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Ein Regensburger Hesse trumpft auf

Florian Orth hält für eine Stunde die deutsche Jahresbestzeit und läuft bis auf 29 Hundertstel an die Hallen-EM-Norm. Nytra und Mohr überragen in Stuttgart.

Zum Medaillenkandidaten für die deutsche Hallen-Meisterschaft schwang sich Florian Orth in Stuttgart auf. Foto: Iris Hensel

Stuttgart. Malte Mohr und Silke Spiegelburg gewannen den Stabhochsprung, Carolin Nytra flog beim Hallen-Meeting in Stuttgart über die Hürden zum Sieg: Die deutschen Leichtathleten haben das WM-Jahr 2011 genauso stark begonnen, wie sie die vergangene Saison beendet hatten. „Dieser Sieg ist mir ganz wichtig“, sagte Mohr. „Wenn man eine gute Hallensaison springt, nimmt man viel Sicherheit und Selbstvertrauen mit nach draußen. Dazu ist Stuttgart neben den deutschen Meisterschaften das wichtigste Meeting in Deutschland.“

8000 Zuschauer in der ausverkauften Hanns-Martin-Schleyer-Halle sahen zwar erst den Auftakt der traditionsreichen und lukrativen Hallenserie. Aber Mohr, Spiegelburg und Nytra zeigten schon am Samstagabend, dass mit ihnen bei der Hallen-EM Anfang März in Paris und vor allem bei der Freiluft-WM im Spätsommer in Daegu/Südkorea zu rechnen sein wird.

Mittendrin im Geschehen und nicht einmal im Hauptlauf sorgte ein Läufer im blauen Trikot der LG Telis Finanz Regensburg für Aufsehen. Florian Orth gewann in 3:41,29 Minuten das 1500-Meter-Rennen der U23 und hielt damit bis zum Männerlauf eine Stunde später die deutsche Jahresbestleistung. Der Hesse blieb damit nur 29 Hundertstel über Norm für die Hallen-EM in Paris. Damit schwang er sich zum Medaillenkandidaten für die Hallen-DM am 26./27. Februar in Leipzig auf, vor der er mit seinen drei Teamkolleginnen Susi Lutz, Corinna Harrer und Christiane Danner vom 11. bis 18. Februar ins Trainingslager nach Monte Gordo/Portugal fliegt, um sich dort den letzten Schliff zu holen.

Unter der Woche hatte Telis-Weitspringerin Michelle Weitzel in Linz ebenso einen weiteren Achtungserfolg verbucht: Sie wurde mit 6,38 Metern Zweite hinter der Amerikanerin Funmi Jimoh (6,45) und verwies Hallen-Vize-Weltmeisterin Naide Gomes (Portugal/6,32), die nur einen gültigen Sprung zustande brachte, auf Platz drei. In Wien erreichte der Luxemburger, Wahl-Regensburger und Vize-Europameister über 800 Meter, David Fiegen, ein erstes Teilziel bei seinen Comeback-Schritten und blieb in 1:49,86 Minuten als Fünfter unter 1:50.

Carolin Nytra sprintete in Stuttgart über 60 Meter Hürden in der Weltjahresbestzeit von 7,92 Sekunden vor Aleksandra Antonowa (7,93) aus Russland und Lolo Jones aus den USA (7,94) ins Ziel. „Ich bin so was von überrascht. Die Unterstützung des Publikums war saugeil“, sagte die 25 Jahre alte Mannheimerin. Aufgrund einer Sehnenentzündung im Sitzbein hatte die EM-Dritte drei Wochen lang nur eingeschränkt trainieren können. Trotzdem besiegte sie Hallen-Weltmeisterin Jones zum zweiten Mal.

Mohr sprang mit seiner persönlichen Hallen-Bestleistung von 5,84 Metern höher als Maksim Mazurik aus der Ukraine (5,70) und vor allem höher als Europameister Renaud Lavillenie aus Frankreich (5,60). „Ich bin jetzt bei vier Wettkämpfen dreimal über 5,80 Meter gesprungen. Darauf kann ich sehr gut aufbauen“, sagte der 24-jährige Münchner. Spiegelburg ließ mit 4,70 Metern die Hallen-Weltmeisterin Fabiana Murer aus Brasilien (4,64) hinter sich. Auch die Vize-Europameisterin aus Leverkusen gehört zur neuen Generation der deutschen Athleten, die schon 2010 bei der EM in Barcelona 16 Medaillen holte oder danach bei den späten Diamond-League-Meetings für Aufsehen sorgte.

Hochspringer Raul Spank (Dresden) war mit seinem vierten Platz (2,27 Meter) ebenfalls zufrieden. Über 800 Meter lief Robin Schembera (Leverkusen) als Vierter eine persönliche Bestzeit (1:46,35 Minuten). (dpa/cw)

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