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Eiskunstlauf

ECR-Talente freuen sich auf Berlin

Die Meisterschaften in Oberstdorf waren fest in Regensburger Hand. Ann-Christin Marold liefert die überragende Leistung ab.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Sieben ECR-Läuferinnen freuen sich, dass sie zur deutschen Meisterschaft dürfen: Ann-Christin Marold, Jana Schwegler, Katharina Kurz, Sabrina Denk, Franziska Hösl, Anne-Sophie Schlegel und Milena Sardarian (von links). Mit Lea Schwammberger kommt eine achte eventuell noch dazu.
Sieben ECR-Läuferinnen freuen sich, dass sie zur deutschen Meisterschaft dürfen: Ann-Christin Marold, Jana Schwegler, Katharina Kurz, Sabrina Denk, Franziska Hösl, Anne-Sophie Schlegel und Milena Sardarian (von links). Mit Lea Schwammberger kommt eine achte eventuell noch dazu. Foto: ECR

Regensburg.Man nehme ganz viel EC Regensburg, ein wenig Oberstdorf, mische ein bisschen München und Garmisch darunter und garniere das Ganze mit ein paar Prisen aus Aschaffenburg, Rosenheim und Mittenwald. Das ist das Eiskunstlauf-Rezept, nach dem in Oberstdorf das Teilnehmerfeld für die deutsche Nachwuchsmeisterschaften ermittelt wurde, die diesmal von 6. bis 10. Januar ausnahmsweise einmal nicht in Bayern, sondern in Berlin über die Bühne gehen.

Mit der alle überragenden Siegerin Ann-Christin Marold mit ihrem persönlichen Rekord von über 100 Punkten, Aufsteigerin Jana Schwegler (6.), Katharina Kurz (8.), Franziska Hösl (10.) und Milena Sardarian (11.) gingen allein fünf Plätze im Nachwuchs A an den ECR. Dazu kamen in der Jugend die Zweitplatzierte Sabrina Denk und Anne-Sophie Schlegel (5.), die jeweils über 80 Punkte erreichten. Wahrscheinlich, aber noch nicht definitiv ist auch Lea Schwammberger als Dreizehnte im Nachwuchs A noch in Berlin dabei, wo der Eiskunstlauf-Club ob der Vielzahl seiner Starter und der doch weiter auseinanderliegenden Wettkampf- und Trainingsstätten nun vor einer logistischen Herausforderung steht.

Die Konkurrenz reagiert bissig

Die Konkurrenz sprach eher bissig von „Regensburger Meisterschaften“ und reagierte in Oberstdorf so auf die Erfolge der 22 ECR-Starter, die in sieben Nachwuchsklassen allein neun Treppchenplätze holten und nahezu ausnahmslos im Vorderfeld auch in den teilnehmerstärkeren Wettbewerben platziert waren. Die ECR-Liste führte zweifelsfrei die zwölfjährige Ann-Christin Marold an, die zuletzt auch den „Berliner Bär“ gewonnen hatte und inzwischen mehrere Dreifach-Sprünge beherrscht. „Sie ist ein fehlerfreies Kurzprogramm gelaufen“, freute sich ECR-Trainerin Nicole Brünner über den Auftritt und die Form. „Dabei war Oberstdorf nicht ihr Pflaster. Sie ist eine Klasse für sich und hat eine große Entwicklung durchgemacht. Es ist neu, dass eine Läuferin so dominant auftritt“, blickte Brünner auch auf über 14 Zähler auf die Zweite. „Sie ist aber auch die einzige, die das alles auf sich nimmt. Seite Juli hat sie bis auf ein paar Tage durchtrainiert“, berichtet Brünner über den Aufwand der jungen Läuferin, deren Eltern oft in den Heimatort Hauzenberg pendeln.

ERC-Ergebnisse

  • Jugend Mädchen (8 Teilnehmer):

    2. Sabrina Denk 87,13 Punkte; 5. Anne-Sophie Schlegel 84,58.

  • Nachwuchs A Mädchen (31):

    1. Ann-Christin Marold 102,61; 6. Jana Schwegler 79,87; 8. Katharina Kurz 76,15; 10. Franziska Hösl 74,69; 11. Milena Sardarian 73,62; 13. Le Schwammberger 70,67; 16. Selin Aslan 68,68; 18. Andrea Pekarek 65,77; 21. Isabell Hafner 63,25.

  • Nachwuchs B Mädchen (26):

    3. Lucy Pekarek 36,88; 4. Anastasia Barska 36,57.

  • Neulinge Jungen (4):

    2. Loris Kraiczyk 63,48; 3. Leon Kraiczyk 59,06.

  • Neulinge Mädchen (4):

    1. Emily Kling 68,38; 3. Lena Köstner 60,62.

  • Anfänger B Mädchen (23):

    2. Maya-Lysann Porsch 40,70; 3. Emily Fessler 40,21; 7. Nathalie Vogelbacher 33,96; 10. Felicitas Forstner 30,86.

  • Sternschnuppen Mädchen (10):

    1. Sophia Gienger 38,41.

Dahinter deutet sich die nächste Hoffnungsträgerin schon an. Der Amberin Jana Schwegler, die zuvor in Weiden am Start war, bescheinigt Brünner „ein Riesenpotenzial“. Die Elfjährige kam in einem Sport, in dem man schon in sehr jungen Jahren viel tun muss, um weit zu kommen, aus der Anfängerklasse, wäre damit eigentlich erst in die Neulingsklasse aufgerückt, übersprang diese aber. Mit Erfolg. „Als Newcomerin gleich in den Top sechs zu sein, ist eine tolle Sache“, sagt Brünner über Schwegler, die wie Marold auch beim „Berliner Bär“ als Dritte und mit der zweitbesten Kür schon geglänzt hatte und auch in Stuttgart in den Top drei gelandet war.

Wenn 22 Starter unterwegs sind, kann aber nicht alles optimal laufen. „Katharina Kurz hatte als allerletzte Starterin Sturzpech“, sagt Brünner. „Sie gehört eigentlich unter die ersten Sechs.“ Das vermasselte die nur zwölftbeste Kür. Und bei Andrea Pekarek war es „ein rabenschwarzer Tag“, der sie vom so sicher scheinenden siebten Platz nach dem Kurzprogramm durch die 26. Kür auf Rang 18 abstürzen ließ.

Minimale Rückstände nach oben

Dafür wurden Franziska Hösl (14) und Milena Sardarian (12) für ihren Fleiß belohnt und auch Lea Schwammberger überraschte nach über einem Jahr Verletzungspause. „Von neun Startern sechs unter den besten 13 zu haben, ist eine schöne Bilanz“, sagt Brünner. Dazu kamen Lucy Pekarek und Anastasia Barska, die im Nachwuchs B als Dritte und Vierte gerade einmal 0,01 bzw. einen halben Punkt von Rang zwei entfernt lagen. Oder die Krajczyk-Zwillinge, von denen Loris im Soll und Leon deutlich darunter bei den Neulingen Zweiter und Dritter wurden.

Bei den Mädchen zeigte Emily Kling bei den Neulingen ihr Potenzial. Lena Köstner, die in Stuttgart noch gewonnen hatte, zeigte, dass sich in diesem Alter ein Ergebnis schnell auch mal umdreht. Und Sternschnuppen-Siegerin Sophia Gienger bewies, warum Nicole Brünner sie für „mit das größte Talent“ hält.

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