für Herceg winken vielleicht noch die ganz großen Ziele: „Sie ist nach wie vor im Projekt Olympia 2018 drin. Aber vieles hängt jetzt am Abitur und wie stabil die dreifachen Sprünge dann sind.“

Ziel: Wieder Pokalsieger werden

Im Eiskunstlauf beginnt jetzt die Endphase der Saison: Nach einem Ruhe-Wochenende wartet auf ein 20er-Aufgebot am ersten März-Wochenende die bayerischen Jahrgangs-Meisterschaften. Das große ECR-Ziel dort: zum vierten Mal in Folge den Karl-Klötzer-Pokal für den besten bayerischen Verein gewinnen. Eine Woche später steht der Deutschland-Pokal in Mannheim an und zum Abschluss geht es zum Arge-Alp-Pokal nach Flims in die Schweiz. „Ein volles Programm“, sagt Brünner. Die ECR-Talente sind gefordert, die Trainer auch.

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