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Handball

Eine vorgezogene Bescherung für den ESV

Regensburger stürzen zu Hause den Drittliga-Tabellenführer SV Allensbach mit 21:19 und kommen der Spitze näher.
Von Gerd Winkler

Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte bei den ESV-Frauen nach dem Sieg gegen den eben gestürzten Tabellenführer SV Allensbach. Foto: Andreas Nickl
Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte bei den ESV-Frauen nach dem Sieg gegen den eben gestürzten Tabellenführer SV Allensbach. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Das Weihnachtsfest begann für die Handballfrauen des ESV 1927 Regensburg dieses Jahr irgendwie recht früh. Bereits zwei Tage vor Heiligabend bescherte sich der Drittligist vorab selbst – in mehrfacher Hinsicht. Am Samstagabend stürzte der ESV in der Sporthalle Königswiesen in einem Fight auf Biegen und Brechen den Tabellenführer SV Allensbach mit 21:19 (15:12).

Somit verkürzten die Blau-Schwarzen den Rückstand zur Spitze um einen Zähler auf deren zwei. Bis zur Fortsetzung der nun eröffneten Rückrunde Ende Januar grüßt die HSG Freiburg vom Platz an der Sonne – dem nächsten Heimgegner des ESV 1927 am 9. Februar. Weil Ex-Zweitligist HCD Gröbenzell gegen TuS Metzingen II mit 21:43 unter die Räder kam, rückte Regensburg auf Platz drei vor. Damit sind die Schützlinge von Trainer Stefan von Frankenberg über die Jahreswende mangels bayerischer Teams in Liga eins und zwei die Nummer eins im Frauen-Handball des Freistaats.

Allensbach legte bis zum 4:3 (12.) jeweils vor und konnte noch dreimal ausgleichen (6:6, 10:10, 11:11), ansonsten hatte der ESV die Nase vorne. Die Gäste lebten in der ersten Hälfte von Svenja Hübner. Die Kreisläuferin netzte binnen einer Viertelstunde (11. bis 26.) fünfmal ein und erzwang drei der fünf Strafwürfe (3., 5., 15., 21., 27) für ihr Team. Bei den Eisenbahnerinnen tat sich Halbrechts Andrea Vlachova als Torschützin hervor: Vor (11., 12., 21.) und nach der Pause (37., 42., 56.). Linkshänderin Franzi Peter spielte meist auf Rückraum Mitte. Nachdem Abwehreinser Anna Fuhrmann die zweite Zeitstrafe kassierte (40.), musste Coach Stefan von Frankenberg vom 5:1-Verband abrücken und ließ eine 6:0-Formation oder 5-plus-1 hantieren.

„War ein richtiges Kampfspiel“

Wie verbissen es zur Sache ging, verdeutlicht das letzte Drittel der Begegnung: Beide Trainer zogen zwei Auszeiten (48., 60. bzw. 45., 59.), um Einfluss zu nehmen. 19:15 in Front (42.) blieben die Blau-Schwarzen satte 14 Minuten torlos. Das 20:18 (56.) durch Vlachova und 21:19 (57.) durch Fuhrmann reichte dennoch, weil man Allensbachs Offensive kaum zum klaren Wurf kommen ließ. „Das war ein richtiges Kampfspiel und die Schiedsrichter ließen viel laufen, haben beiderseits spät gepfiffen. Da kommt halt so ein Spiel zustande“, sagte ESV-Trainer Stefan von Frankenberg zur insgesamt übersichtlichen Torausbeute beider Teams, die bis dahin im Schnitt 31,3 bzw. 30 Mal pro Partie einnetzten.

„So ein Ergebnis kriegst du nur über die Mannschaft hin“, verteilte von Frankenberg ein Pauschallob und fügte an: „Wir hatten keine richtige Schwächephase, sonst hätten wir gegen diese Mannschaft in wenigen Minuten das Spiel verloren.“ Seine Mädels seien ständig unter Strom gestanden, deshalb sei permanent rotiert worden, analysierte der Franke weiter: „Es ist auch wahnsinnig auf die Psyche gegangen, das Spiel ist sechzig Minuten auf der Kippe gestanden.“

Obwohl sich Vlachova mit einem halben Dutzend Tore hervortat, befand der Coach: „Was schön war: Zuletzt haben die Außen das Spiel gewonnen, diesmal waren wir nicht ausrechenbar.“ An sich könne sich ein Gegner „kaum auf uns einstellen, weil wir mehr als drei Spielerinnen haben, die ein Spiel entscheiden können“.

Manchmal zu schnell geworfen

Nach der Pause agierte der ESV mit wechselnden Abwehrvarianten – für von Frankenberg war das entscheidend: „Allensbach wusste bei jedem Angriff nicht, was auf sie zukommt.“ Dadurch sei der SV fast jedes Mal ins Zeitspiel gelaufen und musste abschließen. Dass es für den ESV selbst nach dem Wechsel nur zu sechs Treffern reichte, hatte zwei Gründe: Sechs halbhoch gezielte „Freistehende“ wurden Beute der Gästetorfrau. Und: „Manchmal wurde zu schnell abgeschlossen, da hätten wir das Spiel früher entscheiden können“, bedauerte von Frankenberg. Für ihn selbst war „es auch Schwerstarbeit: Es war so laut in der Halle, die Mädels waren schwer zu erreichen“. Die Kulisse sei voll mitgegangen, „das war richtig geil“.

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